Exklusiv

Deutsche Bank steigt bei Münchner Fintech Qplix ein

26. Februar 2020

Von Heinz-Roger Dohms (Finanz-Szene.de) und Arnas Bräutigam (Startupdetector.de)

Waren das noch Zeiten, als Frau Hammonds den Leitsatz prägte, die Deutsche Bank (deren IT-Chefin Hammonds damals war) investiere nicht direkt in Fintechs. Heutzutage hingegen? Vergeht kaum ein Monat (oder sagen wir: kaum ein Quartal), in dem das größte Geldhaus der Republik nicht ein paar Mio. Euro in irgendein so ein Deposit Solutions, Dwins, Hausgold oder Vermietet.de da draußen pumpt.

Jüngstes Beispiel: Nach Informationen von Finanz-Szene.de und unserem Recherchepartner „Startupdetector“ ist die „Deutsche“ bei Qplix eingestiegen, einem Münchner-Weath-Management-Fintech, das eine Software zur Analyse unterschiedlichster Asset-Formen (von Aktien über Anleihen bis hin zu Immobilien) entwickelt hat. Zur Zielgruppe der jungen Firma gehören Family Offices und sonstige kleine Vermögensverwalter.

Es ist, so weit wir das sehen, das erste externe Funding von Qplix. Die Deutsche Bank hält nun 18% der Anteile. Über die Höhe der Finanzierung wurde zunächst nichts bekannt. Kürzlich hatte das Startup im Bundesanzeiger seinen Abschluss für 2018 veröffentlicht. Damals lagen der Jahresfehlbetrag bei 635.000 Euro und der gesamte Cashburn (also seit Gründung) bei rund 1,6 Mio. Euro. Angesichts dieser Größenordnungen erschiene realistisch, wenn die Deutsche Bank eine niedrige siebenstellige Summe in Qplix investiert hätte (aber wie gesagt, wissen tun wir’s nicht).

Noch eine interessante Zahl: Per Ende 2018 beschäftige Qplix dem Abschluss zufolge bereits 31 Mitarbeiter – relativ viel für ein Fintech, das zumal damaligen Zeitpunkt die Serie-A-Finanzierung noch vor sich hatte. Das Selbstvertrauen des Unternehmens zeigt sich auch daran, dass Qplix im Herbst ein Berliner Büro eröffnete.

Dass die Deutsche Bank mit überschaubaren Summen bei relativ jungen und entsprechend unbekannten Fintechs einsteigt, war bei Dwins („Finanzguru“) oder Hausgold ähnlich. Die Ausnahme bildet – jedenfalls unter den Investments hierzulande – Deposit Solutions. Das Hamburger Vorzeige-Startup kam schon auf eine Bewertung in stattlicher dreistelliger Millionenhöhe, als sich die Frankfurter Großbank im Herbst mit rund 20 Mio Euro beteiligte.

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing