Wussten Sie schon?

Digitales Versicherungstool der Deutschen Bank: 95% analog!

13. Oktober 2020

Von Christian Kirchner

… dass die Deutsche Bank dieser Tage und damit zwei Jahre und zehn Monate nach der ursprünglichen Ankündigung (siehe hier) ihren „Digitalen Versicherungsmanager“ offiziell gelauncht hat?

Selbstverständlich war dieses Ereignis dem größten Geldinstitut des Landes eine neuerliche Pressemitteilung wert (siehe hier), in der gleich 14-mal das Wort „digital“ vorkommt, was uns dann doch ein wenig übertrieben vorkam. Denn: Hochladen kann der Kunde zwar seine Versicherungen. Von den 40 Sach-, Lebens- und Krankenversicherungen, die das gemeinsam mit dem Fintech Friendsurance aufgesetzte Angebot beinhaltet, sind zum Start lediglich zwei digital vergleich- und abschließbar, und zwar Hausrat und Haftpflicht. Für die übrigen 38 Policen wird der Interessent zu einer analogen Terminvereinbarung geleitet. Und wer Fragen hat, kann diese an die Service-Hotline richten – Montag bis Freitag zwischen 10 und 16 Uhr besetzt.

Teils sei das genau so auch geplant und beabsichtigt gewesen, erfuhren wir auf Nachfrage bei der Deutschen Bank, die hierfür zwei Begründungen anführte:

  1. Kunden, die sich für Lebens- und Krankenversicherungen interessieren, dürfen aufgrund der Komplexität der Produkte auch in Zukunft nur persönlich beraten werden
  2. Der Versicherungsmanager sei beim Vergleich auf Sachversicherungen fokussiert, weshalb man auf diese Produkte auch den digitalen Fokus gelegt habe

Zugleich gab die Deutsche Bank allerdings zu verstehen, dass in Zukunft je nach Kundenbedarf auch weitere Vergleiche und Abschlüsse digital möglich sein soll – was schon von diesem Freitag an für die Kfz-Versicherung gelte. Auch die Bewertung von hinzugefügten Sachversicherungen, ein „Trigger- und Eventmanagement“ sowie eine Zahlungsstromanalyse sein in Planung bzw. dem Backlog.

Warum indes die Bank nach fast drei Jahren Entwicklungszeit den ein „Work in Progress“-Produkt präsentiert, bleibt doch rätselhaft. Oder ist der einst mit Stolz propagierte digitale Vertriebsweg inzwischen gar nicht mehr wo wichtig, wo die Deutsche Bank doch gerade erst einen fetten Vertriebsdeal mit der Zurich eingefädelt hat (siehe hier unseren Bericht aus dem Juni und hier die Pressemitteilung der Deuschen Bank vom 24. September)?

Diese Mutmaßung freilich weist die Deutsche Bank auf unsere Nachfrage hin zurück. Diese Vertriebs- und Beratungswege hätten gar nichts miteinander zu tun.

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