DKB führt Strafzinsen auf Guthaben über 100.000 Euro ein

3. Dezember 2020

Von Christian Kirchner

Als letzte der großen Direktbank führt nun auch die DKB Negativzinsen ein – und zwar von minus 0,5% pro Jahr für Guthaben oberhalb von 100.000 Euro. Allerdings gilt das sogenannte Verwahrentgelt nur für Neukunden. Laut dem per heute (3. Dezember) aktualisierten Preis- und Leistungsverzeichnis gilt die Regelung für das „DKB Girokonto“, die „DKB Visa Card“ und das „DKB Visa Tagesgeld“.

Die Comdirect hatte zu Jahresbeginn bereits für alle seit Januar eingerichteten Kundenverbindungen Strafzinsen von 0,5 % p. a. auf Sichteinlagen eingeführt. Der Freibetrag dort: 250.000 Euro. Die ING Deutschland wiederum kündigte vor vier Wochen an, ab Februar 2021 das „Verwahrentgelt“ von 0,5% für Guthaben oberhalb von 100.000 Euro für alle Neukunden und neu eröffnete Konten zu erheben. Auch die Smartphone-Bank N26 erhebt bei Neukunden neuerdings Negativzinsen.

Die erstaunlichen strategischen Parallelen von ING und DKB gehen damit weiter: Die DKB knüpft den gesondert incentivierten sogenannten „Aktivkundenstatus“ schon länger an einen monatlichen Geldeingang von 700 Euro. Die ING wiederum kündigte zu Jahresbeginn eine Kontoführungsgebühr von 4,90 Euro für inaktive Kunden an. Als aktiv gilt aber, wer: 700 Euro Geldeingang hat.

Mit einem kleinen Kniff wiederum will die ING das Eröffnen eines Girokontos attraktiver machen: Bereits seit Ende September bietet die größte deutsche Online-Bank das bei ihr „Extra Konto“ genannte Tagesgeldkonto nur noch Bestandskunden an. In der entsprechenden Rubrik für Sparprodukte lässt sich seitdem das Extra-Konto nicht mehr separat eröffnen. Als Bestandskunden definiert die ING Deutschland jene Kunden, die ein Girokonto oder Depot bei der Bank führen oder einen Kredit bedienen.

Dem folgt nun auch die DKB: Denn flankierend zur Ankündigung der neuen Verwahrentgelte teilte die DKB auch mit, im nächsten Jahr ein neues, „nach Bankangaben“ kostenfreies Tagesgeld-Produkt zu offerieren. Es soll digital zu eröffnen sein und allen Kunden – Bestands- wie Neukunden – einen variablen Zinssatz von zunächst 0,01% bis 100.000 Euro bieten. Bislang sind entsprechende Sparprodukte bei der DKB kartenbasiert, das heißt, die Kunden nutzen eine virtuelle Visa-Card als Sparkonto. Allerdings soll dieses neue Tagesgeldkonto nur in Kombination mit dem DKB-Cash angeboten werden – offenbar will so also auch die DKB die Kunden mit Bedarf nach der Anlage liquider Mittel dazu bewegen, doch gleich ein Girokonto zu eröffnen.

Der Unterschied indes: Die ING (9,5 Mio. Kunden) hat dem Neukundenwachstum abgeschworen (siehe hier), die DKB (4,5 Mio. Kunden) fängt gerade erst richtig an und will ihre Kundenzahl bis 2024 auf acht Millionen steigern (siehe hier).

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