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DKB bietet ihr Girokonto nicht mehr generell kostenlos an

Als letzte große Retailbank hierzulande schafft die DKB das bedingungslos kostenlose Girokonto ab – das hat Finanz-Szene am Dienstagabend von mehreren Insidern erfahren. Wer über 28 ist und bei der zweitgrößten deutschen Direktbank von Mittwoch an ein Girokonto eröffnet, muss einen Geldeingang von mindestens 700 Euro monatlich aufweisen, wenn das Konto weiterhin kostenlos sein soll. Ansonsten werden ab Januar 4,50 Euro pro Monat fällig. 

Darüber hinaus will die DKB  auch die bislang kostenlosen Zusatzkonten bepreisen – und zwar mit 2,50 Euro pro monatlich. Diese Änderung gilt für alle Kunden, ebenso wie die Umstellung im Karten-Pricing: Die Girocard – die bei der DKB traditionell eher eine untergeordnete Rolle im Kartenportfolio spielt – war bislang für Bestandskunden kostenlos; ab Januar ist sie für alle Kunden optional und kostet 0,99 Euro pro Monat. Bislang galt diese Regelung nur für Neukunden seit 2021. *

Für die DKB bedeutet die Änderung eine Abkehr von ihrer bisherigen Pricing-Strategie. Denn – zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr hatten die Berliner bereits die kostenlose Kreditkarte und damit ihr langjähriges Markenzeichen abgeschafft. Letzter verbliebener USP im Vergleich zu Wettbewerbern wie der ING Diba und der Comdirect war seitdem das bedingungslos kostenlose Girokonto.

Die große Frage ist nun, was die Maßnahme für die Neukunden-Gewinnung bedeutet. In den letzten gut drei Jahren hatte die BayernLB-Tochter ihre Kundenzahl um ein Viertel auf zuletzt 5,2 Millionen in die Höhe getrieben. Wollen die Berliner die Akquise nun drosseln, obwohl das Einlagengeschäft mit Konten eigentlich nun wieder attraktiver wird nach der Zinswende?

Denkbar wär’s. Denn als einzige klassische Direktbank mit generell kostenlosem Girokonto (ING Diba und Comdirect hatten ihre entsprechenden Angebote schon 2020 bzw. 2021 abgeschafft) dürfte die DKB zuletzt auch viele inaktive Kunden und sogenannte Arbitrageure gewonnen haben. Sprich: Kunden, die das Konto nur zum kostenlosen Bargeldbezug am Automaten nutzen, aber der Bank keine nennenswerten Umsätze bescheren. 

* präzisiert nach Veröffentlichung des Preis-Leistungs-Verzeichnisses und der entsprechenden Mitteilung am Mittwoch früh 

Finanz-Szene geht ab Oktober hinter die Paywall ...

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