Exklusiv

DKB kämpft gegen Karten-Fraud. Probleme auch bei Tagesgeld

23. September 2020

Von Christian Kirchner

Bei der DKB ist es nach Finanz-Szene.de-Informationen in den vergangenen Tagen zu betrügerischen Abbuchungsversuchen gekommen – betroffen waren in erster Linie Kreditkarten von Visa. Der entstandene Schaden dürfte überschaubar sein, weil es in der Regel eher um kleine Beträge ging. Die Betrüger nutzten bei den Abbuchungen  auffälligerweise  Betreffs wie „Amazon US“ oder „Amazon EU“. In einschlägigen Internetforen fanden sich gestern eine ganze Reihe übereinstimmender Schilderungen. Die DKB bestätigte die Vorkommnisse.

Nun sind Betrugsversuche mit Kreditkarten nicht ungewöhnlich. Die Besonderheit des Falls: Bei der Berliner Onlinebank sind dem Vernehmen nach auch sogenannte „DKB Visa Tagesgeldkonten“ betroffen. Dabei handelt es sich um eine Besonderheit: Die Tagesgeldkonten der DKB haben keine eigene IBAN-Nummer. Es handelt sich stattdessen um ein Kreditkarten-Monto mit entsprechender Kreditkarten-Nummer, aber ohne zugehörige physische Karte. Folglich wird die zugewiesene Kreditkarten-Nummer im Alltag auch nicht zum Einkauf im Internet, bei Händlern oder im Zahlungsverkehr eingesetzt. Umso seltsamer, dass es nun ausgerechnet hier zu Attacken kam.

Die DKB bestätigte nicht nur die Abbuchungsversuche, sondern auch getroffene Gegenmaßnahmen, äußerte sich aber nur zum aktuellen Status quo. „Über Amazon-Händler wurden vor Kurzem virtuelle Umsatzanfragen an Kund*innen zu erzeugt. Aktuell gibt es bei uns aber quantitativ keine überdurchschnittlichen Auffälligkeiten mehr“, erklärte ein Sprecher auf Nachfrage. Man sei über die erwähnten Umsatzabfragen in Kenntnis gesetzt worden und habe „bei betroffenen Kund*innen die VISA-Karten sofort gesperrt und ausgetauscht. Darüber hinaus haben wir entsprechende Händler identifiziert und Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Abfragen ergriffen“, so der Sprecher weiter.

Was die Tagesgeldkonten angeht, fmeinte der Sprecher, es seien „keine Auffälligkeiten und/oder Veränderungen bei der Anzahl der Fälle“ festzustellen. „Grundsätzlich kann es aber in Einzelfällen dazu kommen, dass zu unserem Bedauern auch Nutzer*innen des Produkts DKB-VISA-Tagesgeld Opfer von Fraud werden. Das Produkt DKB-VISA-Tagesgeld ist letztlich ein virtuelles Kartenkonto. Etwaige Missbrauchsfälle werden analog zu Missbrauchsfällen bei der DKB-VISA-Card durch die DKB entschädigt“, so der Sprecher.

Die skizzierten Angriffsversuche deuten eher auf eine „Massenschlacht“ denn auf ein Datenleck bei der DKB, einem Händler oder einer Kreditkartenorganisation hin. Anders ist nicht sinnig zu erklären, wieso auch laut den Schilderungen Betroffener nie im Handel oder Internet eingesetzt Kartennummern betroffen sind. Eine denkbare Erklärung für die Versuche via Amazon  könnte sein, dass der Konzern bei seiner Abwicklung auf den Einsatz des Kartenprüfziffer (CVV) verzichtet.

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