Online-Banking der DKB geht erneut in die Knie

6. Mai 2020

Von Christian Kirchner

Die wiederkehrenden Störungen bei der DKB entwickeln sich allmählich zur Blamage: Am Mittwoch ging im Online-Banking der Bayern-LB-Tochter erneut ab circa 11:35 Uhr nichts mehr. Erst um 13:40 Uhr war die Funktionalität wiederhergestellt. Das Institut schaltete eine simple Informations-Site auf www.dkb.de mit dem Inhalt „Unsere Webseite und unser Banking sind aktuell nicht erreichbar. Das tut uns leid. Wir arbeiten an der Lösung.“ Alternativ erschien auf der DKB-Site eine 404-Fehlermeldung für eine nicht gefundene Seite. Auch der App-Zugang war laut Nutzerbeschwerden gestört. Bei der Site allestörungen.de schnellten die Störungsmeldungen binnen weniger Minuten auf 1132 zeitgleiche Meldungen.

Über Twitter gab die Bank bekannt, sie habe eine „Rekalibrierung der Server-Infrastruktur“ durchgeführt.

Erst am Dienstag hatte DKB-Chef Stefan Unterlandstättner in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ gesagt: „Wenn ein Partner nachhaltig nicht das leisten kann, was die DKB von ihm erwartet, dann werden wir uns von ihm trennen.“ Der Satz fiel, nachdem erst am Sonntag das Online-Banking der zweitgrößten deutschen Direktbank zum wiederholten Male stundenlang ausgefallen war. Dienstleister der DKB ist die FI-TS, welche wiederum zur „Finanz Informatik“ gehört, dem zentralen IT-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe. Das macht das Thema auch innenpolitisch brisant, denn dieser Sparkassen-Finanzgruppe gehört als Tochter der BayernLB zumindest indirekt auch die DKB an.

Dass es zwischen der „Finanz Informatik“ und diversen ihrer Kunden gärt, hatte Finanz-Szene.de in den vergangenen Monaten mehrmals beschrieben (siehe hier und hier). Ihre Zuspitzung fanden die Dissonanzen im Januar: Da – so wird es jedenfalls von verschiedener Seite berichtet und von keiner Seite dementiert – musste FI-Geschäftsführer Franz-Theo Brockhoff angeblich beim DKB-„Chief Digital Officer“ Arnulf Keese regelrecht zum Rapport antreten.

Die nicht enden wollenden Probleme werfen indes auch die Frage auf, ob das Krisenmanagement der DKB über die vergangenen Monaten zu den richtigen Schlüssen gekommen ist – denn ihren Lauf nahmen die Probleme bereits vor knapp einem Jahr.

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