Kurz gebloggt

Hypoport und Flatex mutieren zu Corona-Gewinnern

9. Juni 2020

Von Christian Kirchner

Während die meisten Finanzwerte an der Börse noch ein gutes Stückchen des Weges zu gehen haben bis zu alten Hochs, haben zwei Aktien aus der zweiten Reihe ihre Prä-Corona-Hochs inzwischen nicht weniger als Rekordhochs erreicht: Und zwar das Ur-Fintech Hypoport und der Online-Broker Flatex. Am 3. Juni kostete eine Hypoport-Aktie 418 Euro (gestern: 402,50 Euro), nachdem das vorherige Rekordhoch vor Eskalation der Corona-Krise Mitte Februar noch bei 375 Euro lag. Hypoport profitiert dabei vor allem vom Wachstum seiner Kreditvermittlungsplattform Europace. Zeitweilige Befürchtungen, die Rezession könnte das Baufinanzierungsgeschäft in Deutschland lähmen erwiesen sich bislang als unbegründet.

Die Flatex-Aktie eilt nun ebenfalls von Rekordhoch zu Rekordhoch: 39,20 Euro kostete eine Aktie per Schlusskurs am Montag. Damit wurden die Mitte 2018 erreichten vorherigen Höchstkurse überlaufen. Grund hier: Flatex profitiert von den starken Handelsaktivitäten seiner Kunden aufgrund der Börsenvolatilität. Zugleich zeichnet sich durch die V-förmige Erholung an den Börsen auch ab, dass der Einbruch kaum Leute dauerhaft von einer Wertpapieranlage abschreckt oder die Depotvolumen schmälert, auf die Flatex inzwischen eine Bestandsprovision erhebt.

Zudem steht bei Flatex der Vollzug der Übernahme des Brokers Degiro über den Weg einer Sachkapitalerhöhung an. Geht alles glatt, kämen laut Mitteilung aus dem Dezember zu den Übernahmeplänen noch einmal zu den aktuell 19 Mio. Aktien weitere bis zu 7,5 Millionen Aktien hinzu. Die Marktkapitalisierung von Flatex (aktuell: 750 Mio. Euro) stiege dann bei aktuellen Kursen von gut 39 Euro auf über eine Milliarde Euro. Damit wäre Flatex in einer Liga an der Börse mit dem Gewerbeimmobilien-Finanzierer Aareal (1,2 Mrd. Euro Marktwert aktuell) und Deutsche Pfandbriefbank (1,1 Mrd. Euro).

Interessant ist indes bei Flatex wie bei Hypoport der Umgang der Insider mit der Lage: Die Flatex-„Insider“ kaufen weiter massiv eigene Aktien: So haben CEO Niehage, CFO Chahrour und sieben weitere „Insider“ nach Finanz-Szene.de-Addition in den letzten vier Wochen in 15 Transaktionen zwischen 30 und 40 Euro eigene Aktien für 1,4 Mio. Euro erworben. Den anderen Weg gingen übrigens die Hypoport-Vorstände: Dort liquidierten CEO Slabke und Vorstand Gawarecki im Mai Hypoport-Papiere für 16,5 Mio. Euro. Beide sind allerdings auch Großaktionäre und haben damit nur kleine Teile ihrer Bestände verkauft, CEO Slabke gehören rund 35%, Gawarecki 2% an Hypoport.

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