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Interhyp plant große Restrukturierung – rund 10% aller Stellen fallen weg

Als sich Interhyp im November 2022 von rund 100 Mitarbeitern trennte, kam der Schritt nicht wirklich überraschend. Ein paar Monate zuvor war der Markt für Baufinanzierungen gecrasht, eine rasche Erholung galt als ausgeschlossen, überall in der Branche taten sich Überkapazitäten auf. Dass da auch der im Endkundengeschäft größte deutsche Baufi-Vermittler irgendwann die Reißleine ziehen würde, hatte man erwartet.

Nun allerdings, rund dreieinhalb Jahre später: Plant Interhyp laut Informationen von Finanz-Szene die nächste einschneidende Restrukturierung – und auch wenn der Baufi-Markt immer noch nicht wieder boomt (kleine Ausreißer, siehe unten, bestätigen die Regel), kommt die Entscheidung diesmal dann doch etwas unvermittelter. Zumal diesmal sogar mehr Mitarbeiter betroffen sein sollen als noch 2022, nämlich etwa 160 (gemessen an rund 1.600 Beschäftigten insgesamt).

Ein Sprecher will die Zahl auf Anfrage nicht kommentieren, bestätigt aber, dass man „auf eine schlankere Organisation und kürzere Entscheidungswege“ setzen wolle – und dass in den kommenden Wochen auch „personelle Veränderungen auf freiwilliger Basis“ ein „Teil dieses Prozesses“ seien.

In Finanzkreisen heißt es, bei der aktuellen Maßnahme gehe es darum, die in den Boom-Jahren (also noch vor der Zinswende) entstandenen Strukturen grundsätzlich zu überarbeiten; schließlich sei Interhyp nach der Übernahme durch die ING Groep 2008 binnen zehn Jahren um mehr als 700 Mitarbeiter gewachsen. Betont wird, dass der Jobabbau über alle Hierarchien hinweg erfolge (bereits im Januar war der Vorstand von vier auf drei Mitglieder verkleinert worden); und betont wird auch, dass die Stellenstreichungen nichts mit dem angekündigten Rollout einer „Instant-Baufinanzierung“ zu tun hätten.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Interhyp einen Vorsteuergewinn von 23 Mio. Euro erzielt – verglichen mit bis zu 107 Mio. Euro zu Zeiten des Baufi-Booms.

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