Exklusiv

Magerkurth-Volksbank steigt bei Berliner Immo-Fintech ein

26. April 2022

Von Caspar Schlenk und Heinz-Roger Dohms

Die Mitteilung enthielt zwar eine sehr Zahl. Aber Ross und Reiter nannte sie nicht:

Nur wenige Tage nach Beginn der (übrigens an diesem Mittwoch endenden) Zeichnungsfrist beim Börsengang des Berlin Immo-Crowdinvesting-Portals “Engel & Völkers Digital Invest” sei “durch einen einzelnen institutionellen Investor eine Zeichnungsorder für rund 30% des angebotenen Aktienpakets veranlasst” worden. So teilte es die EV Digital Invest AG am Freitag mit.

Um wen es sich bei dem ungenannten “institutionellen Investor” handelt – das haben jetzt Finance Forward und Finanz-Szene herausgefunden. Das 30%-Paket landet nämlich bei der Vereinigten Volksbank Raiffeisenbank aus 64354 Reinheim am hessischen Odenwald. Wobei, bevor ein falscher Eindruck aufkommt, hinzugefügt werden muss: Das bei der Erstnotiz “angebotene Aktenpaket” entspricht lediglich 10% des gesamten Kapitals. Sprich: Die Odenwald-Volksbank wird keine 30% an dem Exporo-Herausforderer halten. Sondern erst einmal nur rund 3%, wie uns Ralf Magerkurth, der Vorstandschef der Vereinigten Volksbank Raiffeisenbank, gestern auf Anfrage bestätigte.

Spannend ist der Deal trotzdem. Zumal der Volksbank-Chef Magerkurth mit der Berliner Fintech-Szene schon seit längerem eng verbandelt ist. Ausgestattet mit einem ordentlichen Passivüberhang, investiert die Vereinigte Volksbank Raiffeisenbank über Fintechs wie Billie oder Banxware in Plattform-Kredite. Einer der Schwerpunkte dabei: BNPL (siehe unseren Podcast -> Der Volksbanker, der den Fintechs “Buy now, pay later” ermöglicht).

Das Investment in “Engel & Völkers Digital Invest” (Haupteigentümer des Crowd-Spezialisten ist übrigens, anders als der Name es suggeriert, das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin – und nicht der Hamburger Immobilienmakler Engel & Völkers, der bei dem Projekt eher Pate steht …) ist für Magerkurth eine natürliche Fortsetzung seiner übrigen Fintech-Engagements. Zumal seine Volksbank, so erklärte er es uns gestern am Telefon, in der Wohnbaufinanzierung auch stark mit Bauträgern kooperiere. In diesem Kontext sei man mit Engel & Völkers bzw. mit der “Engel & Völkers Digital Invest” schon häufiger in Berührung gekommen.

Bleibt nur noch abzuwarten, welches Fintech das nächste ist, mit dem die Vereinigten Volksbank Raiffeisenbank ins Geschäft kommt.

Der Volksbanker, der den Fintechs “Buy now, pay later” ermöglicht

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!