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Sparda: Aufbau des TEO-App-Projekts hat 63 Mio. Euro gekostet

Vor ein paar Jahren haben wir Ihnen mal vorgerechnet, dass die Jungs von N26 für den Aufbau einer Direktbank mit eigener IT-Infrastruktur, Bafin-Lizenz, damals 150 Mitarbeitern und damals rund 300.000 Kunden ziemlich exakt 24 Mio. Euro gebraucht haben (siehe hier, zweites Kapitel). Nun wollen wir Äpfel nicht mit Birnen vergleichen und den Aufbau einer Fintech-Bank nicht mit der Etablierung einer Banking-App smit Web-Interface – aber eine grobe Richtschnur stellen die 24 Mio. Euro vermutlich schon, wenn man sich vor Augen führt, dass die Stuttgarter Comeco GmbH (das ist die Betreibergesellschaft hinter der “TEO”-App der Sparda-Banken) in ihren Anfangsjahren 2018/2019/2020 auf einen Cashburn von insgesamt gut 63 Mio. Euro kommt, wie Finanz-Szene.de errechnet hat (10 Mio. Euro im ersten Jahr, 31 Mio. Euro im zweiten, 22 Mio. Euro im dritten).

Jenseits der Anlaufverluste auch nicht uninteressant: Obwohl die im Januar 2020 gelaunchte TEO-App zum Ende jenes Jahres bereits offiziell auf 235.000 Nutzer kam (im Jahresmittel dürften es also irgendwas zwischen 100k und 150k gewesen sein), hielten sich die erwirtschafteten Erträge noch in engen Grenzen. Provisionseinnahmen in Höhe von 778.000 Euro weist der dieser Tage veröffentlichte Jahresabschluss 2020 aus – also mutmaßlich irgendwas zwischen 5 Euro und 10 Euro je Nutzer. Und vielleicht noch ein dritter Datenpunkt aus dem Geschäftsbericht: Aufgrund des (siehe oben) sportlichen Kapitalverbrauchs, ging das Geld bei der Comeco GmbH Ende 2020 bereits zur Neige: Nur noch 2,5 Mio. Euro Eigenmittel wies die Bilanz auf.

Bei der Anfang 2021 abgeschlossenen Kapitalerhöhung (wie berichtet, beteiligten sich die “Süddeutsche Krankenversicherung” und die DEVK mit zusammen gut 11 Mio. Euro) handelte es sich also angesichts des Geldverbrauchs um eine schiere Notwendigkeit. Zitat aus dem Geschäftsbericht: Die Kapitalinjektion sei erfolgt, “um die Zahlungsfähigkeit und die Eigenmittelausstattung für das Geschäftsjahr 2021 sicherzustellen”. Die Comeco teilt auf Nachfrage mit, damit habe man “innerhalb der Planungen gelegen”.

Wie sich Kapital und Erträge im weiteren Jahresverlauf entwickelt haben, wollte ein Sprecher auf unsere Anfrage hin gestern nicht konkret beantworten. Nur so viel: Man sei “sehr zufrieden” mit dem Geschäftsverkauf und habe “den Großteil der selbstgesteckten Ziele erreicht bzw. übertroffen”.

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