Sparda München peitscht „TEO“-Zwangsnutzung durch

1. Februar 2021

Von Christian Kirchner

Die Sparda-Bank München will ihre Online-Kunden offenbar zur Nutzung der neuen „TEO“-App zwingen. Das geht aus Mitteilungen hervor, die Kunden in den vergangenen Tagen erhalten ab. „Wir schalten die bisherigen Anwendungen – SpardaApp und SpardaOnline-Banking – ab. Ihr persönliches Abschaltdatum ist der 16.02.2021“, heißt es in einem Finanz-Szene.de vorliegenden Schreiben. Die Formulierung „persönliches Abschaltdatum“ sowie der Umstand, dass noch nicht alle Kunden das Schreiben erhalten haben, deutet auf eine Staffelung der Abschaltung hin. Wer sich nicht für die neue App gesondert anmeldet, rutscht automatisch in das Kontomodell „Giro Klassik“ zu 4,90 Euro statt 1,90 Euro pro Monat und kann das alte Banking via App nicht länger nutzen.

Hinter der „TEO“-App steckt der von einem Konsortium von sieben Sparda-Banken getragene Stuttgarter Entwickler Comeco. Seit dem Launch der entsprechenden App vor genau einem Jahr steht diese im Kreuzfeuer massiver Nutzerkritik in den App-Stores von Google und Apple sowie auf Bewertungsportalen. Kunden beklagen Unübersichtlichkeit, unerwünschte Gutschein-Aktionen sowie Performance-Probleme beim Login sowie im Zahlungsverkehr, die Stiftung Warentest sieht Mängel im Datenschutz.

Insgesamt hinkt „TEO“ per Dezember rund 80% hinter den zum Start geplanten Nutzerzahlen hinterher (siehe auch unsere Analyse hier). Das liegt auch daran, dass der Kreis der „TEO“-Unterstützer seit Gründung der Comeco 2018 immer kleiner wurde. Zuletzt kündigte die Sparda Hessen an (siehe hier), den Parallelbetrieb der alten Sparda App sowie von „TEO“ mangels Kundeninteresse an TEO einzustellen. Lediglich die Sparda-Banken Baden-Württemberg, Nürnberg, Augsburg und eben München halten konsequent an „TEO“ fest.

Die Sparda-Bank München (letzter Stand: rund 320.000 Kunden) hatte die Zwangseinführung von „TEO“ für eigentlich schon für den Dezember geplant, den Schritt dann aber verschoben. „Nach zahlreichen Gesprächen mit Kunden und intensiven Testphasen haben wir uns entschieden, die Sparda-App dieses Jahr [nun doch] nicht abzuschalten“, hieß es seinerzeit. Und: „Wir arbeiten zur Zeit an der Verbesserung der Funktionalität [von „TEO“, d. Red.] , so dass Sie im ersten Quartal 2021 eine ausgereifte App haben, mit der Sie zufrieden sein werden.“

Was genau sich technisch verändert hat, bleibt unklar. Das bislang letzte Update erfolgte unseres Wissens nach am 3. Dezember. Eine Finanz-Szene.de Anfrage bei der Sparda München – auch nach der genauen Zahl der betroffenen Kunden – blieb bis zum späten Abend unbeantwortet.

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