Sparkassen kündigen Yomo-Kunden per Ende Oktober

28. August 2020

Von Christian Kirchner

Tod auf Raten bei Yomo: Laut mehreren Finanz-Szene.de vorliegenden Schreiben haben zumindest zwei Sparkassen in dieser Woche ihren verbliebenen Yomo-Kunden das Konto per Ende Oktober 2020 gekündigt. Dabei handelt es sich um die Sparkasse Paderborn und ein Kommunalinstitut im süddeutschen Raum. Unklar ist, ob die beiden (und womöglich ja auch noch weitere) Sparkassen eigenständig gehandelt haben –  oder ob nun sogar sämtliche verbliebenen Yomo-Institute den Kunden per Ende Oktober den Stecker ziehen. Bei der Sparkasse Paderborn war am Abend niemand mehr zu erreichen. Beim DSGV hieß es auf Anfrage: „Die Sparkassen entscheiden jeweils selbst, wie sie mit ihren Yomo-Konten verfahren.“

Tatsächlich hatten die Sparkassen bereits im Februar verkündet, ihre Pläne für ein einheitliches Yomo-Konto weitgehend aufzugeben. Seitdem ist es den einzelnen Instituten individuell überlassen, ob sie die bestehenden Kontoverbindungen weiterführen wollen oder nicht. Die letzten Neueröffnungen von Konten fanden im Mai statt. Seitdem konzentrieren sich der Sparkassen-Sektor auf die Idee, Yomo als reine App (also nicht mehr als eigenständiges Konto) und womöglich sogar unter neuem Namen an den Start zu bringen. Wie weit diese Pläne schon gediehen sind, ist allerdings unklar.

Yomo wurde ursprünglich als Gegenentwurf der deutschen Sparkassen zur Berliner Neobank N26 konzipiert. Aufgrund interner Querelen (es ging unter anderem um die Frage, ob mit dem Smartphone-Konto das Regionalprinzip verletzt wird …) verzögerte sich zunächst der Markstart. Doch auch danach startete Yomo nicht wirklich durch. Operativ erinnert die komplette Veranstaltung schon länger an ein Fiasko (siehe auch hier). Dennoch hielten hochrangige Sparkassenvertreter lange Zeit eisern an der Idee einer bundesweiten Yomo-Smartphone-Kontos fest (zur ausführlichen Chronologie der Ereignisse siehe hier).

Auch die Entwickler hinter der Yomo-App haben in der vergangenen Woche ein kleineres technisches Update erneut mit einem Kommentar versehen, der sich zwischen den Zeilen als Abschied deuten lassen könnte. Wörtlich heißt es dort:

„Wir werden die Erfahrung und die Ideen, die yomo ausmachen, vom yomo-Girokonto lösen und in Zukunft noch viel mehr Nutzern zugänglich machen. (…) Deine Sparkasse ist an deiner Seite und informiert Dich schon bald, wie es weitergeht und welche Möglichkeiten Du hast. Und wenn Du jetzt schon Fragen hast, wende dich einfach an das Institut, das dein Konto führt.“

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichte ein Nutzer am gestrigen Donnerstag die Antwort der Sparkasse Paderborn, laut der „alle Yomo Kontos in Deutschland nur noch bis 31.10. existieren werden“. Finanz-Szene.de konnte diese Aussage aber am späten Abend nicht mehr verifizieren. Der DSGV reagierte auf eine erneute Nachfrage nicht mehr, ob diese Aussage so zutreffend sei.

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