Exklusiv

Trotz Wachstums: DKB bereitet sich auf Abbau von Jobs vor

29. März 2021

Von Christian Kirchner

Die DKB bereitet sich trotz Wachstumskurs auf den Abbau von Arbeitsplätzen vor und leitet eine Transformation ein – entsprechende Hinweise hat Finanz-Szene.de im Konzernabschluss der BayernLB entdeckt, also der Mutter der Berliner Direktbank. Wörtlich ist in dem am Freitag online gestellten Bericht in Bezug auf die DKB von einem „Rückbau des Personalkörpers“ die Rede. Auch entsprechende Rückstellungen für „Transformations- und Restrukturierungs-Maßnahmen“ sind dem Abschluss zufolge bereits gebildet worden. Diese belaufen sich für die DKB auf 38 Mio. Euro.

Bei der Bilanz-PK der BayernLB am Freitag (der wir aus terminlichen Gründen leider nicht beiwohnen konnten) waren die umbaubedingten Stellenstreichungen allem Anschein nach kein Thema. Ein Sprecher der DKB erklärte, es handele sich „nicht um eine Sanierung oder Restrukturierung im klassischen Sinne“. Vielmehr benötige die DKB  „auf dem Weg zu einem Technologie-Unternehmen andere Profile und Kompetenzen als bisher“. Netto würden weiterhin Stellen aufgebaut, „allerdings dann mit veränderten Profilen“. Es gehe darum, alle MitarbeiterInnen möglichst mitzunehmen – und „jenen ein Angebot zu machen, die sich anders orientieren möchten.“

BayernLB stärkt die DKB mit zusätzlichem Eigenkapital

Der 2020er-Vorsteuergewinn der DKB ist ausweislich der BayernLB-Zahlen um 12% auf nur noch 264 Mio. Euro gesunken – was insofern erstaunt, als die Risikovorsorge im Vergleich zum Vorjahr trotz Corona nicht etwa gestiegen, sondern gesunken ist. Begründet wurde der neuerliche Rückgang unter anderem mit „strategischen Investitionen in Vertrieb und Digitalisierung“ – eine Standard-Formulierung, die die DKB seit einiger Zeit mantramäßig bemüht, um ihre im Vergleich zu früheren Jahren eher träge Ertragsentwicklung zu begründen. Das Kundenwachstum setzte sich derweil fort, allerdings bei weitem nicht so stark, wie es nötig wäre, um wie angestrebt bis 2024 auf 8 Mio. Kunden zu kommen. Konkret gewann die zweitgrößte deutsche Onlinebank netto 300.000 neue Neukunden und steht damit nun bei 4,6 Mio. Kunden.

Um das Ende 2019 ausgerufene Kundenziel organisch zu erreichen, bräuchte die DKB bis 2024 einen Nettozuwachs von knapp 900.000 Neukunden pro Jahr. Dass es den Berlinern mit dem aggressiven Wachstumsziel weiterhin ernst kein könnte, darauf deutet eine weitere Entdeckung hin, die Finanz-Szene.de im Abschluss der BayernLB gemacht hat. Dort heißt es wörtlich:

„Um zusätzlich die DKB für ihren strategischen Wachstumskurs [… ] zu  stärken, wurde 2020 eine Kapitalerhöhung von 200 Mio. Euro beschlossen und durchgeführt.“

Die DKB ist die einzige der klassischen Direktbanken, die noch explizit auf starkes Neukundenwachstum setzt. Insgesamt hat die BayernLB laut ihren Ende 2019 vorgestellten Plänen vor, rund 400 Millionen Euro in das Wachstum der DKB zu investieren.

Die DKB 2020 in Zahlen

in Mio. Euro 2019 2020 Veränderung
Zinsüberschuss 954 956 0%
Risikovorsorge im Kreditgeschäft -58 -44 – 24%
Provisionsüberschuss -2 12
Sonstige Ergebnisbestandteile 32 50 + 56%
Verwaltungsaufwand -577 -653 + 13%
Bankenabgabe/Einlagensicherung -47 -57 + 21%
Ergebnis vor Steuern 301 264 – 12%
Risikogewichtete Aktiva (RWA) 24.714 23.931 – 3%
Cost Income Ratio 59% 62% + 3%-Pkte.
Return on Equity 8,90% 7,60% – 1,3%-Pkte.

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