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Warum Banken bei Embedded Finance gerade umdenken

13. Juni 2022

Von Christian C. Waldheim*

Es ist noch nicht lange her, da war Embedded Finance für die Mehrheit der deutschen Banken kein Thema. Finanzdienstleistungen wie „Buy now, pay later“ in Produkte und Services von Nicht-Banken zu integrieren, spielte in ihren Überlegungen keine Rolle. Doch da junge Erwachsene den Weg zur Bank meiden und viele Filialen geschlossen werden, findet ein Umdenken statt, zeigt die Experten-Studie „Embedded Finance: now or never“. Für die Untersuchung haben wir von Credi2 zuletzt 120 Entscheider aus der deutschen Bankenbranche befragt. Zentrales Ergebnis: Zwei Drittel der Entscheider halten flexible Finanzierungsmöglichkeiten im Rahmen der Customer Journey heute für ein Geschäftsmodell, das zur Strategie ihres Instituts passt.

Die Mehrheit der Banken hat sich somit von der Vorstellung verabschiedet, Finanzdienstleistungen ausschließlich im traditionellen Bankenbereich verkaufen zu wollen. Mehr als die Hälfte der befragten Entscheider gesteht sich zudem ein, die Chancen von Embedded Finance lange nicht erkannt zu haben. Schon 2030 wird der Trend ein 7-Billionen-Dollar-Markt sein, sagt eine Studie des Berliner Cloud-Banking-Anbieters Mambu voraus. Doch lange überließen die Institute das „Buy now, pay later“-Geschäft vor allem Anbietern wie Klarna und Afterpay. Inzwischen sind neun von zehn Entscheidern der Meinung, dass sie schnell handeln müssen, um von dem boomenden Markt zu profitieren. Um die wichtige Schnittstelle zum Kunden nicht zu verlieren, sind sie bereit, mit ihren Angeboten dorthin zu gehen, wo vor allem auch die Generation Y und Z bezahlt. Als Teil ihrer Customer Journey im Handel wollen Banken für die junge Zielgruppe attraktiv werden.

Mit White-Label-Lösungen schnell am Markt

Aber haben die Institute überhaupt noch Chancen, sich im Embedded-Finance-Markt durchzusetzen? Die Antwort lautet ganz klar: ja. Als bekannte Brand mit umfangreichen Branchenkenntnissen und großer Reichweite können Banken immer noch eine führende Rolle einnehmen. Hinzu kommt, dass Banken als vertrauenswürdig gelten, ein Status, den sie sich zum Teil über mehrere Generationen aufgebaut haben. Der Markteintritt bringt ihnen deshalb nicht nur den Vorteil, mit modernen Finanzierungslösungen junge Kunden zu gewinnen – sondern: Durch die Akquise z.B. über BNPL-Produkte sparen sie auch Zeit und Geld. Knapp die Hälfte der Institute sieht zudem die Chance, von Cross-Selling-Potenzialen zu profitieren.

Bei der Umsetzung stehen viele Banken jedoch vor großen Herausforderungen. Zum einen fehlen ihnen Fachleute und IT-Kapazitäten, zum anderen mangelt es am Know-how in Bezug auf Embedded Finance. Zudem sind die Abläufe innerhalb der komplexen Organisationen oft langwierig. Das alles sind Gründe für das bisherige Zögern der Branche. 80% der Institute gehen deshalb davon aus, dass sie Partner brauchen, um zeitnah mit Lösungen an den Markt gehen zu können.

Die Studie zeigt, dass die Mehrheit der Entscheider White-Label-Lösungen für BNPL-Produkte favorisiert. Der Grund: Die Banken wollen für den Kunden sichtbar bleiben. Dabei arbeiten Fintechs und Banken heute Hand in Hand, um Kunden nicht nur schnell, sondern auch regulierungs-konforme, innovative Produkte anzubieten.


*Christian C. Waldheim ist Co-CEO von Credi2. Der Absatzfinanzierungs-Spezialist Credi2 gehört zu den „Premium-Partnern“ von Finanz-Szene.de. Mehr zu unserem Partner-Modell erfahren Sie hier 

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