Kurz gebloggt

Warum die ING Diba auch diesen Kunden-Protest einfach aussitzt

11. Februar 2021

Von Heinz-Roger Dohms

Heute keine große Recherche an dieser Stelle. Sondern ein kleines Lehrstück. Also: Die ING Diba hat mal wieder Ärger mit einem Teil ihrer Kundschaft, ähnlich wie damals beim Abschalten der HBCI-Schnittstelle …

Worum es diesmal geht? Um das mTan-Verfahren. Also um eine Prozedur, die anachronistisch anmutet –  aber von nicht wenigen klassischen Onlinebanking-Kunden immer noch geschätzt wird. Jedenfalls: Seitdem die ING Diba vor wenigen Tagen ankündigte, das mTan-Verfahren zum 1. April abzuschaffen, kommt es auf ihrer Website und auf ihren Social-Media-Präsenzen zu merklichen (wenn auch nicht ausufernden) Kunden-Protesten.

Tenor:

  • Das mTan-Verfahren hat doch bestens funktioniert.
  • Dem neuen, rein app-basierten Standardprozess traue ich nicht so richtig (zumal die ING keine separate Autorisierungs-App anbietet).
  • Und bei der alternativ angebotenen Photo-Tan ist mit das Gerät zu teuer.

Wie reagiert die größte deutsche Direktbank nun hierauf? Mit Aussitzen. Weil: Das mTan-Verfahren kostendeckend aufrechtzuerhalten, hieße, es zu bepreisen. Was dem Selbstverständnis der Oranje-Bank tendenziell widerspricht. Umgekehrt die Kunden bei Laune zu halten, würde indes bedeuten, die Kosten für die verschickten SMS weiterhin selbst zu tragen. Was dem Selbstverständnis offenbar noch viel mehr widerspricht. Also tut die ING, was ihrer Ansicht nach zu tun ist – nämlich nichts.

Denn, merke: Der Unmut wird vorüberziehen. Die Kostensenkung bleibt.

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