Dokumentation: Die (implizite, aber heftige) Kritik des DZ-Bank-Chefs an der Deutschen Bank

19. April 2018

Der scheidende Vorstandschef der DZ Bank, Wolfgang Kirsch, hat einen Auftritt gestern Abend in Ostwestfalen (also in der Heimat des neuen Deutsche-Bank-Chefs Sewing) genutzt, um eine „Bonus-Unkultur“ anzuprangern. Wir dokumentieren die entsprechende Passage (laut Manuskript):

[…] der ein oder andere von Ihnen wird sich bereits gedacht haben: „Wenn die Banker ein Kostenthema haben, sollen sie doch die ausufernden Boni lassen – Problem gelöst“

Ich werde Ihnen nicht widersprechen – nicht nur, weil wir in unserem Haus nur in sehr überschaubarem Rahmen Boni zahlen – und trotzdem erfolgreich im Markt sind.

Vielmehr, weil ich glaube, dass aus nachvollziehbaren Anreizen heraus vielerorts eine „Bonus-Unkultur“ entstanden ist, die jedes Verständnis von unternehmerischer Verantwortung pervertiert. Die Transformation von Egoismen in Unternehmenswohl und daraus entstehendes Gemeinwohl durch Boni funktioniert offensichtlich nicht.

Nun ist es nicht mein Stil und meine Art, Ratschläge zu geben.

Insofern gestatten Sie mir nur die Frage: Wie passt ein Bonus, der „gute“, ja überdurchschnittliche Leistung honorieren soll, zu unterdurchschnittlicher Performance? Zu ausfallenden Dividenden? Zu Kapitalerhöhungen? Zum Einspringen des Steuerzahlers?

Wenn der Bonus nur noch als Halteprämie funktioniert, sollte man nicht erstens die Motivation des Mitarbeiters hinterfragen und zweitens, ob das Geschäftsfeld noch tragfähig ist?

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