von Heinz-Roger Dohms, 25. Februar 2019
Die Krise bei der Fidor-Bank hat 2017 ungeahnte Ausmaße erreicht, wie aus dem Ende vergangener Woche im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Offenbar verspekulierten sich die Münchner mit Kreditengagements in Großbritannien dermaßen, dass sich der Vorsteuerverlust letztlich auf 110 Mio. Euro summierte. Damit wäre das Eigenkapital (das zum Jahreswechsel 2016/17 bei 52 Mio. Euro lag) geradezu pulverisiert worden, hätte die französische Fidor-Mutter BPCE nicht 90 Mio. Euro in die Rücklagen eingezahlt.
Dazu muss man wissen, dass die Franzosen die 2016 übernommene Fidor in ebenjenem Jahr schon einmal mit 42 Mio. Euro Eigenkapital gestärkt hatten. Und: Wie im Nachtragsbericht des 2017er-Abschlusses steht, wurde 2018 sogar noch eine weitere Kapitalerhöhung über 37 Mio. Euro fällig. Unterm Strich: Sicher besser, dass die Zeichen zwischen BPCE und Fidor bereits wieder auf Trennung stehen. Hier noch ein Blick auf die 2017er GuV (die das gesamte Desaster auf einen Blick widerspiegelt):
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