Kommentar: Hoffentlich weiß der neue Sparkassen-Präsident, wie recht er vermutlich hat

22. Februar 2018

Von Heinz-Roger Dohms

Bei Twitter entspann sich gestern tatsächlich ein Streit, ob man in Sachen Yomo von einem „Fiasko“ sprechen könne. Mit Verlaub: Wie soll man es denn sonst nennen, wenn ein technologisch eigentlich händelbares Projekt zweieinhalb Jahre nach dem Start noch immer in der Beta-Phase steckt, wenn sich zwei von zehn Sparkassen, darunter die größte, zumindest vorübergehend aus der Nummer verabschieden, wenn öffentliche Aussagen darauf schließen lassen, dass es hinter den Kulissen ordentlich gekracht haben muss? (Übrigens: Warum setzt die Frankfurter Sparkasse mit „1822Mobile“ eigentlich auf ein eigenes „Yomo“?). Und es ist ja nicht nur Yomo. Bei Paydirekt trugen die Sparkassen durch ihr anfängliches Zögern zu den heutigen Problemen bei, mit Kwitt machten sie wiederum Paydirekt (und damit sich selbst) Konkurrenz, und während die Deka für den Verbund den Robo-Advisor Bevestor aufbaut, legt sich die Haspa mit dem Bevestor-Konkurrenten Investify ins Bett. Zusammengefasst: Kann es sein, dass sich die analogen Strukturprobleme des Sparkassensektors in der digitalen Welt fortsetzen? Der neue DSGV-Chef Schleweis jedenfalls sagt heute Früh im „Handelsblatt“-Interview, die Strukturen der Gruppe seien „nicht zukunftsfähig“. Da hat er vermutlich Recht.

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