Exklusiv

Auch Sparkasse Köln-Bonn setzt auf Deposit Solutions

8. Juli 2020

Von Heinz-Roger Dohms

Der Hamburger Einlagenbroker Deposit Solutions hat binnen weniger Wochen die zweite große Sparkasse als Testkunden gewonnen. Nach Informationen von Finanz-Szene.de läuft bei der Sparkasse Köln-Bonn seit Mitte Juni ein Pilotprojekt unter dem Namen „Zinsnavi“. Es sieht vor, dass Kunden – zunächst nur in ausgewählten Filialen und unterstützt von ihrem  jeweiligen Berater – ihre Einlagen entweder zur Creditplus oder zur Deutschen Pfandbriefbank transferieren können. Einen beinahe identischen Testballon hatte im Mai die Hamburger Sparkasse für ihre Kunden steigen lassen. Dort trägt das entsprechende Tool allerdings nicht den Namen „Zinsnavi“, sondern es heißt „Zinslotse“. Auch bei der Haspa kommt die dahinter stehende Technologie von Deposit Solutions.

Die Beispiele aus Hamburg und Köln-Bonn legen nahe, dass das sogenannte Einlagen-Brokerage (sprich: die Hausbank ermöglichen es den Kunden, zumindest einen Teil ihrer Ersparnisse bei Instituten anzulegen, die höhere Zinsen zahlen) früherer oder später zu einem Standardangebot im deutschen Retail-Banking werden könnte. Vorreiter dieser Entwicklung war die Deutsche Bank, die bereits 2017, ebenfalls unterstützt von Deposit Solutions, ihr Einlagenportal „Zinsmarkt“ startete. Deposits einziger Konkurrent in diesem Feld ist das Berliner Finanz-Startup Raisin, das unlängst eine Kooperation mit der Sparkasse Vorpormmern schloss.

Zu den wichtigsten B2B-Partnern von Raisin gehören Hauck & Aufhäuser, die Commerzbank (allerdings nur im Firmenkunden-Bereich) sowie die PSD Bank Nürnberg und die Sparda-Bank Nürnberg; auch der größte deutsche Robo-Advisor Scalable Capital kooperiert mit Raisin. Deposit Solutions wiederum hat sich abgesehen von der Deutschen Bank vor allem in die Privat-Banking-Branche vorgekämpft (Merck Finck, M.M. Warburg); zudem hat das Hamburger Fintech gemeinsam mit der Münchner Hyp ein Zinsportal aufgesetzt, bei dem die Partnerbanken ausschließlich aus dem Genosektor kommen. Darüber hinaus beruht nach Finanz-Szene.de-Informationen auch der Zinsvergleich von Check24 auf dem Deposit-Tool.

Der markanteste Unterschied zwischen Raisin und Deposit Solutions: Während Deposit grundsätzlich auf einen Whitelabel-Ansatz setzt (siehe der „Zinsmarkt“ der Deutschen Bank), leiten die meisten Raisin-Partner ihre Kunden zur Raisin-Brand „Weltsparen“ durch (hier am Beispiel der Sparkasse Vorpommern, wie das Ganze aussieht). Allerdings hat der Berliner Einlagenbroker z.B. mit Liqid auch schon ein Whitelabel-Modell umgesetzt. Welcher der Ansätze sich letztlich durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.

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