Fintech-Snippets

Auxmoneys fetter Old-School-Deal. Und weitere Fintech-Schnipsel

1. Oktober 2021

Von Heinz-Roger Dohms

Kreditplattform Auxmoney legt die erste ABS-Verbriefung auf

Aus Kindern werden Leute, aus unseren Fintechs langsam, aber sicher richtige Finanzunternehmen. Sowohl was die Volumina, als auch, was die Geschäfte als solch angeht. Schönes Beispiel hierfür: der Düsseldorfer Kreditmarktplatz Auxmoney. Einst gestartet als „Peer to Peer“-Angebot (das Geld kam also von Privatpersonen, die es an andere Privatpersonen verleihen sollten), entdeckten bald die ersten institutionellen Investoren die Plattform. Etwa der niederländische Versicherer Aegon. Inzwischen aber: Wird über Auxmoney nicht mehr nur in Kredite investiert. Sondern: Jetzt wird das Ganze auch noch verbrieft. Und zwar beim diese Woche verkündeten Debüt in Form eines 250 Mio. Euro schweren ABS (das Kürzel steht bekanntlich für Asset-backed Security) und mithilfe des vor einigen Monaten bereits vorgestellten neuen Partners BNP Paribas. Der nämlich tritt als „alleiniger Arrangeur und Lead Manager“ auf, wie es in der zugehörigen Pressemitteilung heißt.

In kommunikativer Hinsicht interessant: Klassifiziert wird das Ganze als „Social Bond“ (selbstverständlich mit entsprechendem Zertifikat einer Branchenvereinigung), was so begründet wird, dass Auymoney auch Kunden adressiere, denen Zugang zu Bankkrediten fehle, zum Beispiel Azubis, befristet Beschäftigte, junge Menschen oder Migranten mit geringer Bonitätshistorie. Alles gut und schön und, wie gesagt, sehr erwachsen. Allerdings ist uns nicht ganz klar, wodurch sich ein „Social ABS“ dann noch von einem „Subprime ABS“ unterscheidet, mal abgesehen davon, dass es sehr viel besser klingt.

Weitere Fintech-Snippets aus den vergangenen Tagen

  • Die britische Challenger-Bank Starling strebt nach diversen Andeutungen, denen nichts folgte, nun tatsächlich auf den kontinentaleuropäischen (und damit wohl auch deutschen) Markt. Allerdings nicht als B2C-Anbieter (obwohl Starling ja aus der B2C-Ecke kommt). Sondern als Solarisbank-Verschnitt, wie die Kollegen von „Finance Forward“ herausgefunden haben. Im europäischen  Markenregister finde sich bereits ein erster Hinweis: Starling habe sich nämlich den Namen „Starling Bank as a Service“ gesichert.
  • Das als „Software as a Service“-Anbieter für Vermögensverwalter positionierte Görlitzer Fintech Niiio hat seinen „Gesamtleistung“ im ersten Halbjahr um 17,5% auf 1,5 Mio. Euro gesteigert – „unter Berücksichtigung  erwarteter Projektumsätze sowie der aktivierten Eigenleistung“, wie es in einer Mitteilung heißt. Wie hat der Opa früher doch immer gesagt? Was man nicht im Kopf hat, muss man in den Beinen haben. Übertragen auf Niiio (Umsatz im H1 auf Vorjahresniveau): Was man nicht „umsetzt“, muss man „erwarten“ und „aktivieren“.
  • Huch, was hat den dieser Tweet des Finanzministeriums zu bedeuten? Wir geben 1:1 wieder: Bei der letzten Sitzung des #FinTechRat/s bedankt sich Staatssekretär @joergkukies bei allen Mitgliedern für den wichtigen Austausch zwischen FinTechs und Verwaltung.“ Huch! Ist das die letzte Sitzung der Legislaturperiode? Oder die letzte Sitzung überhaupt? Eigentlich wäre es unsere journalistische Aufgabe gewesen nachzufragen. Wir haben uns aber nicht getraut.
  • Und eine kleine Prüfungsfrage für die Frankfurt-School-Studentinnen und -Studenten, die uns lesen: Nennen Sie drei Fintechs, die sich mehr oder weniger frontal gegen die Apobank in Stellung bringen (okay, wer nicht mal die Apobank kennt, hat’s jetzt natürlich schwer): 1.) Captiq; 2.) Cure Finance; und 3.) Das kann nur wissen, wer am Donnerstag mal bei Finance Forward auf die Seite gelugt hat (und zwar hier). Es gibt jetzt nämlich eine weitere Kreditplattform für Ärzte, sie heißt Fleming.  

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