Kurz gebloggt

Compeon versus Creditshelf – Kredit-Fintechs im Vergleich

20. Mai 2021

Von Heinz-Roger Dohms

Während sich die börsennotierte Frankfurter KMU-Kreditplattform Creditshelf alle paar Wochen mit frischen Zahlen meldet, gibt sich der mutmaßlich wichtigste Wettbewerber unter den Fintechs (nämlich Compeon) gern klandestin. Diese Woche allerdings haben die Düsseldorfer doch mal einen rausgehauen: „Compeon knackt 1,5 Mrd.- Euro-Marke“!!! (gemeint war das vermittelte Kreditvolumen seit Gründung bis einschließlich Q1 2021).

Nun wirft so eine aggregierte „All time“-Zahl natürlich erst einmal mehr Fragen auf als sie beantwortet. Zumal Compeon in dem Statement weder einen konkreten Wert für 2019 noch für 2020 nennt. Geht man allerdings mal ins Archiv und legt sämtliche Zahlen übereinander, die jemals zu Compeon öffentlich wurden, dann ergibt sich nach ein bisschen Hin- und Herrechnen folgende Datenreihe:

  • Bis einschließlich 2016 hat Compeon geschätzte 50-75 Mio. Euro vermittelt;
  • 2017 dürften es mutmaßlich 125-150 Mio. Euro gewesen sein
  • 2018 folgten grob veranschlagte 275-350 Mio. Euro
  • 2019 waren es etwa 450 Mio. Euro; und 2020 (Corona-Knick!) schließlich rund 400 Mio. Euro.
  • Plus: vermutete vielleicht 150 Mio. Euro im Q1 2021.
  • Fürs Gesamtjahr? Strebt Compeon der Mitteilung zufolge ein Volumen von 750 Mio. Euro an …

Das alles klingt sehr viel imposanter als bei Creditshelf, wo es im ersten Quartal exakt 37,6 Mio. Euro waren. Mit vier bis fünf multipliziert ergäbe das fürs Gesamtjahr nämlich gerade mal einen Wert von rund 170 Mio. Euro. Was es hierbei allerdings zu bedenken gibt: Bei Creditshelf bleiben (aus Gründen, die wir ein andermal näher beleuchten werden) aus 1 Euro „arrangiertem“ Kreditvolumen zwischen 4,5 Cent und 5,0 Cent hängen; bei Compeon dürften es eher 1,5 Cent bis 2,0 Cent sein. Sprich: Der vermeintlich satte Vorsprung von Compeon ist so satt gar nicht. Wer von den beiden KMU-Kredit-Fintechs langfristig das größere Potenzial besitzt, ist noch nicht ausgemacht.

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