Exklusiv

Crowd-Fintech Exporo heimst 16 Mio. Euro Funding ein

19. Januar 2021

Von Heinz-Roger Dohms

Die jüngste Serie an zweistelligen oder in einem Fall sogar dreistelligen Millionen-Fundings für deutsche Fintechs setzt sich fort: Nach Informationen von Finanz-Szene.de hat der Hamburger Immobilien-Finanzierungs-Spezialist Exporo von seinen Bestandsinvestoren weitere 16 Mio. Euro erhalten. Zwar fällt die Runde damit deutlich kleiner aus als noch im Sommer 2019, als die Hanseaten sogar 43 Mio. Euro einwarben. Angeblich soll die Bewertung aber unverändert geblieben sein. Demzufolge würde das 2014 gegründete Startup von seinen Investoren auch weiterhin mit rund 150 Mio. Euro taxiert. Ein Exporo-Sprecher wollte sich gestern Abend nicht offiziell zu den Finanz-Szene.de-Informationen äußern, kündigte aber für den heutigen Dienstag eine Pressemitteilung an.

Exporo betreibt eine Plattform, über die vornehmlich Kleinanleger per Crowd-Finanzierung in Immobilienprojekte investieren. Finanz-Szene.de hatte das Geschäftsmodell jüngst mehrmals kritisch hinterfragt und unter anderem auf wiederholte Verzögerungen bei Rückzahlungen an Schwarmanleger hingewiesen. Erst Ende Oktober rückte bei Exporo ein Co-CEO ein; Hermann Tange steht seitdem an der Seite des bisherigen Allein-CEOs Simon Brunke. Eigenen Angaben zufolge hat Exporo bis dato Finanzierungen im Umfang von gut 700 Mio. Euro vermittelt (siehe auch unsere jüngste Erhebung „So viele Kunden haben unsere Fintechs wirklich“). Damit sind die Hamburger der klare Marktführer für Schwarminvestments im deutschsprachigen Raum.

Dem Vernehmen nach plant Exporo mithilfe der Wachstumsfinanzierung unter anderem den Launch eines zusätzlichen digitalen Immobilien-Angebots. Dazu passt, dass sich das Fintech laut Markenregister jüngst die Rechte an einer entsprechenden Wortmarke („Propvest“) sicherte. Zu den Geldgebern von Exporo gehörten bei früheren Runden vor allem Venture-Capital-Spezialisten wie Partech, e.Ventures, Heartcore oder Holtzbrinck Ventures. Ob diese allesamt noch an Bord sind, ist unklar, weil Exporo als „AG“ seine Gesellschafter (anders als das bei einer GmbH der Fall ist) nicht offenlegen muss.

In den ersten beiden Januar-Wochen hatten bereits – hoffentlich haben wir jetzt keins vergessen – vier andere deutsche Fintech acht- oder gar neunstellige Finanzierungen erhalten, nämlich Mambu (110 Mio. Euro), Clark (60 Mio. Euro), Moss (21 Mio. Euro) und Quirion (13 Mio. Euro).

Mega-Funding: 43 Mio. Euro für Crowdinvesting-Fintech Exporo

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