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Das war diese Woche (sonst noch) in der Fintech-Branche los

19. Februar 2021

13.-19. Februar: Billie, Moneymeets, Fintecsystems, Credi2

  • Exklusiv: Eines der spannendsten deutschen Kredit-Fintechs, nämlich Billie, hat diese Woche seinen 2019er-Zahlen veröffentlich. Und bevor wir Billie-Gründer Christian Grobe gleich noch zu Wort kommen lassen, was denn im Corona-Jahr 2020 so los war, zeigen wir Ihnen erst einmal anhand der 2019er-GuV, wie rasant sich der Berliner Factoring-Spezialist vor der Pandemie entwickelt hatte …
in Mio. Euro 2019 2018
1. Zinserträge aus    
Kredit- und Geldmarktgeschäften 4,68 1,21
2. Zinsaufwendungen 0,85 0,3
3. Provisions-Aufwendungen 0,07 0,01
4. Sonstige betriebliche Erträge 0,06 0,04
5. Allgemeine Verwaltungs-Aufwendungen    
a) Personalaufwand    
aa) Löhne und Gehälter 3,72 1,85
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 0,74 0,34
b) Andere Verwaltungs-Aufwendungen 2,71 1,29
6. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 0,04 0,04
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 0,04 0,04
8. Abschreibungen und Wertberichtigungen im Kreditgeschäft 1,33 0,55
9. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit -4,78 -3,13
10. Jahresfehlbetrag -4,78 -3,13
11. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -4,93 -1,83
12. Bilanzverlust -9,73 -4,96
  • und 2020? Bis zum Beginn der Corona-Krise man sei Billie weiterhin stark gewachsen, alles nach Plan gelaufen, sagte uns Grobe gestern. „Der März war sogar der beste Monat in unserer Geschichte.“ In den folgenden Monaten sei das Geschäft jedoch um rund ein Drittel eingekracht – und zwar (in unseren eigenen Worten ausgedrückt) aus zwei Gründen: 1.) Von den Bestandskunden kam weniger Geschäft; 2.) Bei viele (potenziellen) Neukunden lehnte man die Finanzierungsanfragen aufgrund zu hoher Risiken lieber ab. Grobes Fazit: Das Risikomodell habe ich in der Krise bewährt, im November und Dezember sei Billie wieder stark gewachsen, in diesem Jahr wolle man an das starke Wachstum von 2019 anknüpfen.
  • Exklusiv: Das auf Bancassurance-Modelle spezialisierte Kölner Insurtech Moneymeets scheint im Sparkassen-Sektor einen zweiten Referenzkunden gewonnen zu haben, nämlich die Sparkasse Wuppertal, siehe unsere Sparkassen-Snippets aus dieser Woche
  • Und zwei deutsch-österreichische Kooperationen aus dieser Woche: Das Wiener Fintech Credi2 steht als B2B-Partner hinter „Finance A Bike“, einem neuen Angebot von VW Financial Services; und der deutsche API-Spezialist FintecSystems wagt sich als B2B-Partner des österreichischen Exporo-Pendants „Dagobertinvest“ in die Immo-Finanzierungs-Ecke

Und hier die älteren Fintech-Snippets:

  • Das auf Reisekosten-Abrechnungen und mittlerweile auch auf Spesenkosten-Abrechnungen spezialisierte Hamburger* Semi-Fintech Circula hat von Wenvest Capital und seinen Alt-Investoren Capnamic Ventures und Main Incubator (also vom Frühphasen-VC der Commerzbank) insgesamt 4,3 Mio. Euro erhalten, berichtete Gründerszene diese Woche. Bevor es zu Verwechslungen kommt: Circula ist nicht Circular. Letzteres ist das estnische (nicht: ethische) Finanz-Startup, in das besagter Main Incubator neulich erst investiert hatte.*

*Korrektur, Freitag 12. Februar, 10.10 Uhr: Oh Gott, was haben wir da für einen Schmarrn zusammengeschrieben letzte Nacht.  Also, Circula sitzt nicht in Hamburg, sondern in Berlin. Und Circular heißt gar nicht Circular, sondern ist ein „Circular Economy Startup“ namens „Fairown“, was wir (siehe weiter unten) vor 2-3 Wochen noch ziemlich korrekt auch so berichtet hatten. So weit ist es also schon gekommen. Die Finanz-Szene.de-Redaktion hauch ein peinlich berührtes „Sorry“. Und ein Dankeschön an den Leser B. für den Hinweis.

  • Die Allianz (bzw. deren Digital-Tochter Allianz X) tätigt auch weiterhin Fintech-Investments in Größenordnungen, die den deutschen Banken völlig fremd sind. Diese Woche ging es um: 34,5 Mio. Mio. Euro für Purpose Finance, ein kanadisches Startup, das eine digitale Plattform für Finanzberater entwickelt hat.
  • Ein weiteres hierzulande tätiges Business-Banking-Fintech setzt beim Tages- und Festgeld auf einer Kooperation mit dem Berliner Einlagen-Broker Raisin, nämlich Qonto (zur Erinnerung: Mit Penta war Raisin neulich ein ähnliches, wenn nicht sogar identisches Bündnis eingegangen).
  • Exklusiv –  Kapilendo schließt Büros in Frankfurt und München: Die Berliner Kapilendo AG machte in den zurückliegenden anderthalb Jahren einen fast schon überaktiven Eindruck. Der Kauf von Wevest im September 2019. Der damit verbundene Teil-Pivot zur KMU-Banking-Plattform. Die Partnerschaft mit Finleap im November 2019. Die „Ökosystem Liquidität“-Initiative im März 2020. Das 3-Mio.-Euro-Funding im April 2020. Das Varengold-KfW-Schnellkredit-Angebot im Sommer 2020. Der Start eines Krypto-Fonds im Januar … Bisweilen geht es dann aber auch mal einen Schritt zurück. So kündigte das Startup neulich (wir haben davon leider erst dieser Tage Wind bekommen …) eher kleinlaut im einem Schreiben an Geschäftspartner mit: Aus „strategischen Gründen“ haben man beschlossen, die Ressourcen wieder „zentral zu bündeln“ und die Standorte München und Frankfurt künftig „nicht mehr persönlich zu besetzen“.
  • Ein kurzer Blick in die dieser Tage veröffentlichten 2019er-Zahlen von Scalable Capital: Rauf ging es bei den Umsatzerlösen, um 35% auf 7,1 Mio. Euro – das allerdings bei einem Jahresfehlbetrag von 7,7 Mio. Euro, der den Konzernbilanzverlust auf 30,3 Mio. Euro anschwellen ließ. Und wie sah es bei Deutschlands führendem Robo Advisor mit den „Assets under Management“ aus? „Gegen Ende des Jahres erreichte das verwaltete Kundenvermögen erstmals die 2-Milliarden-Euro Marke“, heißt es in dem Bericht. Aber wie gesagt, das war Ende 2019. Dieser Tage. Aktuell dürfte Scalable Capital die 3-Mrd.-Euro-Marke durchstoßen haben …
  • Dass die Raisin Bank jetzt als hiesiger Servicing-Anbieter für das italienische Fintech Scalapay auftritt, werden viele von Ihnen mitbekommen haben, liebe Leserinnen und Leser. Uns sind die Berliner (die bekanntlich zu Raisin/Weltsparen gehören …) dieser Tage aber auch noch im einem leicht anderen Kontext untergekommen – allerdings erinnern wir partout nicht mehr, was es war (es war nichts, was sich eben mal googeln lässt). Jedenfalls, auch da dachten wir: Oh, das macht die Raisin Bank? Und ist die Raisin Bank jetzt die Solarisbank light?
  • Der erst vor zwei Jahren gegründete Stuttgarter KMU-Finanzierungs-Spezialist Finmatch (das müssten die sein, die zu GFT gehören oder wenigstens von GFT aufgebaut wurden, meiner wir zu erinnern) legt ein ordentliches Tempo vor und eröffnet bereits seinen vierten Standort. Auf Düsseldorf (im Oktober) und Frankfurt (im Januar) folgte Anfang Februar ein „neuer Standort in Koblenz“. Wobei das ein wenig geschummelt war, liebe Leute von Finmatch – ausweislich der Website sitzt der neue Kollege nämlich genau genommen in Andernach. Ein schönes Städtchen ein paar Kilometer nördlich, das sich nicht verstecken muss, es ist Heimat des größten deutschen Herstellers für Tischkicker sowie Geburtstort von Charles Bukowski (ja, des Charles Bukowski!) – aber es ist eben nicht Koblenz.
  • Das Berliner B2B-Fintech Finleap Connect hat diese Woche eine Partnerschaft mit dem italienischen Zahlungsdienstleister SIA verkündet. Es gehe darum, PSD2-konforme Lösungen „gegenseitig auf internationaler Ebene zu integrieren“
  • Das auch in Deutschland aktive französische Business-Banking-Fintech Qonto bietet seinen Kunden seit dieser Woche Apple Pay an (per Mail)
  • Das Berliner Bonitäts-Fintech Bonify hat einen Teil der Technologie des gescheiterten Check24-Herausforderers Joonko erworben. Konkret handelt es sich dabei um den digitalen Kreditantrag, wie das Unternehmen gegenüber „Finance Fwd“ verriet. Zum Kaufpreis wurde nichts bekannt
  • N26 hat dieser Tage diverse Updates in seine Apps und die Webversion integriert. Der Kollege von Mobiflip hat die Details
  • Das Berliner Business-Banking-Fintech Kontist und der deutsch-britische Mini-Terminal-Spezialist SumUp haben diese Woche eine Kooperation bekanntgegeben. So ganz sind wir aus der Pressemitteilung nicht schlau geworden, allerdings deuten wir das Ganze so, dass Kontist seine Kunden die Geräte von SumUp schmackhaft machen, und SumUp bei seiner Klientel umgekehrt für Kontist trommeln soll (per Mail)
  • Der Main Incubator, also der Frühphasen-VC der Commerzbank, hat wieder mal eines dieser mutmaßlich hoch sechsstelligen (oder niedrig siebenstelligen?) Investments getätigt, bei denen man nie so recht weiß, was man davon halten soll. Der Begünstigte diesmal: das (was es nicht alles gibt …) estnische“Circular Economy“-Startup Fairown Finance. Was das sein soll? Eine „Finanzierungsplattform für Abonnements und Zahlungsdienste“. Aha. (Mitteilung)
  • „Income“, eine estnische Peer-to-peer-Plattform für Konsumentenkredite, hat ihren Europa- (und also auch Deutschland-)Launch bekanntgegeben, wie uns eine eilfertige PR-Agentur wissen ließ. Für eine deutschsprachige Übersetzung der Website haben Zeit oder Geld allerdings noch nicht gereicht, so dass Income also einstweilen auf die englischsprachigen unter den kreditbenötigenden Konsumenten hierzulande zu setzen scheint. Viel Erfolg.

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