Kurz gebloggt

Der 2. Exit von Barzahlen. Doch was ist seit dem 1. Exit passiert?

22. August 2021

Von Heinz-Roger Dohms und Caspar Schlenk

Es war in gewisser Weise eine kontraintuitive Geschäftsidee: Während die meisten Payment-Startups auf den Megatrend „Digitales Bezahlen“ wetten, setz(t)en die Gründer von Barzahlen aufs Gegenteil, nämlich die „Cash in de Täsch“-Mentalität ihrer Landsleute. Zunächst gingen die Berliner mit einem Feature an den Markt, das es Verbrauchern ermöglichte, Online-Einkäufe an der Supermarkt-Kasse in bar zu bezahlen. Später folgte die (wirklichkeitsnähere) „Cashback“-Lösung, also das Geldabheben an der Kasse. Hier bei etablierte sich Barzahlen u.a. als Dienstleister von N26 …

… Vor zwei Jahren übernahm schließlich ein japanischer Cash-Spezialist namens Glory die Mehrheit an Barzahlen – und zwar zu einer Bewertung von 42,5 Mio. Euro, wie „Finance Forward“ damals berichtete. Und nun? Folgt, wie am Wochenende bekannt wurde, der Weiterverkauf an Paysafe, einen britischen Bezahldienstleister mit z.T. österreichischen Wurzeln.

Es ist ein solider Exit. Aber ist es auch mehr? Was auffällt, wenn man den „Glory-Deal“ aus 2019 und den „Paysafe-Deal“ von diesem Wochenende miteinander vergleicht:

  1. Inzwischen ist von 20.000 Handelsfilialen die Rede, in denen die „Cashback“-Lösung genutzt wird; das ist nicht so wahnsinnig viel mehr als die 16.000, die es vor zwei Jahren schon waren; auch die wichtigsten Partner (Rewe, Rossmann, dm) waren damals schon dabei
  2. Die Grenke Bank, die 2019 ihren 25%-Anteil an Barzahlen behalten hatte, diesen aber nun an Paysafe veräußert, redete gestern Früh in einer Ad-hoc von einem Erlös „im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich“.

Sind das 10 Mio. Euro? 15 Mio. Euro? Mehr? Die Formulierung deutet jedenfalls erst einmal nicht darauf hin, dass der Firmenwert seit dem ersten Teilverkauf explodiert ist.

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing

Tags