Exklusiv

Deutsche Börse steigt bei Fintech-Schmiede Finleap ein

3. April 2020

Von Heinz-Roger Dohms (Finanz-Szene.de) und Arnas Bräutigam (Startupdetector)

Die Fintech-Schmiede Finleap hat erstmals einen Dax-Konzern als Gesellschafter gewonnen. Nach Recherchen von „Startupdetector“ und Finanz-Szene.de hält die Deutsche Börse neuerdings  gut 3% an dem Berliner Unternehmen, aus dem in den vergangenen Jahren Finanz-Startups wie die Solarisbank, Joonko oder Elinvar hervorgegangen waren. Der Wert des Anteils dürfte im gehobenen einstelligen Millionenbereich liegen. Wie aus einem Handelsregister-Eintrag hervorgeht, erfolgte der Einstieg „gegen Bareinlagen“ – also in Cash.

Vermutlich ist der Einstieg des Frankfurter Börsenbetreibers bei dem Berliner Startup-Spezialisten in einem größeren Kontext zu sehen: Wie berichtet, hatte Finleap im vergangenen Jahr das Hamburger  API-Fintech Figo übernommen, um dieses mit Finreach Solutions und weiteren hauseigenen B2B-Aktivitäten zu verschmelzen. Aus dieser Kombination ist mittlerweile das „Alles aus einer Hand“-B2B-Fintech „Finleap Connect“ entstanden. Kerninvestor bei der alten Figo indes war die Deutsche Börse. Und die ist – wenn auch mit einem jetzt kleineren Anteil – auch bei der neuen „Finleap Connect“ als Gesellschafter an Bord.

Insofern: Da die Deutsche Börse nun also sowohl an Finleap als auch an der „Finleap Connect“ beteiligt ist, liegt der Verdacht nahe, dass die beiden Unternehmen eine umfassendere Partnerschaft anstreben. Was in dem Zusammenhang interessant ist: Die neue Phalanx „Deutsche Börse/Finleap“ könnten eng an den Vorstandschef des Frankfurter Börsenbetreibers, also an Theodor Weimer, geknüpft (von dem es ja überdies heißt, er könnte AR-Chef der Deutschen Bank werden, was in dem Zusammenhang ebenfalls spannend wäre …). Dazu muss man wissen:

Finleap war noch ein unbeschriebenes Blatt, da beteiligte sich die Hypo-Vereinsbank (damaliger CEO: Weimer) bereits an der Berliner Fintech-Schmiede. Wurde zwar nie öffentlich verkündet, lässt sich aber anhand des 2016er-HVB-Geschäftsberichts (PDF, S. 229) rückverfolgen. Bei diesem Engagement freilich blieb es nicht. Denn unter Weimers Führung investierte die Unicredit-Tochter auch in die von Finleap gegründete Solarisbank, zudem wurde ein Joint-Venture namens Moneymap aufgesetzt … bis … ja: bis Weimers Zeit in München endete und die HVB sämtliche Finleap-Investments rückabwickelte.

Und nun: Scheint aus der einstigen HVB-Weimer-Finleap-Connection urplötzlich eine Deutsche-Börsen-Weimer-Finleap-Connection geworden zu sein.

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