Snippets

Ex-ING-Diba-Chef Tellings macht jetzt in Fintech. Und weitere Personalien

Exklusiv: Ehemaliger ING-Diba-Chef Ben Tellings investiert in Berliner Jugend-Fintech

Wir haben in dieser Rubrik ja durchaus mal blinde Flecken: Zum einen bei den tüchtigen Finanz-Nachwuchskräften, die sicherlich noch Großes in dieser Branche leisten werden, aber eben gerade am Anfang stehen. Zum anderen bei denjenigen, die wir hier meist mit der Klausel “…, der in den Ruhestand geht” verabschieden (siehe unten) und dann aus den Augen verlieren – wobei das dem ein oder anderen vielleicht sogar ganz recht ist. Jedenfalls ist die heutige Geschichte eine gute Gelegenheit, uns da gleich in zweifacher Hinsicht zumindest ein bisschen zu rehabilitieren:

Denn hier geht es zunächst mal um Ben Tellings: Der war von 2003 bis 2010 Vorstandschef der ING-Diba (die allerdings erst 2004 während seiner Amtszeit zu diesem Markennamen kam) und dann bis 2016 ihr Aufsichtsratsvorsitzender. Und jetzt? Mutiert der Holländer mit 66 Jahren zum Fintech-Investor. Ziel seines Engagements als “Business Angel” (wie Startups ihre Einzelinvestoren so huldvoll bezeichnen) ist das Berliner Finanz-Startup Bling – hinter dem wiederum der 22-jährige Nils Feigenwinter steckt. Der Schweizer entwickelt seit 2021 eine Taschengeld-App mit angeschlossener Bezahlkarte für Jugendliche und machte im Frühjahr dieses Jahres das erste Mal von sich Reden, als neben dem Venture-Capital-Spezialisten La Famiglia auch die “Promi-Investorin” Verena Pausder als Kapitalgeberin bei ihm einstieg.

Wie aus der Fintech-Szene verlautet, soll sich Tellings Investment bei Bling wohl im mittleren sechsstelligen Bereich bewegen. Ansonsten ist über die Zahlen des selbsternannten “Family-Fintechs” noch nicht viel in Erfahrung zu bringen, außer dass es laut Feigenwinters Angaben über “tausende bezahlende Abonnenten” verfügt. Der gute Rat vom altgedienten Direktbanker soll offenbar auch dabei helfen, dass es mehr werden, denn „Tellings versteht die Massen-Zielgruppe”, erklärt Feigenwinter. Zu Tellings aktiver CEO-Zeit wuchs die Kundschaft der ING-Diba von einer Million auf sieben Millionen – man muss eben auch mal Groß denken.

––––––––––––––––––––

Weitere Personalien-Schnipsel der Woche:

  • Der frühere Commerzbank-Chef Martin Blessing übernimmt beim Heidelberger Zahlungsdienstleister Unzer (der ja bekanntlich Ärger mit der Bafin hat) den Vorsitz des neu geschaffenen Konzernbeirats, wie das “Handelsblatt” (Print, Freitagsausgabe) berichtet
  • Tobias Heilmaier verantwortet ab Dezember das Corporate Investment Banking der spanischen Großbank Santander in Deutschland. Bislang leitete er als Co-Chef das hiesige Investment Banking von J.P. Morgan.
  • Vorstandsnachfolge bei Sparkassen I: Die Sparkasse Oberpfalz-Nord hat das bisherige Vorstandsmitglied Hans-Jörg Schön als Nachfolger für ihren bisherigen Chef Ludwig Zitzmann auserkoren, der Ende des Jahres in Rente geht. Zusätzlich kommt Jens Michael Heine von der Sparkasse Mittelthüringen in den Vorstand bei den Oberpfälzern.
  • Vorstandsnachfolge bei Sparkassen II: Bei der Sparkasse Witten beerbt die bisherige Vize-Chefin Andrea Psarski Ende kommenden Jahres den aus dem Amt scheidenden Rolf Wagner.
  • Der einstige Postbank-IT-Vorstand Mario Daberkow verlässt seinen aktuellen Arbeitgeber Volkswagen Financial Services, wo er im Vorstand ebenfalls für IT und Prozesse zuständig war. Wie das Unternehmen mitteilte, hat sich Daberkow entschieden, seinen Vertrag nicht zu verlängern – er scheide Mitte nächsten Jahres aus.
  • Die Commerzbank will offenbar ihr Privat-Banking-Geschäft stärken – und beruft zu diesem Zwecke den bisherigen Niederlassungsleiter in Bonn, Stephan Plein, zum “Bereichsleiter Kundenmanagement” für das Private Banking in Süddeutschland.
  • Die Hamburger Neobank Tomorrow hat einen neuen Chef-Juristen und “Chief Compliance Officer” – und zwar Lorenz Wittjen, der zuletzt bei dem Münchner E-Commerce-Unternehmen Westwing arbeitete.
  • Das Berliner Fintech Ratepay verliert seinen Operations-Chef Philipp Schaaf, wie dieser diese Woche seinen Social-Media-Followern anvertraut hat. Zu seinem neuen Engagement äußerte es sich nur insoweit, als dass es in München ist.
  • Das Frankfurter Fintech ESG Book (das früher mal Arabesque hieß und die Helaba Digital zu seinen Kapitalgebern zählt) holt einen neuen Vertriebschef für den die DACH-Märkte, nämlich Christian Friedrich von der Rating-Agentur Scope.
  • Bei der KMU-Kreditplattform Compeon hat Daniel Sander als “Head of Partnermanagement” angeheuert, zuvor war er Direktor im Firmenkundengeschäft der Versicherungsgesellschaft Swiss Life Select in Hannover.
  • Das Münchner Investment-Fintech Scalable Capital schnappt sich die Ex-Kontist-Managerin Lea Beckmann. Bei der Berliner Neobank war sie für Partnerschaften verantwortlich, bei Scalable ist sie nun Operations-Teamleiterin für den Bereich “Wealth”.
  • Michael Pötscher, dermalseinst Marketing-Chef beim auch hierzulande ambitionierten Wiener Krypto-Fintech Bitpanda (welches er aber lange vor der Entlassungswelle im Frühjahr verlassen hatte), heuert beim britischen Zahlungsdienstleister Paysafe an.

Finanz-Szene geht ab Oktober hinter die Paywall ...

... Kommen Sie mit? Jetzt Premium-Abonnent werden und Frühbucher-Rabatt sichern. Als Monatsabo, Jahresabo – oder als Corporate-Abo für ausgewählte Mitarbeiter.

To top