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Fintech der Bundeskanzler-Neffen meldet Insolvenz an

Erst kürzlich legten Fabian und Jakob Scholz, ihres Zeichens die Neffen von Olaf Scholz, mit ihrer Hamburger Firma eine Kehrtwende hin: Nach der ETF-App Rubarb entwickelten sie das Krypto-Angebot Kudona. Doch schon Wochen später steckt das Unternehmen in der Krise. Nach Informationen von Finance Forward und Finanz-Szene hat Rubarb jetzt Insolvenz angemeldet.

Mit der ursprünglich von den beiden entwickelten App Rubarb konnten Anleger jeden Monat einen Geldbetrag in ETFs investieren. Rund 40.000 Nutzer verwendeten nach eigenen Angaben die App, nach Schätzungen des Analysetools Airnow Data wurde die App 165.000 Mal heruntergeladen. Große Einnahmen brachten die Funktionen bislang nicht, weil die Nutzung der App kostenlos war. Der Durchbruch gelang nicht – trotz des offensiven Einsatzes ihrer familiären Bande in der Vermarktung: „Startup der Scholz-Neffen: Rubarb revolutioniert Sparnation“ schrieb eine Agentur dereinst an verschiedene Medien. In Interviews ließ sich der Gründer auch zu Sätzen hinreißen wie: „Unser Onkel scheut offenbar den Aktienmarkt, sieht ihn wie viele andere als ‘böse’ an.“

Schon vor einigen Monaten schwenkten die Scholz-Brüder gemeinsam mit ihrem Mitgründer, dem CTO Kelvin Craig (der von der mittlerweile zu Raisin gehörenden Einlagen-Broker Deposit Solutions kommt), dann auf Krypto um. Sie entwickelten den Dienst Kudona, um Finanzprodukte aus dem Bereich „Decentralized Finance“ einfach zugänglich zu machen. In Zusammenarbeit mit Krypto-Verwahrer Fireblocks und dem Bankhaus Frick könne man Geld in verschiedene Kryptowährungen stecken, um so beispielsweise Erträge aus dem Staking zu erhalten (Finance Forward berichtete). Die beiden Brüder holten sich eine Lizenz in Litauen. Noch war der im Mai angekündigte Dienst nicht für alle Nutzer verfügbar.

Folgefinanzierung hat sich zerschlagen

Nur Wochen später steht Rubarb nun vor dem Aus. Nach Informationen von Finance Forward ließ sich kein neuer Geldgeber finden. Insgesamt rund 5 Mio. Euro sollen in das Unternehmen geflossen sein, beispielsweise von dem Wagniskapitalgeber First Momentum.

Aus dem Unternehmensumfeld heißt es, die Firma habe nun Insolvenz angemeldet. Fabian Scholz bestätigt das auf Anfrage von Finance Forward. „Das aktuelle Makro- und damit auch Fundraising-Umfeld ist extrem anspruchsvoll, umso mehr für einen Pivot hin zu Defi mitten im Kryptowinter“, sagt er. „Noch vor wenigen Wochen durften wir fest von einer Folgefinanzierung ausgehen, die sich nun aber aufgrund der vorgenannten Umstände zerschlagen hat.“ Für die Rubarb-Kunden bedeute das zunächst: „Die Kundengelder sind weiterhin sicher.“ Sie liegen in Depots im eigenen Namen jeden Kunden bei der Partnerbank, der DAB, wo sie erneut Sondervermögen sind.

Die plötzliche Schieflage soll auch Personen aus dem Umfeld der Firma überrascht haben. Noch kurz vor Ende sollen die Brüder versucht haben, Investoren zu finden. Das Fundingklima spielte ihnen dabei nicht in die Karten. Das Krypto-Startup Nuri steckt mit einem ähnlichen Produkt gerade in einer schweren Krise. Die Gelder von Nuri wurden über Celsius angelegt – ein Kryptoverleiher, der zurzeit keine Kundengelder mehr auszahlt. Mindestens 40 Mio. Euro Anlegervermögen soll betroffen sein. Eine Einlagensicherung gibt es nicht.

Wie es nun für die rund 30 Mitarbeiter und für die bestehenden Rubarb-Kunden weitergehen soll, ist noch unklar. „Wir glauben weiterhin fest an unser Team und unser Modell und sehen die Insolvenz daher als besondere Chance, gestärkt und restrukturiert daraus hervorgehen zu können“, so der Gründer. „Stand heute sind wir aber natürlich zunächst enttäuscht. Für unsere Mitarbeiter und Investoren tut es uns wahnsinnig Leid.“ Ein Insolvenzverwalter wird sich nun ein Bild von der Situation machen.

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