Fintech-Hammer: Funding Circle macht deutsches Büro dicht

12. März 2020

Von Heinz-Roger Dohms

Paukenschlag in der europäischen Fintech-Szene: Nach schweren Verlusten im abgelaufenen Geschäftsjahr macht der britische Kreditmarktplatz Funding Circle seine Berliner Dependance de facto dicht. In einer Mitteilung der deutschen Tochter am heutigen Donnerstag ist von einer „schrittweisen Verlagerung unseres Geschäfts nach London“ die Rede. Hiervon seien „alle Mitarbeiter in Berlin betroffen“. Die britische Mutter behalte aber eine „reduzierte Präsenz“ hierzulande.

Der radikale Schritt geht einher mit einer Abkehr vom bisherigen Geschäftsmodell als „Peer to Peer“-Marktplatz, über den private und institutionelle Investoren bislang in KMU-Kredite investieren konnten. Stattdessen heißt es in der heute Früh versandten Mitteilung:

„Nach über fünf Jahren im deutschen KMU-Kreditgeschäft konzentrieren wir uns ab heute auf ein reines Vermittlungsmodell von Kreditanfragen. Das heißt, Funding Circle Deutschland wird nicht mehr wie bisher direkt Kredite von Investoren an kleine und mittlere Unternehmen vermitteln. Stattdessen bieten wir Unternehmen ab heute den Zugang zu einem breiten Angebot an Finanzierungsprodukten, indem wir sie mit spezialisierten Anbietern zusammenbringen.“

Insgesamt sollen von den Maßnahmen an den Standorten Berlin und Amsterdam 125 Mitarbeiter betroffen sein.

Finanz-Szene.de hatte in den vergangenen Monaten wiederholt kritisch über den Geschäftsverlauf bei Funding Circle Deutschland berichtet, zum Beispiel in diesem Artikel hier von Mitte Juli:

Herber Wachstums-Knick bei deutscher Funding Circle

Die Funding-Circle Aktie, die noch Ende 2018 bei über 400 Pence je Aktie notierte, kostete nach einer Halbierung seit dem Herbst gestern noch 58 Pence.

Weitere Details zu dem Fintech-Hammer lesen Sie hier spätestens, wenn morgen Früh um kurz nach 5 Uhr unser nächster Finanz-Szene.de-Newsletter erscheint.

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