Kurz gebloggt

IPO? I wo. Kredit-Fintech Smava haut Bestandsinvestoren an

13. Dezember 2019

Von Heinz-Roger Dohms

Gab es nicht mal Zeiten, in denen Fintechs ihre Fundings mit stolzgeschwellter Brust hinaus in die Welt posaunten? Naja, bei der „Serie H“-Runde (also bei der, wenn man das Alphabet abzählt, mittlerweile wohl achten Finanzierung) macht man das offenbar eher nicht mehr – zumal nicht am Ende eines Jahres, an dessen Anfang es noch geheißen hatte, demnächst komme der große Börsengang.

Jedenfalls, auf den Punkt gebracht: Das Kredit-Vergleichsportal Smava hat die nächste Kapitalerhöhung durchgeführt. Diese Information haben Finanz-Szene.de und unser Recherchepartner „Startupdetector“ gestern dem Handelsregister entnommen, als erster draußen mit der Geschichte war am Abend Finance Forward. Wie immer, wenn wir irgendwas über Smava schreiben, mailten wir den CEO Herrn Artopé und den Pressesprecher Herrn Peters an (und sprachen den beiden auch auf die Mailbox), ob sie zu dem Thema mit uns reden wollen. Doch wie ebenfalls üblich, wollten beide offenbar nicht (jedenfalls kam nix zurück).

Schauen wir also, welche Informationen sich aus dem Handelsregister-Auszug saugen lassen:

  • Das Geld kommt im wesentlichen von den Bestandsinvestoren Earlybird, Verdane und Vitruvian
  • Das Stammkapital erhöhte sich um ziemlich exakt 8,3%
  • Wie viel Geld ins Unternehmen floss, lässt sich den Angaben nicht entnehmen
  • Finanz-Szene.de schätzt die letzte Bewertung von Smava auf rund 200 Mio. Euro (wobei dieser Schätzung diverse Annahmen zugrundeliegen, die weißgott nicht unbedingt alle stimmen müssen, siehe z.B. unsere Stücke „Hat auch Smava seine großen Funding-Runden mit „Secondaries“ aufgehübscht?“ und „Warum Smava mit seinem IPO nicht zu Potte kommt“)
  • Nimmt man an, dass die Bewertung in etwa gleich geblieben ist, dann wären jetzt Pi mal Daumen nochmal 15 bis 20 Mio. Euro in Smava geflossen. Muss natürlich nicht so sein. Aber mal als ganz grobe Orientierung. Aus dem Bauch heraus würden wir sagen, ein bisschen mehr (aber nicht viel mehr) kann’s schon gewesen sein.

Und was machen wir nun aus alldem? Keine Ahnung. Vor dem Hintergrund, dass die wackeren Kollegen von „deutsche-startups.de“ neulich behaupteten, die Smava-Zahlen im ersten Halbjahr seien „enttäuschend“ gewesen, und ebenfalls vor dem Hintergrund, dass Herr Artopé (also der, der nicht mit uns redet) jüngst gegenüber der FAZ seine Börsenpläne untermauert hat, ist allerdings folgende Vermutung zumindest nicht völlig abwegig: Die „Serie H“ ist als Brückenfinanzierung gedacht – in der Hoffnung, dass es mit dem IPO dann nächstes Jahr klappt.

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