Korrektur

Kreditech hat keine 40 Mio. Euro eingeheimst – sondern 33 Mio.

13. Februar 2020

Von Heinz-Roger Dohms, Finanz-Szene.de, und Arnas Bräutigam, Startupdetector.de

Korrektur: Anders als von uns heute Früh vermeldet, hat Kreditech seit seiner Schieflage keine 40 Mio. Euro eingesammelt – sondern nur 33 Mio. Euro. Bei der vermeintlichen jüngsten Kapitalerhöhung in Höhe von rund 7 Mio. Euro handelte es sich um eine im Handelsregister veröffentlichte Korrektur der vorherigen Erhöhung. Mit anderen Worten: Wir hatten die Runde irrtümlich doppelt gezählt. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen

Der Rest der Meldung (immerhin!) dürfte korrekt sei. Hier also der Rest unserer Meldung von heute Früh:

Kreditech – gegründet 2012 – hatte bis Ende 2017 fast 200 Mio. Euro verbrannt. Es schien, als sei die Idee, über das Internet hochverzinste Mikrokredite an eine zumindest teilweise bonitätsschwache Klientel zu vergeben, nicht profitabel umsetzbar. Bereits im Jahr der Schieflage verbessrten sich eine wichtige Kennziffern allerdings markant, wie aus dem kürzlich veröffentlichten Konzernabschluss für 2018 hervorging. So senkte das Hamburger Fintech seine einst turmhohen Kosten für die Kundenakquise um 83%. In der Folge ging auch der Cashburn deutlich zurück – nämlich um drei Viertel. Zugleich gelang es Kreditech, die Umsätze wenigsten einigermaßen stabil zu halten. Sie reduzierten sich nämlich gerade mal 21%. Das ergab immer noch Erlöse von 56 Mio. Euro – was zum Beispiel über den Erlösen von N26 im gleichen Jahr liegt. Möglich wurde das unter anderem dadurch, dass Kreditech seine Kredite jetzt stärker über Partner (sprich: Internethändler) vertreibt.

Für die neu entfachten Ambitionen spricht auch, dass Kreditech allein für die Hamburger Zentrale zuletzt zwölf Stellen ausgeschrieben hatte. Da das Startup hierzulande operativ nicht tätig ist und die deutschen Gründer längst für ein international besetztes Management-Team weichen mussten, hatte es Mutmaßungen gegeben, Kreditech könnte seinen Sitz vielleicht verlagern. Die Jobgesuche dürften diesen Spekulationen vorerst die Grundlage entziehen.

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