Wussten Sie schon?

Mega-Funding von N26 war nicht ganz so „mega“ wie gedacht

15. April 2020

Von Heinz-Roger Dohms

Wussten Sie schon … dass das Mega-Funding von N26 Anfang letzten Jahres zwar zweifelsohne „mega“ war, aber dann doch nicht ganz so „mega“, wie damals alle dachten (auch wir übrigens)?

Zur Erinnerung: Die Berliner Smartphone-Bank hatte seinerzeit eine Finanzierungsrunde in Höhe von 260 Mio. Euro publik gemacht (in der Original-Mitteilung wurden damals 300 Mio. Dollar genannt, gegenüber deutschen Medien war gemäß Wechselkurs von 260 Mio. Euro die Rede) – das bis heute mit weitem Abstand höchste Funding eines deutschen Fintechs überhaupt. Indes: So ganz stimmt die damals kommunizierte Summe nicht. Denn wie Finanz-Szene.de dieser Tage eher durch Zufall feststellte (eigentlich recherchierten wir in anderer Sache), findet sich im sog. „Nachtragsbericht“ des 2018er-Abschlusses von N26 folgender Hinweis: „Bis zur Aufstellung dieses Jahresabschlusses wurde eine Finanzierungsrunde in Höhe von EUR 230 Mio. abgeschlossen.“

Also: 230 Mio. Euro. Und nicht: 260 Mio. Euro.

Tatsächlich bestätigt N26 auf Nachfrage: „Der für die Series D mitgeteilte Gesamtumfang (260 Mio. EUR) umfasst sowohl Primary- als auch Secondary-Komponenten. Die 230 Mio. EUR im Nachtragsbericht spiegeln die Primary-Komponente wider.“ Auf Deutsch: 30 Mio. Euro flossen nicht ins Unternehmen, sondern an Altinvestoren.

Nun wollen wir nicht die alte Debatte befeuern, ob „Secondaries“ zu einer Finanzierungsrunde dazugehören oder nicht (aus unserer Sicht ist das nicht der Fall, da „Secondaries“ keine Stärkung des Eigenkapitals zur Folge haben, siehe auch unsere diesbezüglichen Recherchen zu Deposit Solutions und Smava letztes Jahr). Und: Wir wollen auch nicht behaupten, dass es aus heutiger Perspektive den ganz, ganz großen Unterschied macht, ob N26 damals 230 Mio. Euro oder 260 Mio. Euro einwarb.

Sondern: Betrachten Sie diesen Artikel hier einfach als einen weiteren unserer vielen kleinen Beiträge zur korrekten Fintech-Geschichtsschreibung.

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