Exklusiv

Moneyfarm zieht sich aus Deutschland zurück

16. November 2020

Von Heinz-Roger Dohms

Der von der Allianz gepushte britische Robo-Advisor Moneyfarm zieht sich nach Informationen von Finanz-Szene.de aus dem deutschen Markt zurück. Das geht aus einem Schreiben hervor, dass hiesigen Kunden heute Vormittag zugestellt wurde. Dort heißt es:

„Liebe/R Frau/Herr …, das Jahr 2020 war ein ereignisreiches Jahr und hat besonders für junge Unternehmen eine sehr herausfordernde Zeit dargestellt. Auch wir haben uns in dieser Zeit neu aufgestellt und es tut uns leid, Ihnen hiermit mitteilen zu müssen, dass Moneyfarm sich in naher Zukunft vom deutschen Markt zurückziehen wird, um sich auf seine Kernmärkte Italien und Großbritannien zu fokussieren.“

Nach Finanz-Szene.de-Informationen gibt es einen Deal zwischen Moneyfarm und Fidelity: So sollen die hiesigen Moneyfarm-Kunden an den neuen „Fidelity Wealth Expert“ genannten Robo Advisor der Fondsgesellschaft Fidelity International weitergeleitet werden.

Ein Sprecher von Allianz Global Investors – dem Fondspartner von Moneyfarm – bestätigte auf Nachfrage den Rückzug und den Übertrag auf Fidelity. „Für seine deutschen Kunden hat MoneyFarm gemeinsam mit der Fidelity Group und ihrer Partnerbank FFB (FIL Fondsbank), die bisher schon als Depotbank in Deutschland fungierte, ein gutes alternatives Angebot erstellt, das einen reibungslosen Übergang für die Kunden gewährleistet.“

Der Rückzug aus dem deutschen B2C-Markt ändere gleichwohl nichts am Engagement der Allianz bei Moneyfarm. „Allianz unterstützt die Entscheidung von MoneyFarm voll und ganz. Wir beurteilen die Aussichten für die beiden Kernmärkte von MoneyFarm weiter positiv. Allianz Asset Management bleibt weiterhin ein wichtiger Anteilseigner von MoneyFarm und wird seine Beteiligung an MoneyFarm Ltd. nicht ändern“, so der Sprecher weiter.

Moneyfarm betrat den deutschen Markt zunächst indirekt mit dem Zusammenschluss mit Vaamo, einem der Robo-Pioniere in Deutschland, im Jahr 2018. Offizieller Marktstart des Vaamo-Angebots war dann nach einer Soft-Launch-Phase im September 2019.

Die Muttergesellschaft Moneyfarm hatte erst vor zwei Monaten zugeben müssen, das Ziel der Profitabilität im Jahr 2019 verfehlt zu haben – und auch 2020 weiter Verluste zu schreiben. Letztlich standen 2019 drei Mio. Euro Ertrag 15 Mio. Euro operative Verluste gegenüber bei konzernweit 45.000 Kunden. Im Februar hatte man bereits bekannt gegeben, die Marke von einer Mrd. Euro im verwalteten Vermögen überschritten zu haben.

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