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N26 dreht am Preis: Höhere Gebühren, weniger Abhebungen

2. März 2020

Von Christian Kirchner

N26 erhöht die Gebühren für diverse Bankdienstleistungen und kürzt die Vergünstigungen für junge Kunden bei Abhebungen. Das geht aus dem neuen Preis- und Leistungsverzeichnung hervor, das die Neobank auf seiner Internetseite veröffentlicht hat und das ab 10. Mai gelten soll. Demnach haben Kunden unter 26 Jahren künftig nur noch drei statt wie bisher fünf kostenlose Abhebungen pro Monat an Automaten zur Verfügung, falls sie in zwei aufeinanderfolgenden Monaten jeweils nicht mehr als 1.000 Euro auf ihr N26 Konto eingezahlt haben

Ferner streicht das Milliarden-Fintech für alle Kunden die 100 Euro Freibetrag für Cash-Einzahlungen. Stattdessen greift der Provisionssatz von 1,5% bereits ab dem ersten Euro. Zudem verteuert sich die Bestellung von Ersatzkarten und deren Expressversand zwischen 45% und 65%. Neu ist auch eine sogenannte „Glücksspiel-Gebühr“ für Mastercard-Transaktionen in Casinos, bei Lotterien und in Wettbüros. Diese beträgt pauschal 3% des Umsatzes.

Hier die wichtigsten Änderungen in der Übersicht:

aktuell ab 10.05.2020
Für N26 Metal Kunden 5x/Monat kostenlos, dann 2€/Abhebung 8x/Monat kostenlos, dann 2€/Abhebung
Kunden unter 26 5 Abhebungen immer kostenlos 3 Abhebungen kostenlos *
Einzahlungen N26 Cash 100€ Freibetrag, dann 1,5% 1,5% des Betrags
Bestellung Ersatzkarte 6 € 10 €
Expressversand Ersatzkarte 19 € 30 €
Expressversand N26 Metal 45 € 65 €
Gebühr Lotto/Glücksspiel-Transaktionen 0% 3%

* 5 Abhebungen, wenn N26 Hauptkonto ist mit 2x > 1.000 Euro Geldeingang

Eine Verbesserung gibt es für die Premium-Kunden, die das Kontomodell „N26 Metal“ für 16,90 Euro/Monat gewählt haben: diese erhalten künftig acht statt bisher fünf Abhebungen kostenlos pro Monat bei Dispositionen in Euro am Geldautomaten.

Die Änderungen sind zwar nicht der große Wurf für die Erträge, da die Gebühren für die Kontomodelle unangetastet bleiben. Spannend ist indes die kleine Kürzung der kostenlosen Abhebungen an Automaten für Kunden unter 26 Jahren von fünf auf drei pro Monat. Mit diesem Schritt will die Smartphone-Bank offenbar auch jüngere Kunden in kostenpflichtige Modelle oder der Nutzung von N26 als Hauptkonto heranführen. Als „Hauptkonto“ gilt die Verbindung dann wenn in zwei aufeinanderfolgenden Monaten jeweils mehr als 1.000 Euro auf das N26 Konto eingezahlt oder darauf überwiesen wurde. N26 bestätigte auf Nachfrage die Änderungen.

Ähnliche Schritte haben in den vergangenen Monaten auch andere Institute vollzogen, um die Kunden enger an sich zu binden und dazu zu bewegen, eine Hauptkontoverbindung mit dem eigenen Haus einzugehen, anstatt lediglich ein weiteres (teils kostenloses) Zahlungskonto samt Debitkarte zu unterhalten: Die ING führt eine Kontoführungsgebühr ein für alle Kunden, die nicht wenigstens 700 Euro Geldeingang pro Monat haben, und die Commerzbank zahlt über das Vermittlerportal Check24 besonders hohe Prämien, wenn Neukunden mit dem Wechsel auch ihre alte Kontoverbindung kündigen.

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