Nur noch B2B: Spotcap verkauft Kreditgeschäft an Ferratum

19. Oktober 2020

Von Heinz-Roger Dohms

Das Berliner Fintech Spotcap verkauft sein verbliebenes Kreditgeschäft an den finnischen Konkurrenten Ferratum, wie aus einer am Vormittag veröffentlichten Mitteilung hervorgeht. Stattdessen will sich Spotcap nun auf sein „Lending as a Service“ genanntes B2B-Geschäft konzentrieren. In diesem Bereich hatten die Berliner zuletzt erste zarte Erfolge gefeiert. So kommt die Whitelabel-Plattform von Spotcap laut früheren Pressemitteilungen bereits seit 2018  bei der österreichischen Bawag sowie seit einigen Monaten auch bei der schweizerischen Cembra Money Bank zum Einsatz. Laut Spotcap-CEO Jens Woloszczak machte das B2B-Geschäft zuletzt „bereits mehr als 50% der Erträge aus“.

Spotcap war 2014 von Rocket Internet gegründet worden und hat nach eigenen Angaben bislang SME-Kredite im Umfang von gut 450 Mio. Euro vergeben. Für Aufsehen hatte Anfang 2016 der Einstieg des hierzulande auch anderweitig engagierten russischen Fintech-Investors Oleg Boyko gesorgt. Danach wurde es ruhiger um Spotcap. Laut dem soeben im Bundesanzeiger veröffentlichten 2019-Geschäftsbericht belief sich der Cashburn der Berliner „Spotcap Global Services GmbH“ zuletzt auf aggregiert gut 21 Mio. Euro. Dahinter steht noch eine luxemburgische Gesellschaft, in die wir allerdings keinen Einblick haben. Hatten ein Jahr zuvor noch 67 Mitarbeiter für die „Global Services“ gearbeitet, waren es 2018 im Schnitt nur noch 55.

Das australische Endkundengeschäft hatte Spotcap schon letztes Jahr abgestoßen. In UK  wurde mit Verweis auf die Corona-Krise zuletzt kein Neugeschäft mehr betrieben, auch das spanische Geschäft ist weitgehend runtergefahren, sodass von den ursprünglichen Kernmärkten nur noch die Niederlande übrig blieben – die eben jetzt an Ferratum gehen (bzw. an Ferratums SME-Marke „CapitalBox“).

Der Spotcap-Ferratum-Deal ist ein weiterer Beleg, dass die hiesige Fintech-Branche zumindest im Kreditbereich in der Corona-Krise ordentlich durchgerüttelt wird. Zur Erinnerung:

… und nicht zu vergessen: Schon vor der Krise war das Finleap-Venture Valendo beim Frankfurter Wettbewerber Creditshelf untergeschlüpft.

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