Exklusiv

Rätselraten um Kapitalerhöhung bei Factoring-Fintech Finiata

21. September 2020

Von Heinz-Roger Dohms

Beim Berliner Factoring-Fintech Finiata sind bei einer jüngst abgeschlossenen Kapitalerhöhung die bisherigen Anteile kräftig verwässert worden. Wie sich dem Handelsregister entnehmen lässt, verdreifachte sich das Stammkapital bei der Aufstockung von rund 90.000 Euro auf rund 276.000 Euro. Wie viel Geld bei der Kapitalerhöhung tatsächlich floss und wer die Zeichner sind, blieb zunächst unklar. Wie sich dem neu gefassten Gesellschaftsvertrag entnehmen lässt, darf die Geschäftsführung das Stammkapital binnen der nächsten fünf Jahre zudem um weitere knapp 108.000 Euro erhöhen.

Bei Finiata war am Montagmorgen niemand telefonisch zu erreichen. Moritz Förster von der Agentur Openers (die zumindest im Juli noch als offizielle PR-Agentur von Finiata auftrat) ging weder am Sonntag noch am Montag an sein Handy und reagierte nicht auf eine E-Mail-Anfrage.* Auch der Versuch, über die private E-Mail-Adresse Kontakt zu Geschäftsführer Jan Enno Einfeld aufzunehmen, scheiterte.

Finiata war 2016 mit großen Hoffnungen an den Start gegangen und sammelte relativ früh die stattliche Summe von rund 20 Mio. Euro Eigenkapital ein. Anfang vergangenen Jahres gab es ein weiteres, allerdings sehr überschaubares Funding in Form einer 2 Mio. Euro schweren Wandelanleihe, wie „Gründerszene“ und Finanz-Szene.de damals berichteten. Ob die jetzt dem Handelsregister zu entnehmende Kapitalerhöhung damit in Verbindung steht, wissen wir nicht.

Gegründet wurde Finiata vom einstigen Fintech-Star Sebastian Diemer, dessen erste Finanz-Startup Kreditech (das inzwischen Monedo heißt) kürzlich pleitegegangen war. Im März dieses Jahre hatte Finiata mitgeteilt, das Neugeschäft in Deutschland einzustellen und sich stattdessen auf den polnischen Markt zu konzentrieren. Im Juli kam dann allerdings noch mal eine Mail vom (damaligen?) PR-Mann Förster, in der eine Rückkehr auf den Heimatmarkt angedeutet wurde.


*Ergänzung, 11.54 Uhr: Nach Veröffentlichung des Artikels schrieb uns die PR-Agentur Openers eine Mail, in der es hieß, Finiata kommentiere keine „Gerüchte bezüglich einer Kapitalerhöhung“. Wir sahen davon ab, die PR-Agentur Openers darauf hinzuweisen, dass es nicht um ein „Gerücht“ und auch nicht um „Gerüchte“ geht, sondern um einen öffentlich einsehbaren Handelsregisterauszug, in dem es wörtlich heißt, das „Stammkapital“ sei „erhöht“ worden.

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