Aus der Szene

Wie ein Berliner Fintech die eigene Funding-News recycelte

Heinz-Roger Dohms

Dass die Gründer des Berliner Kredit-Fintechs Recap kleine Schlawiner sind, wusste man ja schon. So hatten Jonas Tebbe und Paul Becker im Dezember „eine der größten Seed-Finanzierungsrunden unter europäischen Fintechs“ verkündet, satte 100 Mio. Euro. In Wirklichkeit? Flossen lediglich 10 Mio. Euro ins Unternehmen. Bei den restlichen 90 Mio. Euro handelte es sich um in Aussicht gestelltes Fremdkapital für die von Recap betriebene Kreditplattform.

Gestern nun haben Tebbe und Becker noch eins draufgesetzt. Da nämlich veröffentlichte eine namhafte deutsche Wirtschaftszeitung die Geschichte „Silicon Valley Bank gibt Berliner Plattform Recap 100-Millionen-Dollar-Kreditrahmen“. Tenor: Mit diesem Geld könne das Fintech jetzt „sein Geschäft deutlich ausweiten“.

Die Wirklichkeit diesmal? Auf Nachfrage unseres Finance-Forward-Kollegen Caspar Schlenk stellte sich heraus: Mit „Ausweiten“ ist da gar nix. Denn die vermeintlichen 100 Mio. Dollar sind nichts anderes als die im Dezember schon einmal verkündeten 90 Mio. Euro. Sprich: Mangels neuer Erfolgsmeldungen tischten die Recap-Filous ihre sechs Monate alte Story einfach noch mal auf.

Wie viel von den 90 Mio. Euro alias 100 Mio. Dollar wirklich schon geflossen ist, bleibt übrigens diffus. Von einem „zweistelligen Millionenbetrag“ ist vage die Rede. Großer Rahmen. Kleines Bild.

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