Exklusiv

Revolut findet Deutschland-Chef und bläst zum Angriff auf N26

15. März 2022

Von John Hunter

Er trete an, „um​ ​die​ ​Party​ ​der​ ​traditionellen​ ​deutschen​ ​Banken​ ​zu beenden“, hat Revolut-Gründer Nikolay Storonsky mal gesagt. Das war vor fünf Jahren.

Danach? Ist lange Zeit nichts passiert. Die Kundenzahl dümpelte noch Ende 2020 bei rund 300.000 Nutzern; das Produkt war mehr Karte als Bank; die notorisch erfolglose Suche nach einem “Country Manager Germany” wurde zum Running Gag; und der heimische Platzhirsch N26 schien weit, weit enteilt.

Seit einigen Monaten jedoch verdichten sich die Anzeichen, dass Revolut es doch noch einmal versuchen will im hiesigen Markt. Während N26 unter dem von der Bafin verordneten Neukunden-Limit leidet, hat sich der britische Erzrivale eine (passportierbare, litauische) Vollbanklizenz besorgt, um mit erweiterter Produktpalette und höherem Marketing-Budget auf Offensive umzuschalten. Eine erste Erfolgsmeldung kam Mitte Januar. Da knackten die Briten immerhin schon mal die 500.000-Kunden-Grenze. Und nun? Scheint endlich, endlich ein Deutschland-Chef gefunden.

Sein Name: Wiktor Stopa. Sein bisheriger Arbeitgeber: das Versicherungs-Startup Clark. Er hat dort das Offline-Marketing geleitet, für Revolut soll er nun das weitere Wachstum vorantreiben.

Hintergrund: Revolut hatte tatsächlich schon mal einen DACH-Chef, 2017 war das, er hieß Claudio Wilhelmer, blieb allerdings nur einige Monate. Die Suche nach einem Nachfolger gestaltete sich erfolglos, stattdessen verantwortete Benelux-Chef Georges Nilles das Deutschland-Geschäft nebenher. Stopa firmiert nun als „Head of Growth DACH“, um die übliche Bezeichnung „Country Manager“ macht Revolut noch einen Bogen.

Das könnte darauf hindeuten, dass oberhalb von Stopa doch noch mal ein namhafterer Manager angesiedelt wird. Ausgemacht sei das aber keineswegs, heißt es aus dem Umfeld. Fürs erste jedenfalls darf man sich seine Rolle wie die eines Primus inter pares vorstellen. Stopa zur Seite steht beispielsweise: Christoph Kuban, ehemaliger Ferratum-Manager, der vor einigen Wochen als „Head of Lending Germany“ bei Revolut einstieg – und der nun Entwicklung von Banking- und Kreditprodukten vorantreiben soll.

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