Exklusiv

Schweden-Fintech strebt mit 30-Mio.-Funding nach Deutschland

14. Mai 2020

Von Heinz-Roger Dohms

Wussten Sie schon, dass das nächste ausländische Promi-Fintech den deutschen Markt in Angriff nimmt? Nämlich: Anyfin, ein schwedisches Finanz-Startup, das Verbrauchern über eine digitale Kreditplattform (preiswerte) Umschuldungen anbieten will – und das gestern mitten in der Corona-Krise ein 30-Mio-Dollar-Funding verkündet hat. Was insofern bemerkenswert ist, als dass Anyfin erst 2018 gegründet wurde. Wir haben es also mit einer ähnlich spektakulären Funding-Historie zu tun wie hierzulande beim Berliner Fintech-Broker Trade Republic. Auch erst zwei Jahre alt. Auch schon fett gefundet.

Jedenfalls: Wir haben die Finanzierung einfach mal zum Anlass genommen, uns ein bisschen auf der Karriere-Seite von Anyfin umzusehen (freilich nur aus journalistischer Neugier; die Finanz-Szene.de-Redaktion hegt keinerlei Ambitionen, bei einem schwedischen Startup anzuheuern). Schließlich hatten in den vergangenen Monaten auch schon andere europäische Finanz-Startups (Qonto, Tink) im Zuge hoher Funding-Runden den deutschen Markt betreten. Und siehe da, bei Anyfin scheint es nicht viel anders zu sein: Gesucht werden unter anderem ein „German Speaking Customer Success Agent“ sowie ein „Marketing Manager Germany“.

Laut Jobprofil wird es die Aufgabe des „Marketing Managers“ sein,  das angestrebte Wachstum auf dem deutschen Markt kurz- und langfristig sicherzustellen. „Hierbei sind Sie verantwortlich für Planung, Entwicklung und Ausführung sämtlicher Marketing-Initiativen“, steht in der Ausschreibung, „zudem sind Sie der wesentliche Ansprechpartner für alle lokalen Partner“. Verlangt werden mindestens sechs Jahre Erfahrung in den Bereichen Marketing, Kommunikation und „Growth“. Plus: Deutsch sollte die Muttersprache sein.

In der Stellenausschreibung für den „German Speaking Customer Success Agent“ lautet gleich der erste Satz unumwunden: „Wir planen, unsere Dienstleistung zeitnah auf den deutschen Markt zu bringen – und diese Position ist entscheidend, dass dies auch gelingt.“ Bevor sich der Berliner Immobilienmarkt jetzt aber schon erwartungsfroh die Hände reibt: „Arbeiten werden Sie in unserem wunderschönen Büro mitten im Zentrum von Stockholm.“ STOCKHOLM. Was übrigens genauso für den „Marketing Manager“ gilt. Also nix Berlin.

Wobei: Ganz außen vor ist die deutsche Hauptstadt dann doch nicht. Denn: Unter den Investoren der gestern verkündeten 30-Mio.-Dollar-Runde ist neben EQT Ventures und Accel auch der „Global Founders Capital“-Fonds von Rocket Internet.

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