Exklusiv

Solarisbank steht vor Funding in Höhe von >100 Mio. Euro

24. Juni 2021

Von Caspar Schlenk und Heinz-Roger Dohms

Vier Berliner Fintech-Unicorns gibt es schon (N26, Mambu, Trade Republic, Wefox) – in den nächsten Tagen dürfte ein fünftes hinzukommen: Die Solarisbank verhandelt nach Informationen von Finance Forward und Finanz-Szene.de mit internationalen Wagniskapitalgebern über eine mehr als 100 Mio. Euro schwere Finanzierungsrunde. Die Gespräche sind weit fortgeschritten, schon in wenigen Tagen soll das sogenannte Closing stattfinden, damit wäre der Deal besiegelt.

Die Solarisbank steht als Bank-Partner hinter boomenden Endkunden-Fintechs wie Trade Republic, Vivid Money oder Bison. Im Schlepptau dieser Anbieter sind die Berliner in den vergangenen Monaten massiv mitgewachsen und verwalten mittlerweile weit mehr als 1 Mio. Konten. Diese Entwicklung schlägt sich nun auch in der angepeilten Firmenbewertung nieder. Nach internen Informationen soll Solaris bei dem bevorstehenden Funding mit mehr als 1 Mrd. Euro taxiert werden.

Börsenpläne sind nicht vom Tisch

Mitte April hatten Finance Forward und Finanz-Szene.de über Pläne für einen möglichen Börsengang oder einen sogenannten Spac-Deal berichtet (siehe hier). Allerdings: Schon damals hieß es, dass dieser Schritt erst für 2022 angepeilt werde – und die Solarisbank zuvor noch einmal zu einem klassischen Funding ansetzen könne. Genau so scheint es jetzt zu kommen. Wobei die IPO- oder Spac-Pläne mitnichten vom Tisch sind. Die Diskussionen hierzu liefen weiter, heißt es.

Die kurzfristige Kapitalaufnahme ist dabei nicht nur eine Frage der Opportunität, sondern folgt auch einem weiteren Motiv: Unseren Informationen zufolge will die Solarisbank einen Großteil des Fundings in die Akquisition eines Wettbewerber investieren. Unklar ist, um welche Firma es sich konkret handelt, Quellen zufolge soll es sich aber um einen mit der Solarisbank vergleichbaren Player handeln. Die Zielfirma sei ähnlich aufgestellt, konzentriere sich allerdings auf andere Märkte, heißt es. Ein Sprecher wollte diese genau wie die übrigen Informationen nicht kommentieren.

Zukauf als Wachstumsbeschleuniger

Mit den Übernahmeplänen setzt sich die Solarisbank deutlich von anderen Neo-Unicorns wie Trade Republic oder Scalable Capital ab. Diese hatten angekündigt, ihre jüngsten Finanzierungen ausschließlich organisch wachsen zu wollen, etwa durch die Expansion in neue Märkte wie Frankreich, Spanien oder Italien. Dort will demnächst auch die Solarisbank mit eigenen Dependancen um neue Kunden buhlen.

Der geplante Zukauf allerdings zeigt: Der „Banking as a Service“-Spezialist will darüber nun auch anorganisch expandieren. Befürworter dieser Strategie sagen: Damit lässt sich das Wachstumstempo noch einmal deutlich beschleunigen. Kritiker hingegen geben zu Bedenken: Zukäufe unter Playern, die sich in erster Linie über ihre Technologie definieren, ergeben nur dann Sinn, wenn aus zwei unterschiedlichen technischen Setups auf Strecke wirklich eines wird.

Solarisbank schmiedet Pläne für einen Börsengang via Spac

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