Personalien-Ticker

Mambu baut Führung komplett um. Und alle November-Personalien auf einen Blick

In unserem Personalien-Ticker beleuchten wir die personellen Veränderungen bei Banken und Fintechs hierzulande.

Hier unser Ticker für den November 2023:

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Exklusiv: Mambu baut Führung komplett um – und holt CFO von Avaloq

Als das Berliner Kernbanken-Fintech Mambu im Juni 2022 die neue Führungsformation um den Gründer und damaligen CEO Eugene Danilkis verkündete, da roch alles nach IPO-Vorbereitung: Vier neue Manager, reichlich Konzern- und Börsengang-Erfahrung, Banking-Background eher weniger (siehe hier). Im Verlauf der nächsten zwölf Monate trübte sich dann aber nicht nur das IPO-Umfeld deutlich ein, sondern gab es auch bei Mambu eine erste gewichtige Änderung in der Aufstellung – nämlich als Danilkis im Juni dieses Jahres abtrat und die Chefposition an einen der vier „Neuen“ ging: den ursprünglich als IT-Chef engagierten Amazon-Mann Fernando Zandona (siehe hier). Doch ist es bei dem Chefwechsel nicht geblieben. Tatsächlich ist Zandona nach seinem Aufstieg der einzige, der von den vier damaligen Neuzugängen im Führungsteam noch übrig ist.

Wie eine Mambu-Sprecherin auf Anfrage von Finanz-Szene bestätigt, hat Tripp Faix, der 2022 als Finanzchef von dem Payment-Anbieter Marqeta kam, die Position abgegeben. Sein Nachfolger ist ein gewisser Jesper Hybholt Sorensen. Der kommt vom Schweizer Konkurrenten Avaloq, wo er ausweislich seines Profils zuletzt als „Group CFO“ agierte.

Wie Mambu zudem mitteilt, hat Sabrina Dar (kam 2022 von Cisco) das Fintech im Oktober verlassen, sie war dort zuletzt „Senior Vice President Commercial“. Auch der 2022 als „Chief Revenue Officer“ geholte Werner Knoblich (kam von der IBM-Tochter Red Hat) ist ausweislich seines Linkedin-Profils gewechselt, und zwar zu einem Nürnberger IT-Unternehmen. Neu im Führungsteam sind Zandonas Nachfolger als IT-Vorstand, Omar Paul (ebenfalls von Amazon), die HR-Chefin Aya Sority sowie der im August gewechselte Information-Security-Chef Frank Krieger.

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Kurz getickert

  • Die Deutsche Pfandbriefbank macht Pamela Hoerr, die im April von Immobilien Investor Real I.S. gewechselt war, ab Mitte Januar zur Vorständin. Das amtierende Vorstandsmitglied Marcus Schulte übernimmt derweil vom scheidenden Vorstandschef Andreas Arndt das Finanzressort (welches Arndt bislang in Personalunion führte)
  • Thomas Kleffmann, bislang Head of Client Management bei Hauck Aufhäuser Lampe, wechselt zur BW-Bank. Bei der LBBW-Tochter verantwortet er künftig das Wealth Management in einer Doppelspitze mit Oliver Neckel.
  • Das Bankhaus Scheich hat einen neuen CEO für seine Krypto-Tochter Tradias gefunden – nämlich den früheren Chef von Universal Investment, Michael Reinhard.
  • Bei der DG Nexolution (also bei dem früher als „DG Verlag“ bekannten genossenschaftlichen Verbund-Dienstleister) steigt der stellvertretender Vorstandsvorsitzende Marco Rummer per Mitte nächsten Jahres zum neuen Chef auf. Amtsinhaber Peter Erlebach geht in Ruhestand.
  • Die Deutsche-Bank-Tochter DWS ernennt zwei neue Chief Investment Officer: Vera Fehling ist in der Position künftig für Westeuropa zuständig, Ivy Ng für die Asien-Pazifik-Region.
  • Die deutsche Santander schickt ihren Risikomanager Kolja Waltinger als Chief Risk Officer in die Führung der Ende letzten Jahres übernommenen MCE Bank – also des in Flörsheim ansässigen früheren Banking-Arms von Mitsubishi.

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Wechsel

Wer Wohin Position Kommt von
Fabian Ellert DWS Associate General Counsel for Digital Products Bitpanda
Samed Yilmaz Ride Capital Geschäftsführer FxFlat Bank
Peter Seethaler Oddo BHF Head of Transformation PwC Deutschland
Lars Albert Warburg Invest Leiter Vertrieb Swiss Finance & Property Group
Daniel Beck Klarna Deutschland Lead Banking Operations TF Bank
Evelyn Koch Schufa Bereichsleiterin „People & Culture“ Hochland (Lebensmittel-Branche)
Carmine Petraglia Nexi Deutschland Senior Vice President Operations DACH CompuGroup Medical
Marten Ahrens Revolut Lead Credit Manager Hanseatic Bank

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Belässt es Commerzbank-Chef Manfred Knof bei nur einer Amtszeit?

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Von Squad bis Tribe: So stellt J.P. Morgan seine deutsche Retailbank auf

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Kurz getickert

  • Der rheinische Sparkassen-Präsident Michael Breuer übernimmt zum 1. Juli den Vorsitz der Verbandsvorsteher-Konferenz – also der Vertretung der regionalen Sparkassen-Präsidenten innerhalb des DSGV. Breuer folgt dem Niedersachsen Thomas Mang, der die Position seit 2011 innehat und nächstes Jahr in Ruhestand geht.
  • Bei der BayernLB wird Risikovorstand Marcus Kramer (60) spätestens mit Auslaufen seines Vertrages im Frühjahr 2025 ausscheiden – das bestätigt die Landesbank gegenüber der „BÖZ“ (Paywall)

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Steht der künftige Chef der Kreissparkasse Köln bereits fest?

Die Kreissparkasse Köln hat in dieser Woche zwar gleich zwei künftige Vorstände präsentiert. Dem einen allerdings, Marco Steinbach, gewährte das Kommunalinstitut in der zugehörigen Mitteilung gerade mal ein paar dürre Worte – während dem anderen, Thomas Pennartz, gleich ein länglicher Abschnitt gewidmet wurde. Dass der heute 58-Jährige bis Ende 2017 Chef der auch nicht ganz kleinen Kreissparkasse Heinsberg war (Bilanzsumme heute: 4,1 Mrd. Euro), erfährt man da. Und dass er seitdem als Geschäftsführer des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbands agiert, einer der mächtigsten Regional-Lobbys überhaupt in der S-Finanzgruppe.

Und so einer wechselt vom RSGV in Düsseldorf zur KSK in Köln, um dort als einfacher Vorstand dem Ruhestand entgegen zusegeln? Kann natürlich sein. Allerdings kursiert in rheinischen Sparkassen-Kreisen dieser Tage eine andere Erzählung. Demnach soll Pennartz ausersehen sein, mittelfristig die Nachfolge des langjährigen KSK-Köln-Chefs Alexander Wüerst (63 Jahre) anzutreten – ein Gerücht, das weiter angefacht wurde durch einen Satz in der Mitteilung von Dienstag. Demnach dient der jetzige Vorstandsumbau nämlich auch dem Zweck, „bei künftigen personellen Änderungen im Vorstand Nachfolgeregelungen gestalten zu können“. Eine Sprecherin der KSK Köln wollte keine Stellungnahme abgeben.

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Umweltbank wechselt umvermittelt den Chef aus

Die Umweltbank wechselt unvermittelt ihren Chef aus. Wie das Nürnberger Öko-Institut gestern mitteilte, wird der Vorstandsvorsitzende Jürgen Koppmann sein Amt trotz laufenden Vertrags zum Jahresende niederlegen. Der 55-Jährige begründete den Schritt damit, dass sowohl die Bank als auch er selber „eine Veränderung brauchen“. Interimsmäßig soll nun erst einmal Koppmanns Vorstandskollegin Heike Schmitz die Geschäft übernehmen; sie war vor knapp drei Jahren von der Commerzbank zur Umweltbank gewechselt. Die Suche nach einer dauerhaften Nachfolge-Lösung laufe.

Zu den Hintergründen von Koppmanns Demission wollte sich die Umweltbank gestern auf Nachfrage zwar nicht äußern. Fest steht allerdings, dass das Spezial-Institut von der Zinswende kalt erwischt worden war und entsprechend unter Druck steht, siehe zu Jahresbeginn unsere Recherchen –> Die Rache der Passivseite: Wie die Umweltbank in die Bredouille geriet sowie –> Alles noch viel schlimmer: Die acht Probleme der Umweltbank. In der Folge kassierten der Vorstand die Jahresprognose – und die Aktie, die vor der Zinswende noch bei mehr als 20 Euro notiert hatte, rauscht ab auf zuletzt nicht einmal mehr 8 Euro.

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Kurz getickert

  • Die NordLB treibt den Umbau ihrer Führungsebene voran – und hat als neuen „Head of Investor Relations“ den früheren Deutschbanker Friedrich Karl Strödter angeheuert. Sein Vorgänger Thomas Breit firmiert bei den Hannoveranern stattdessen nun als „Nachhaltigkeits-Manager“.
  • Die DKB schließt die Lücken in ihrem Strategiebereich: Die neue „Team Lead Strategy Execution“ heißt Anne-Sophie Winter und kommt zur Abwechslung mal nicht aus einer Bank oder einem Fintech, sondern von der Berliner Digitalberatung TLGG.

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Interne Wechsel

Wer Wo Seit Neue Position
Christian Blömer Deutsche Bank 2016 Regionalleiter Nord und West DB Wealth Management
Dirk Steffen Deutsche Bank 2011 Chief Investment Officer EMEA & Global Chief Investment Strategist
Yvonne Weber Payone 2022 Teamlead Partner Sales Verbundgruppen
Tatjana Götz Deka 2017 Head of Loan Syndication
Manuel Viehmann Evangelische Bank 2022 Strategic Transformation Officer
Daniel Staiger VR-Bank Alb-Blau-Donau k.A. Vorstandsmitglied (ab 2024)
Sascha Dölker DWP Bank 2021 Bereichsleiter Digitalisierung

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Kurz getickert

  • Die Wahl eines neues Banken-Präsidenten verzögert sich. Wie der „Platow-Brief“ berichtet, soll die Abstimmung ursprünglich für die BdB-Vorstandssitzung am 13. November geplant gewesen sein. Letztlich habe die Neuwahl aber dann doch nicht auf der Agenda gestanden.

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Münchner Fintech holt Geno- und Sparkassen-Vorstände

An dem Münchner Fintech Neoshare (ehemals Neoloan) sind mindestens drei Dinge bemerkenswert:

  1. Der 2019 gestartete Kredit-Software-Spezialist befindet sich – anders als viele Artgenossen – auf einem kräftigen Wachstumskurs (laut Linkedin-Daten hat sich die Mitarbeiterzahl in 24 Monaten auf fast 80 verdreifacht; angeschoben wurde die Expansion mittels insgesamt 15 Mio. Euro Funding, die das Unternehmen nach eigenen Angaben in den letzten zwölf Monaten generiert hat – einschließlich zweier Grundkapitalerhöhungen im Umfang von zusammen 2,75 Mio. Euro.
  2. Im Gegensatz zu anderen Fintechs betreibt Neoshare bis dato kaum PR-Arbeit.
  3. Genau das ändert sich allerdings gerade. Und zwar aus gutem Grund. Die Münchner machen diese Tage nämlich durch eine, nun ja, für ein Fintech eher ungewöhnliche Personalpolitik von sich reden.

So verkündete das Fintech just gestern, dass Markus Dauber, früherer Vorstandschef der als „Gestalterbank“ firmierenden Groß-Volksbank in Offenburg, als „Chief Investment Officer“ bei Neoshare anfängt (wobei Dauber, anders als es sein Titel vermuten lassen würde, nicht die Anlage-Strategie verantworten, sondern „strategische Partnerschaften“ mit etablierten Finanzdienstleistern aufbauen soll). Dazu passt, dass letzte Woche bereits die Verpflichtung von Andrea Kemmer als Operations-Chefin publik geworden war. Sie arbeitete bislang als Generalbevollmächtige für die Evangelische Bank, also ebenfalls ein genossenschaftliches Institut.

Auch darüber hinaus weist Neoshare eine vergleichsweise hohe Banker-Dichte auf: Vertriebschef und Geschäftsführer Sascha Baran wechselte vor einem Jahr von der SSK Düsseldorf (wo er die gewerbliche Immobilienfinanzierung verantwortete) nach München. Eine weitere Managerin, nämlich Mareike Anders, kam in diesem Jahr von der Sparkasse KölnBonn.

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Kurz getickert

  • Die KSK Köln holt den bisherigen Geschäftsführer des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes, Thomas Pennartz, in den Vorstand. Dieser soll im Laufe von 2024 Privatkundenchef Christian Bonnen ablösen, der in der Ruhestand geht. Zudem wird auch der Risikomanager Marco Steinbach zum permanenten Mitglied im Führungremium der Kölner, das somit künftig sechs statt fünf Personen umfasst.
  • Bei der aufs Kreditkartengeschäft spezialisierten Advanzia Bank wird der seit Jahresbeginn als Interims-Chef amtierende Nishant Fafalia nun fest zum CEO berufen.
  • Die Baader Bank macht Kai Göhring, aktuell als Bereichsleiter zuständig für „Group Legal & Corporate Finance“, zum neuen Generalbevollmächtigten.
  • Der kürzlich als Deutsche-Bank-Cheflobbyist abgelöste Sven Afhüppe wird das Institut erwartungsgemäß verlassen. Ende August hatte das größte hiesige Geldhaus zwar verlauten lassen, „zeitnah“ über Afhüppes künftige Rolle zu informieren. Tatsächlich wurde Berichten zufolge allerdings schon damals über einen Aufhebungsvertrag verhandelt. Nach Finanz-Szene-Informationen soll Afhüppe per Jahresende ausscheiden.

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Zugänge

Wer Wohin Position Kommt von
Carola Schroeder Union Investment Leiterin Portfolio-Management Barmenia (Versicherung)
Holger Oberfrank Baader Bank Managing Director Treasury Hypo-Vereinsbank
Rolf Schulte Donner & Reuschel Leiter Alternative Investments M.M. Warburg
Julia Reisser Hauck Aufhäuser Lampe Team-Leiterin Kapitalmarkt-Compliance CMC Markets Deutschland

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Exklusiv: Das „Mastermind“ hinter J.P. Morgans Berlin-Plänen

Nachdem J.P. Morgan die Pläne für den Aufbau einer deutschen Retailbank inzwischen offiziell bestätigt hat, schält sich nun auch heraus, wer der operative Kopf hinter dem Projekt zu sein scheint – nämlich: der frühere mBank-Manager Jakub Fast. Der war 2020/21 bereits am Aufbau von J.P. Morgans britischer Digitalbank „Chase“ beteiligt. Inzwischen firmiert er laut seinem „Linkedin“-Profil als „Head of Europe“ von Chase und gibt als Dienstort Berlin an. „Jakub Fast ist derjenige, bei dem die Fäden derzeit zusammenlaufen“, sagt einer, der einigermaßen Einblick in das Projekt hat. Dazu passt auch, dass der frühere McKinsey-Mann die in Berlin ausgeschriebenen Stellen für das Projekt seit Wochen auf seinen Social-Media-Profilen bewirbt.

Besonders bei der Commerzbank – also der Mutter der polnischen mBank, für die Fast von 2016 bis 2019 tätig war – dürfte man mit Interesse (und vielleicht ja auch mit einigem Argwohn) verfolgen, inwieweit J.P. Morgan mit ihren Berlin-Plänen Erfolg hat. Denn: Jakub Fast ist einer von mehreren früheren mBank-Managern, die 2017/18 in das sogenannte „Copernicus“-Projekt der Commerzbank involviert waren – und die nun Teil des Berliner J.P.-Morgan-Teams sind. Nur zur Erinnerung: Die Commerzbank wollte damals mithilfe der mBank eine europäische Digitalbank aufsetzen, sogar eine „Copernicus Germany GmbH“ war bereits gegründet. Einer der beiden Geschäftsführer: Jakub Fast. Letztlich allerdings cancelte der Commerzbank-Vorstand (damals noch unter Führung von Martin Zielke) die Pläne. Sieht fast ein bisschen so aus, als würden Fast und einige seiner Mitstreiter die damalige Idee nun unter neuer Flagge umsetzen.

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Kurz getickert

  • Die unter dem Label „Gestalterbank“ auftretende Groß-Volksbank aus Villingen-Schwenningen (11 Mrd. Euro Bilanzsumme) bekommt zwei neue Vorstände – nämlich Irmgard Sachsenmaier (bislang noch für die Kreissparkasse Ostalb unterwegs) sowie Nicolas Mayer (seit Jahrzehnten in der Bank, zuletzt als Bereichsleiter Firmenkunden).
  • Das Münchner AML-Fintech Hawk AI verkündet gleich zwei seniorige Neuzugänge: Thomas Fürst, einstiger Mitgründer des KYC-Startups WebID, ist bereits seit September als „Senior Vice President Strategic Accounts“ im Amt, nun folgt der frühere Penta-COO Maximilian Riege als neuer Risikochef.
  • Bei der Sparkasse Rhein-Maas scheidet Vorstandschef Michael Wolters trotz eines bis 2026 laufenden Vertrages bereits jetzt aus dem Dienst aus – auf eigenen Wunsch und „auch auf ärztliche Empfehlung“ hin, wie es laut Medienberichten in einer Mitteilung heißt. Nachfolger wird Vorstandskollege Wilfried Röth.
  • HVB-Chefin Marion Höllinger soll anstelle des früheren Berenberg-Chefs Hans-Walter Peters den BdB im Verwaltungsrat der KfW vertreten. (HB/Paywall)

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Abgänge

Wer Wo Letzte Position Geht zu
Bente Borgmann BdB Vorstand Prüfungsverband k.A.
Jörn Quitzau Berenbeg Leiter Wirtschaftstrends Bergos (früher zu Berenberg gehörende Schweizer Privatbank)
Oliver Baierl KfW Leiter „Compensation & Benefits“ HKP (Personalberater)
Frank-Oliver Wolf Commerzbank Head of CTS Germany k.A.
Silke Krüger BNP Paribas Deutschland Strategic Advisor Investment Banking Peter May Gruppe (Family Office)
Ralf Abele Stifel (Mainfirst, seit 2018) Managing Director Business Services Goetz Partners (Beratung)

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Neuer CEO, neue Strategie: Genos verordnen Fincompare einen Re-Start

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Wussten Sie schon?

… dass die Berenberg Bank wieder mal wegen ihrer eher restriktiven Home-Office-Regeln (siehe unsere Artikel zum Thema hier) in die Schlagzeilen geraten ist? So berichtet das „Private Banking Magazin“, der jüngste Abgang der dreier Berater Le Duy Nguyen, Markus Wehner und Katja Schwarz am Standort Düsseldorf habe auch damit zu tun gehabt, dass Berenberg auf ausgeprägte Präsenz setzt. Eine Sprecherin wollte sich konkret zu dem Fall nicht äußern.

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Kurz getickert

  • Die NordLB hat Ersatz für die scheidenden Vorstände Christoph Schulz und Olof Seidel gefunden: Der bisherige Personalleiter der Hypo-Vereinsbank, Christoph Auerbach, soll in Hannover künftig als Chief Operating Officer fungieren. Finanzchef wird Jasper Hanebuth, der in selbiger Rolle bislang für Barclays Europe unterwegs ist.

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Exklusiv: Deutsche Bank verliert Topshot Daniel Schmand

Die Deutsche Bank verliert einen ihrer führenden Köpfe in der Corporate Bank – nämlich Daniel Schmand, der innerhalb der Sparte zuletzt als „Global Head of Operations and Institutional Cash Management“ firmierte. Der 59-Jährige gehe zum Jahresende in den Ruhestand, heißt es aus den Doppeltürmen – wodurch einige Umbauten losgetreten werden:

  • Die „Bank Operations“ leiten künftig Caroline Liow und Elena Hergass. Liow ist seit 19 Jahren im Konzern und derzeit als Managing Director in Singapur tätig, Hergass ist seit 24 Jahren dabei und derzeit in Frankfurt als „Global Head Cash, Surveillance & Messaging Operations“ tätig.
  • Für das „Institutional Cash Management“ zeichnet künftig Patricia Sullivan verantwortlich. Die Amerikanerin kam 2021 von Standard Chartered und leitete zuletzt von New York aus die Bereiche „Financial Crime & Compliance, Business Control and Oversight“. Sullivan gilt intern als Schützling von Vorstand Fabrizio Campelli.

Liow, Hergass und Sullivan ziehen zudem ins Executive Committee der von David Lynne geleiteten Unternehmensbank ein.

Wie es weiterhin heißt, wird Schmand in einer Übergangsphase bis voraussichtlich Ende 2024 noch beratend tätig sein. Der Manager, ein bekanntes Gesicht im Transaction Banking, hatte seine Laufbahn 1987 als Trainee bei der Deutschen Bank begonnen und stieg dort über die Jahre bis zum „Global Head of Trade Finance“ auf, bevor er seine momentanen Funktionen übernahm.

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Kurz getickert

  • Bei der C24 Bank tritt Geschäftsführer Matthias Orlopp Ende März kommenden Jahres nach rund fünf Jahren an der Unternehmensspitze ab, wie der Manager selbst auf seinem Social-Media-Profil bekannt gab. Zu seinen Anschlussplänen äußerte er sich noch nicht.
  • In der Führungsebene der Solarisbank herrscht weiterhin Bewegung. So hat sich 1.) Scott Donnelly verabschiedet, erst Anfang 2022 als „Head of Lending and Digital Asset Products“ (im Rang eines Senior Vice President) verpflichtet. Donnelly arbeitet nun stattdessen für Tide, die vom früheren Kreditech-Manager Oliver Prill (siehe unseren Podcast hier) geführte britische Challenger-Bank …
  • … Darüber hinaus verliert die Solarisbank auch  2.) ihren „Cards Product Lead“ Suria Ribeiro. Der nämlich macht rüber zur neuen Berliner Dependance von J.P. Morgan, wo er als Produktmanager am Aufbau des Kartengeschäfts mitwirken soll.
  • Oddo BHF ernennt erstmals einen Leiter für das deutsche Kundengeschäft im Private-Wealth-Management – und zwar den früheren Credit-Suisse-Manager Mischa Tschopp.

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Interne Wechsel

Wer Wo Seit Neue Position
Johannes Hermanns Deka 2008 Geschäftsführer der Immobilien-Tochter
Markus Schmaus Standard & Poor’s (Frankfurt) 2008
Managing Director (zuständig u.a. für Banken-Ratings)
Jens Schumacher Commerzbank 2008 Bereichsleiter Trade Finance
Pascal Matzel Oddo BHF 2012 Abteilungsdirektor Wealth Management

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Oliver Behrens wird AR-Chef der DWS

Der Deutschland-Chef von Morgan Stanley, Oliver Behrens, soll Aufsichtsratsvorsitzender der DWS werden – und damit Nachfolger Karl von Rohrs. Die Wahl sei für die Hauptversammlung am 6. Juni geplant, heißt es in einer Mitteilung der Deutsche-Bank-Tochter. Behrens leitet seit 2015 das Deutschland-Geschäft von Morgan Stanley, zwei Jahre später übernahm er zusätzlich den Vorstandsvorsitz bei der in Frankfurt angesiedelten Europa-Einheit. Seine Positionen bei der US-Investmentbank wird er vor seinem Amtsantritt bei der DWS niederlegen.

Die Entscheidung für Behrens ist insofern naheliegend, als der Manager nicht nur die Fondsbranche bestens kennte – sondern der Deutschen Bank entstammt, für die er bis 2005 mehr als 30 Jahre lang tätig war, zuletzt als Sprecher der Geschäftsleitung der Asset-Management-Sparte (sprich: der DWS). Danach gehörte er fast zehn Jahre dem Vorstand de Konkurrenten Deka an, bevor er 2015 schließlich bei Morgan Stanley andockte. Die Mutmaßungen, Deutsche-Bank-Finanzchef James von Moltke könnte den Aufsichtsvorsitz der Fondstochter übernehmen, haben sich somit erledigt. Moltke wird stattdessen als einfaches Mitglied in das Kontrollgremium einziehen.

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Kurz getickert

  • Der Genosektor bedient sich auch weiterhin kräftig im Fintech-Sektor (siehe zu diesem auffälligen Trend auch schon unsere Personalien-Ticker aus dem September). So hat der frühere Finleap Manager Lennart Swoboda, der zuletzt als „Banking-as-a-Service-Lead“ bei der Hamburger Varengold Bank unterwegs war, per 1. November als „Senior Consultant“ bei der Vereinigten Volksbank Raiffeisenbank aus dem Odenwald angeheuert. Der Move ist weniger wild, als er zunächst klingt. Denn: Sowohl die Odenwald-Volksbank (a.k.a „Magerkurth-Volksbank“, siehe unseren Podcast mit CEO Ralf Magerkurth hier) als auch die Varengold Bank sind stark in der Finanzierung von Kredit-Plattformen engagiert. Also ein Wechsel von einem Wettbewerber zum anderen.
  • Und noch einer, der rübermacht (oder genauer: zurückkehrt) aus der nicht mehr ganz so flirrenden Fintech-Branche ins gemachte Bett der etablierten Finanzwirtschaft. Nämlich: Jan-Luca Mölling, einst Deutsche Bank, zuletzt „Head of Partnerships“ bei der Fintech-Bank Qonto in Berlin – und jetzt bei der DWS, wo er den Jobtitel „Head of Digital Sales Intelligence, Digital Strategy and Innovation“ trägt.
  • Das Bankhaus Bauer trennt sich nach nur zwei Jahren bereits wieder von seinem Vorstandschef Stefan Heddergott. Für ihn rückt André Weber in das Führungsgremium auf; er war 2017 von der BHF-Bank gekommen. Weitere Vorstände bei der Essener Privatbank sind Stefan Brugger (ein Bauer-Urgestein) sowie seit Mai der frühere Merck-Finck-Mann Martin Deckert.
  • Die Société Générale hat nach der Übernahme des niederländischen Leasing-Schwergewichts „Leaseplan“ (das ja in der schon bestehenden SocGen-Leasingtochter ALD Automotive aufgeht) das künftige Deutschland-Management benannt. Diesem gehören an: Karsten Rösel (seit 2003 Deutschland-Chef von ALD), Maxime Verneau (bislang ebenfalls ALD), Stefan Koch (bislang Leaseplan) und Thomas Reiter (bislang ALD).

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Zugänge

Wer Wohin Position Kommt von
Wolfgang Graml Apobank Leiter Vertriebsregion Süd Postbank Filialvertrieb AG
Volker Behr DG Nexolution Abteilungsleiter Entwicklung & Marketing Göde Group (zuvor u.a. Check24)
Oliver Wagner BSW (ehem. DDV) Stellvertreter des Vorstandschefs
Politik-Beratung Commentum (zuvor BdB und Verband der Auslandsbanken)

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Kurz getickert

  • Die ING Diba erweitert ihren Führungszirkel – und macht den früheren Commerzbanker Sascha Malsy (der 2017 zur Oranje-Bank gewechselt war) zum Generalbevollmächtigten sowie zum „Head of Capital Markets & Advisory“ ihres hiesigen Firmenkundengeschäfts
  • Die frühere Finanzchefin der DWS, Claire Peel, hat einen neuen Job – und zwar als CFO für die britische Einheit von Barclays. (BÖZ/Paywall)

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Wussten Sie schon?

… dass der langjährige Giropay-Chef Jörg Schwitalla (genau genommen führte er das Unternehmen von 2009 bis 2020 – also zu Zeiten, als Giropay noch nicht zu Paydirekt gehörte, sondern eher das Stiefkind der deutschen Kreditwirtschaft war) an was Neuem arbeitet? So tauchte der Manager dieser Tage in einem recht großen „SZ“-Artikel als Macher der „SocialCard“ auf, einer speziell für Geflüchtete entwickelten Bezahlkarte, die Schwitalla „bald in deutschen Städten an den Start bringen“ will. Die Firma hinter der Geschäftsidee übrigens nennt sich: „Publk GmbH“.

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Die neue Lobbyisten-Riege unserer Banken in Berlin

Deutschlands Banken, so scheint’s, wechseln derzeit reihum ihre Lobbyisten. So zieht für die Commerzbank ja neuerdings der frühere Brüssel-Vertreter Thilo Schweizer durch Berlin (anstelle des zum BdB gewechselten Heiner Herkenhoff) – während sich die ING Diba zum neuen Jahr von Valerie Schürenkrämer (bislang „Business Managerin“ von Vorstandschef Nick Jue) vertreten lassen wird, anstelle von Ulrich Ott, der eine beratende Funktion innerhalb der Oranje-Bank erhalten soll. Die Deutsche Bank wiederum präsentierte im August den vormaligen Blackrock-Mann Stephen Fisher als neuen globalen Cheflobbyisten. Für ihn weicht wiederum Sven Afhüppe (wobei Fisher den Job von London und Brüssel aus erledigen soll, nicht von Berlin aus).

Zu alldem passt, dass nun auch die DKB eine neue „Director Public & Government Affairs“ angeheuert hat – wobei es sich pikanterweise um Greta Schulte handelt, die bislang für den Stadtrivalen N26 lobbyierte (in diesem Kontext ebenfalls interessant: Erst diesen Sommer hatten wir ja berichtet, dass N26 seinen einst von der Deutschen Bank gekommenen Cheflobbyisten Jan Böhm verliert). Nur zur Erinnerung; Kürzlich erst hatte die DKB mitgeteilt, der ING Diba deren „Head of Daily Banking & Payments“ Laura Wirtz abgejagt zu haben. Offenbar bedient sich die Berliner Direktbank neuerdings bevorzugt bei der unmittelbaren Konkurrenz.

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Kurz getickert

  • Beim DSGV steigt der frühere Solarisbank-Manager Jörg Abrolat zum „Gruppenleiter Digital Payments“ auf – und verantwortet damit alle Themen rund um EPI, digitale Assets und den digitalen Euro. Abrolat war dieses Frühjahr von Solaris zu den Sparkassen gewechselt.
  • Der Bundesverband für strukturierte Wertpapiere (zuvor: Deutscher Derivate Verband) verliert seinen Geschäftsführer Henning Bergmann an den „Mittelstandsverbund“, eine Interessenvertretung von 200.000 deutschen KMUs. Nach Lars Brandau (inzwischen Deka) ist das nun schon die zweite Spitzenkraft, die den DDV/BSW binnen kurzer Zeit verlässt.
  • Der Deutschland-Chef der Frankfurter Banking-Einheit von Nomura, Markus Sauerland, legt seinen Posten per Jahresende nieder. Nachfolger wird der bislang als „Country Head Germany and Austria“ firmierende Shogo Ohira; zu dessen Stellvertreter steigt Christoph Heins auf, der im Sommer von der Commerzbank zu Nomura gewechselt war.
  • Morgan Stanley hat einen neuen Chef für das Asset Management im deutschsprachigen Raum – nämlich Sebastian Römer, bislang Natixis.
  • Namhafter Wechsel innerhalb Frankfurters oder genauer Tokios: Hiroki Wiesheu, bislang Japan-Chef der Asset-Management-Sparte von Metzler, bekleidet die mehr oder weniger gleiche Rolle seit dem 1. November für die DWS.

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Bank-Verlag mutiert zum Alumni-Treff. Und rund 100 weitere Oktober-Personalien

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