Exklusiv

US-Kryptobörse Coinbase bemüht sich offenbar um Bafin-Lizenz

4. März 2020

Von Heinz-Roger Dohms

Also, das Schönste an unserer großen Fintech-Job-Recherche (hier nochmal die Studie zum Download) waren die diversen Kollateral-Erkenntnisse, die das Wühlen durch Jobportale und Stellenanzeigen mich sich gebracht hat:

  • Krass fanden wir z.B., dass Hypoport (da vor 2010 gegründet, schaffte es das Berliner Ur-Fintech nicht in die offizielle Studie …) sage und schreibe 221 offene Stellen meldet.
  • Enttäuscht wiederum nahmen wir zur Kenntnis, dass N26 zwar per Mitte Februar 117 Jobs ausgeschrieben hatte – darunter aber keinen in Brasilien.
  • In die Kategorie „Verblüffend“ fiel derweil, dass Elinvar gleich fünf Mitarbeiter für den Standort Magdeburg sucht. Wussten Sie, dass Elinvar einen „Standort Magdeburg“ hat?

Und hier nun der schönste Fund von allen: Der bekannte US-Krypto-Handelsplatz Coinbase sucht laut Linkedin einen „Head of Compliance Germany“. Teil des Jobprofils: Den Antrag auf Erteilung einer Bafin-Lizenz  vorantreiben. Interessant, oder?

Tatsächlich bietet Coinbase seine Dienste ja schon länger hierzulande an. Offenbar ist es nun aber so, dass die neue Blockchain-Regulierung in Zukunft eine Erlaubnis durch die Finanzaufsicht erforderlich macht (zumindest wenn man nicht riskieren will, es sich mit der Bafin zu verscherzen).

Ein interessanter Aufsatz erschien hierzu anfang des Jahres in der FAZ, einer der beiden Autoren war der Frankfurter „Blockchain-Professor“ Philipp Sandner. Wörtlich hieß es dort:

„Ohne auf Detailfragen einzugehen, wird schnell klar, dass eine Vielzahl von Dienstleistungen rund um Kryptowerte, also auch für Bitcoin, von dem neuen Erlaubnistatbestand betroffen sein können. So werden insbesondere die derzeit schon bestehenden Krypto-Tauschbörsen, wie etwa die Digital Exchange der Börse Stuttgart (BSDEX), Bitcoin.de, Bitstamp oder Coinbase eine Bafin-Lizenz beantragen müssen. Diesen bieten schon heute ihre Dienstleistungen Anlegern in Deutschland an; es gibt derzeit gut 800.000 Besitzer von Kryptowährungen.

Daher muss jeder, der Dienstleistungen in diesem Umfeld anbietet, genau prüfen, ob er diese ohne Bafin-Erlaubnis weiter anbieten darf. Insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass das Betreiben regulierter Finanzdienstleistungen ohne entsprechende Lizenz eine Straftat ist, die mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden kann.“

Klingt so, als wäre das, was Coinbase da macht, ohne Alternative.

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