Deep Dive

Von N26 bis Liqid: Wie krisenfest sind die deutschen Fintechs?

10. März 2020

Von Heinz-Roger Dohms

Liebe Fintechs, wenn wir in den vergangenen Tagen über die Folgen von Corona geschrieben haben, dann ging es eigentlich immer nur um die Folgen für die Banken. Die Folgen für Euch, die Fintechs, haben wir hingegen so gut es ging umschifft. Weil: Ihr seid ja noch so klein! Wie das Kind, dem man verschweigt, dass der Hamster tot ist. Bis es irgendwann dann eben doch fragt: „Wo ist denn Wuschel?“

Also, liebe Fintechs, bevor Ihr demnächst fragt, wo denn die Investoren sind – hier die bittere Wahrheit:

Gut möglich, dass der gestrige Tag eine Zeitenwende für Euch markiert. Bislang kennt Ihr ja eigentlich nur eine Welt, in der die Fundings wie aus Gießkannen fließen. Doch was, wenn es diese Welt mit dem heutigen Tage nicht mehr gibt? Was, wenn Finanzierungen nicht mehr der Expansion dienen, sondern erst einmal dem Überleben? Fest dürfte stehen: Wenn die große Krise kommt, wird das für etliche kleine Fintechs das Ende bedeuten. Und für die großen? Für die auch? In einem Recherche-Kraftakt haben wir die Funding-Situation der 20 wichtigsten Banken-Fintechs hierzulande analysiert. Voilà:

 

N26

Kumuliertes Funding per Ende 2018 Kumulierte Verluste per Ende 2018 Eigenkapital per Ende 2018
177,8 Mio. € 129,3 Mio. € 48,6 Mio. €
  • Was ist seitdem passiert? Anfang Januar 2019 stemmte N26 eine Finanzierungsrunde über umgerechnet 260 Mio. Euro, im Juli des Jahres kamen 160 Mio. Euro hinzu.
  • Wie schätzen wir die Lage ein? Die Funding-Situation von N26 erscheint kommod. Dem 2019 zusätzlich eingeworbenen Eigenkapital dürfte grob geschätzt ein neuerlicher Jahresfehlbetrag von vielleicht 50 Mio. bis 100 Mio. Euro gegenübergestanden haben. Selbst wenn das Minus bei 100 Mio. Euro gelegen hätte, wäre N26 per Ende 2019 auf ein Eigenkapital von rund 330 Mio. Euro gekommen. Genügend Puffer, um die aggressive Expansionspolitik der vergangenen Jahre bis weit ins Jahr 2021 fortsetzen zu können, ohne die fürs Bankgeschäft notwendigen Kapitalhürden zu reißen. Gleichwohl: Sollte die globale Wirtschaft in eine längerfristige Krise rutschen, wird das an einem cashburn-getriebenen Geschäftsmodell wie dem von N26 nicht spurlos vorbeigehen. Und Indizien für eine allmähliche Konsolidierung hatte es bei den Berlinern ja auch schon vor Corona gegeben (siehe hier, hier und hier).

 

Solarisbank

Kumuliertes Funding per Ende 2018 Kumulierte Verluste per Ende 2018 Eigenkapital per Ende 2018
95,3 42,8 52,4
  • Was ist seitdem passiert? Wie Solarisbank-CFO Thom Rasser Mitte Februar in einem „Handelsblatt“-Interview berichtete, hat der Berliner White-Label-Spezialist das Geschäftsjahr 2019 mit einem Verlust von rund 20 Mio. Euro abgeschlossen. Damit dürfte das Eigenkapital also auf rund 32 Mio. Euro geschrumpft sein – und auch die harte Kernkapitalquote, die Ende 2018 noch bei sehr auskömmlichen 32,3% gelegen hatte, dürfte entsprechend abgerutscht sein.
  • Wie schätzen wir die Lage ein? Mitte November 2019 berichtete Finanz-Szene.de als erste Medium, dass die Solarisbank ein neue Mega-Funding vorbereitet. Drei Monate später (nämlich im schon erwähnten „HB“-Interview) machte CFO Rasser die Sache dann offiziell: „Bei unserem Wachstum und den Investitions-Möglichkeiten ist es keine Überraschung, dass wir dieses Jahr in puncto Kapitalaufnahme etwas unternehmen wollen.“ Die große Frage ist: Hatte die Solarisbank die Finanzierung zu diesem Zeitpunkt schon sicher (das Interview fand datiert auf den 19. Februar – also eine Zeit, als Corona unter Investoren noch kein großes Thema war)? Oder befand sich die Sache damals noch in der Vorbereitung? Falls letzteres der Fall sein sollte, dann könnte die Corona-Krise für die Berliner zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt kommen. Denn: Anders als es das Rasser-Zitat suggeriert, dürfte es für Solaris nicht nur eine Frage der Opportunität, sondern auch der Notwendigkeit sein, in diesem oder spätestens im nächsten Jahr zu funden. Denn: Vom Ziel, 2020 bereits schwarze Zahlen zu schreiben, hat sich das B2B-Fintech verabschiedet.

 

Finleap

Kumuliertes Funding per Ende 2018 Kumulierte Verluste per Ende 2018 Eigenkapital per Ende 2018
107,8 23,4 84,5
  • Was ist seitdem passiert? Anfang 2019 gab es laut 2018er-Abschluss ein „Second Closing“ zur Series-B-Finanzierungsrunde aus dem Vorjahr. Zum Umfang äußert sich Finleap nicht, wir würden das Volumen aber allenfalls auf einen höheren einstelligen Millionenbetrag schätzten.
  • Wie schätzen wir die Lage ein? Ende 2018 waren die kumulierten Verluste gemessen am eingeworbenen Kapital extrem niedrig – eine Situation, an der sich bis Ende 2019 grundlegend nicht allzuviel geändert haben dürfte. Allerdings, zwei Dinge: 1.) Das Schicksal des Company Builders hängt an der Performance seiner wichtige Ventures (Solaris, Element, Elinvar, Joonko, Connect …). Sollten von denen eines oder gar mehrere in Probleme geraten, würden auch bei Finleap spürbare Verluste drohen. Und 2.) Finleap hat 2019 kräftig investiert, nämlich unter anderem in den Aufbau des Check24-Herausforderers Joonko, in den Aufbau des KMU-Banking-Angebots Penta  und in den Aufbau des ambitionierten B2B-Fintechs „Finleap Connect“. Der Wetteinsatz ist definitiv gestiegen.

 

Raisin

Kumuliertes Funding per Ende 2016 Kumulierte Verluste per Ende 2016 Eigenkapital per Ende 2016
29,7 19,3 10,4
  • Was ist seitdem passiert? Die Zahlen in der Tabelle sind von Ende 2016 (aktuellere hat Raisin noch keine veröffentlicht) und entsprechend kaum aussagekräftig.  Allerdings hat der Berliner Einlagen-Broker unserer Zählung zufolge seitdem vier Finanzierungs-Runden über insgesamt 165 Mio. Euro abgeschlossen.
  • Wie schätzen wir die Lage ein? Als undramatisch. Zwar dürfte Raisin nach wie vor einen signifikanten Cashburn produzieren – schließlich ist das unter seinem Markennamen „Weltsparen“ bekannte Fintech nicht nur im kostenträchtigen B2C-Geschäft unterwegs, sondern hat in den vergangenen drei Jahren auch diverse Übernahmen getätigt (PBF Solutions,. MHB Bank, Fairr …). Allerdings ist unser Eindruck: Bei Raisin wurde auf Vorrat gefundet. Diese Strategie dürfte den Berlinern jetzt zugute kommen.

 

Deposit Solutions

Kumuliertes Funding per Ende 2017 Kumulierte Verluste per Ende 2017 Eigenkapital per Ende 2017
28,1 19,8 8,3
  • Was ist seitdem passiert? Die Deposit-Zahlen sind zwar aktueller als die des Erzrivalen Raisin, haben aber ebenfalls nur überschaubare Aussagekraft. Denn: Auch das Hamburger Edel-Fintech hat kräftig Kapital aufgesogen in den letzten zwei Jahren: 2018 zunächst einen gehobenen zweistellegen Millionenbetrag und 2019 dann nochmal gut 20 Mio. Euro, die komplett von der Deutschen Bank kamen.
  • Wie schätzen wir die Lage ein? Genauso undramatisch wie bei Raisin. Das mit dem angestrebten Unicorn-Status dürfte in naher Zukunft allerdings schwierig werden.

 

Auxmoney

Kumuliertes Funding per Ende 2017 Kumulierte Verluste per Ende 2017 Eigenkapital per Ende 2017
55,2 47,3 7,9
  • Was ist seitdem passiert? Nichts. Das letzte Funding stammt von März 2017
  • Wie schätzen wir die Lage ein? Auxmoney ist neben Smava (weiter unten) der große Unbekannte da draußen. Wobei die Zahlen auf den ersten Blick so natürlich aussehen, als müsste man sich um das Düsseldorfer Kreditportal Sorgen machen (schon per Ende 2017 waren von 55 Mio. Euro Eigenkapital 47 Mio. Euro verbrannt …). Allerdings fallen uns zumindest vier Argumente ein, warum Auxmoney deutlich besser dastehen dürfte, als es der geringe Eigenkapital-Puffer suggeriert: 1.) Bei Auxmoney stieg der Cashburn in den vergangenen Jahren nicht mehr an, sondern tendenziell sank er. So lag der Jahresfehlbetrag 2017 mit 5,5 Mio. Euro deutlich unter dem der beiden Vorjahre, als es 9,4 Mio. Euro bzw 13,1 Mio. Euro gewesen waren; 2.) Die Cashposition lag per Ende 2017 bei auskömmlichen 11,4 Mio. Euro; 3.) Auxmoney dürfte im Gegensatz zu etlichen anderen Fintechs bereits signifikante Umsätze erwirtschaften, könnte also vermutlich den Cashburn drosseln, ohne das Geschäft gleich komplett abzuwürgen; 4.) Auxmoney hat – auch das ein Distinktionsmerkmal gegenüber anderen Finanz-Startups – so etwas wie einen Ankerinvestor im Rücken, nämlich den niederländischen Versicherer Aegon.

 

Smava

Kumuliertes Funding per Ende 2015 Kumulierte Verluste per Ende 2015 Eigenkapital per Ende 2015
25,1 25,8 -0,7

 

Mambu

Kumuliertes Funding per Ende 2018 Kumulierte Verluste per Ende 2018 Eigenkapital per Ende 2018
12 11,5 0,5
  • Was ist seitdem passiert? Mambu warb Anfang letzten Jahres 30 Mio. Euro ein
  • Wie schätzen wir die Lage ein? Der Anbieter von cloudbasierten Kernbank-Elementen gehört zu den „Hidden Champions“ unter Deutschlands Finanz-Startups – was sich jüngst auch in unserer „Job-Studie“ spiegelte. Die legte nämlich, offen dass bis auf SumUp und N26 kein anderes hiesiges Fintech so viele Stellen ausgeschrieben hat wie Mambu. Indes: Das Wachstum der Berliner ist nicht nur atemberaubend, sondern auch mutmaßlich teuer. Hatten die Berliner 2018 noch insgesamt 33 Mitarbeiter, so wurden im Februar 2020 allein 78 neue Mitarbeiter gesucht. Mal schauen, wie lange die 30 Mio. Euro reichen.

 

Scalable Capital

Kumuliertes Funding per Ende 2017 Kumulierte Verluste per Ende 2017 Eigenkapital per Ende 2017
40,4 8,6 31,8
  • Was ist seitdem passiert? Scalable Capital hat Mitte 2019 weitere 25 Mio. Euro Eigenkapital erhalten.
  • Wie schätzen wir die Lage ein? Der Börsencrash dürfte kaum ein anderes großes deutsches Fintech so unmittelbar treffen wie den Münchner Robo-Advisor. Andererseits signalisieren die obigen Zahlen – auch wenn sie von 2017 stammen und also einigermaßen alt sind: Scalable Capital ist der Sparfuchs unter Deutschlands Fintechs. Zwar dürften der Cashburn 2018 und 2019 angestiegen sein, allerdings nicht so, dass man sich irgendwelche Sorgen machen müssen. Denn: 1.) Das schwierige UK-Geschäft mit seinen zu hohen Kundenakquise-Kosten wurde frühzeitig runtergefahren; 2.) Die hiesigen Kunden kommen etwa zur Hälfte über den  Kooperationspartner ING Deutschland, kosten also praktisch kein Geld; und 3.) macht Scalable inzwischen relativ viel B2B. Auch das hilft, die Marketingkosten unter Kontrolle zu halten.

 

Exporo

Kumuliertes Funding per Ende 2018 Kumulierte Verluste per Ende 2018 Eigenkapital per Ende 2018
16,3 11,2 5,1
  • Was ist seitdem passiert? Exporo hat im vergangenen Juni eine Funding-Runde über 43 Mio. Euro abgeschlossen.
  • Wie schätzen wir die Lage ein? Exporo gehört, verglichen etwa mit Scalable, zu den Fintechs, die die Reifen gern mal ein bisschen lauter quietschen lassen. Dank des üppgen Fundings aus dem zurückliegenden Frühjahr dürfte das Immo-Crowd-Portal allerdings bis auf weiteres „safe“ sein.

 

Kreditech

Kumuliertes Funding per Ende 2018 Kumulierte Verluste per Ende 2018 Eigenkapital per Ende 2018
223,7 204,5 19,2
  • Was ist seitdem passiert? Kreditech hat weitere 19,5 Mio. Euro eingeworben.
  • Wie schätzen wir die Lage ein? Die Lage von Kreditech hatten wir zuletzt zweimal eingehend analysiert (siehe hier und hier) – und die Kernaussage gilt weiterhin: Den Fehlbetrag binnen eines Jahres (nämlich von 2017 auf 2018) um 76% zu drücken, ist eine Meisterleistung. Gleichwohl: Für 2019 gingen die Verantwortlichen erneut von einem negativen Nettoergebnis von 26,4 Mio. Euro – also mehr, als an frischem Kapital ins Unternehmen floss. Kreditech näht weiterhin auf Kante.

 

Billie

Kumuliertes Funding per Ende 2018 Kumulierte Verluste per Ende 2018 Eigenkapital per Ende 2018
10,0 5,0 5,0
  • Was ist seitdem passiert? Billie verkündete Mitte 2019 eine Finanzierungsrunde über 30 Mio. Euro.
  • Wie schätzen wir die Lage ein? Das Berliner Factoring-Fintech ist erst mal „safe“.

 

Crosslend

Kumuliertes Funding per Ende 2018 Kumulierte Verluste per Ende 2018 Eigenkapital per Ende 2018
22,7 23,2 -0,5
  • Was ist seitdem passiert? Hat im vergangenen Herbst 35 Mio. Euro eingeworben.
  • Wie schätzen wir die Lage ein? Siehe Billie.

 

Elinvar

Kumuliertes Funding per Ende 2018 Kumulierte Verluste per Ende 2018 Eigenkapital per Ende 2018
9,8 7,7 1,1
  • Was ist seitdem passiert? Im Mai 2019 investierte Goldman Sachs geschätzte rund 15 Mio. Euro in Elinvar.
  • Wie schätzen wir die Lage ein? Für ein B2B-Fintech ist Elinvar, was den Cashburn angeht, eher ganz schön offensiv unterwegs. 2018 lag der Jahresfehlbetrag bei rund 6 Mio. Euro, für 2019 ging man laut Vorjahresabschluss von einem „höheren einstelligen Millionenbetrag“ aus. Das Goldman-Geld wird also nicht ewig reichen. Allerdings gilt Elinvar nicht nur als offensives Fintech – sondern auch als eines, das weiß, was es tut.

 

Liqid

Kumuliertes Funding per Ende 2017 Kumulierte Verluste per Ende 2017 Eigenkapital per Ende 2017
8,8 6,5 2,3
  • Was ist seitdem passiert? Vermeldete im Herbst 2018 eine Finanzierungsrunde über 33 Mio. Euro. Anfang diesen Jahres erhöhte sich das Stammkapital laut Handelsregister nochmals. Ob es sich dabei um eine neue Runde handelte ist unklar – wenn, dann dürfte sie aber lediglich siebenstellige Finanzierung in die Kassen gespült haben.
  • Wie schätzen wir die Lage ein? 2018 und 2019 dürfte der Cashburn höher ausgefallen sein als 2017 (3,7 Mio. Euro), als sich der Berliner Robo Advisor noch in der Aufbauphase befand. Dennoch kann man davon ausgehen, dass Liqid durch die 2018er-Runde nach wie vor ausreichend finanziert ist.

 

Fincompare

Kumuliertes Funding per Ende 2017 Kumulierte Verluste per Ende 2017 Eigenkapital per Ende 2017
3,5 2 1,5
  • Was ist seitdem passiert? Mitte 2018 warb Fincompare  bei der ING Groep, Speedinvest und weiteren Investoren rund 10 Mio. Euro ein, vergangene Woche wurde eine Aufstockung der damaligen Runde um 12 Mio. Euro vermeldet
  • Wie schätzen wir die Lage ein? Ohne Kenntnis wenigstens der 2018er-Zahlen lässt sich die Situation nur schwer einordnen. Interessant ist der Fall der Berliner KMU-Finanzierungs-Plattform aber trotzdem. Denn: Unter normalen Umständen muss man davon ausgehen, das Fincompare-Chef Stephan Heller nach den 10 Mio. Euro von 2018 diesmal ein deutlich höheres Funding angestrebt hätte. Andererseits sind die letzte Woche vermeldeten 12 Mio. Euro aber nicht nur das höchste deutsche Fintech-Funding überhaupt in diesem Jahr – sondern vor allem das höchste seit Ausbruch der Corona-Krise. Vielleicht muss man Fundings, denen man vor 4-5 Wochen noch das Schild „bescheiden“ umgehängt hätte, jetzt mit dem Etikett „beachtlich“ versehen.

 

Compeon

Kumuliertes Funding per Ende 2017 Kumulierte Verluste per Ende 2017 Eigenkapital per Ende 2017
13,5 5,5 8,0

 

CRX Markets

Kumuliertes Funding per Ende 2018 Kumulierte Verluste per Ende 2018 Eigenkapital per Ende 2018
21 16,5 4,4
  • Was ist seitdem passiert? CRX Markets hat Mitte letzten Jahres 6 Mio. Euro frisches Kapital aufgenommen.
  • Wie schätzen wir die Lage ein? Der Münchner Trade-Finance-Spezialist gehört zu den vielen deutschen Fintechs, bei denen in den letzten Jahren relativ hohe Anlaufkosten noch relativ überschaubaren Erträge gegenüberstanden (bei CRX Markets sieht man’s, weil die Münchner nicht nur eine Minimal-Bilanz, sondern auch eine GuV veröffentlichen). So lag 2018 der Jahresfehlbetrag bei 3,9 Mio. Euro – bei Erträgen von nur 900.000 Euro. Indes: In der Prognose für 2019 hieß es: „Insgesamt erwartet der Vorstand im Vergleich zum abgelaufenen Geschäftsjahr eine wiederholt starke Zunahme der Provisionserträge im Jahr 2019, aber aufgrund der steigenden Kosten ein weiterhin negatives Jahresergebnis, das im Vergleich zum Jahr 2018 deutlich geringer ausfallen sollte.“ Sollte sich dieser Ausblick für bewahrheitet haben, dann dürfte auch CRX Markets dank der zwischenzeitlich eingeworbenen 6 Mio Euro erst einmal auf der sicheren Seite sein.

 

Fazit

Eines dürfte jetzt schon feststehen: Den Funding-Rekord aus 2019 werden Deutschlands Fintechs in diesem Jahr eher nicht brechen. Zugleich zeigt der Finanzierungs-Check allerdings auch: Viele hiesige Finanz-Startups haben sich in den vergangenen 12-18 Monaten derart mit Eigenkapital vollgesogen, dass sie eine längere Durststrecke vermutlich gut überbrücken könnten. Eine Pleitewelle unter den größeren Fintechs ist als selbst bei einer weiteren Verschärfung der Corona-Krise erst einmal nicht zu erwarten.

 

Methodik

Für größere methodische Erörterungen war gestern echt nicht die Zeit. Um uns auf unseren Kernberitt (also das Bankgeschäft) zu konzentrieren, haben wir Versicherungs-Fintechs außen vor gelassen, ebenso wie beispielsweise ein Startup wie IDnow. Auch SumUp blieben außen vor – und zwar wegen der kompexen Unternehmensstruktur, die eine Ad-hoc-Analyse der Funding-Situation unmöglich gemacht hätte. Warum wir uns auf 18 Fintechs beschränkt haben? Wir wollen 25 machen, aber nach 18 sind uns die Augen zugefallen.

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