Aus der Szene

Warum der DACH-Chef von N26 zu einem Jung-Fintech wechselt

29. September 2021

Von Heinz-Roger Dohms

Trotz der durchaus stattlichen personellen Fluktuation bei unseren Finanz-Startups – es kommt es nicht so wahnsinnig häufig vor, dass einer der zentralen Protagonisten von einem Fintech unmittelbar zum nächsten wechselt. Der gestern vermeldete Wechsel des N26-DACH-Chefs Georg Hauer zu einem Münchner Jung-Fintech wirft daher ein paar Fragen auf. Zumal das Startup, das er verlässt (nämlich N26), bei seiner aktuellen Finanzierungsrunde auf eine Bewertung von bis zu 10 Mrd. Dollar hofft – während das Startup, bei dem er anheuert (nämlich Hawk AI, siehe unser Stück aus dem Juni) auf gerade mal rund 30 Mio. Euro taxiert wird, also grob auf ein 250stel …

Also, Versuch einer Deutung:

Nicht völlig auszuschließen ist, dass man Berlin einfach „Tschüss, Schorch“ gesagt hat.

Plausibler erscheint aber folgende Indizienkette:

  1. Bei HawkAI heuert Hauer als COO/CFO an, neben den beiden Gründern ist er in München also mindestens mal die #3, während man Hauer bei N26 eher so zwischen #5 und #10 verorten durfte.
  2. Hätten wir aufgepasst, dann hätten wir mitbekommen, dass sich Hauer bei der jüngsten Hawk-AI-Finanzierung mit kolportierten mehreren 100.000 Euro engagiert hat – ein klares Indiz, dass der Österreicher in dem Startup (das mit Lösungen zur Geldwäsche-Prävention sein Geld verdient) auch seine ganz persönliche Fintech-Wette sieht und an das Modell glaubt. Und …
  3. Jenseits dieses Investments wird Hauer sicherlich auch über einen  „ESOP“ (also einen Beteiligungsplan) incentiviert. Geht man darüber hinaus davon aus, dass Hauer auch ein paar N26-Anteile sein eigen nennt, ergibt sich alles in allem nicht die schlechtes Perspektive.

Münchner AML-Fintech Hawk AI fundet 10 Mio. Dollar

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing