Kurz gebloggt

Warum vielen N26-Kunden diese Woche irrtümlich 24,37 € abgebucht wurde

14. Januar 2021

Von Christian Kirchner

Was ist das denn schon wieder? Dachten sich dieser Tage (wenn sie sich nicht ganz was anderes dachten …) zahlreiche N26-Kunden, als sie auf ihrem Konto eine Abbuchung in Höhe von 24,37 Euro entdeckten. Abgezwackt durch die Fidelity Fondsbank, kurz FFB.

FFB? Fast 25 Euro? Hä?

Also, die Sache (betroffen war letztlich eine niedrige vierstelle Anzahl an N26-Kunden) kam laut Finanz-Szene.de-Recherchen so: Jahre bevor die Berliner Neobank ihre aktuelle „Wir werden jetzt zur Plattform“-Strategie ausgerufen hat, hatte sie schon einmal eine „Wir werden jetzt zur Plattform“-Strategie ausgerufen. Das war die Zeit, als die ganzen Partnerschaften mit den ganzen Clarks, Raisins (hieß Raisin damals eigentlich schon Raisin?) und Vaamos angestoßen wurde.

Jedenfalls, Vaamo. Die Kooperation mit dem mittlerweile sozusagen zweimal untergegangenen Frankfurter Proto-Robo-Advisor (siehe hier und hier) lief seit 2016 unter dem Label „N26 Invest“. Ab 10 Euro pro Monat konnten N26-Nutzer in drei verschiedene, nach Risikokategorien gestaffelten Fondsportfolios investieren. Ein erfolgreiches Produkt? Nicht wirklich. 2019 warf N26 das Angebot aus der App, die Zusammenarbeit wurde eingestellte, Vaamo bandelte da schon einige Monate (letztlich erfolglos) mit den Briten von Moneyfarm an.

N26 wiederum bot den „Invest“-Kunden anlässlich des Endes der Zusammenarbeit zwei Optionen an:

  • Das Guthaben zu liquidieren oder bei Moneyfarm anzulegen
  • Die Mittel von der depotführenden Bank weiterhin verwalten zu lassen

Und diese depotführende Bank? Genau: War die FFB mit Sitz im Taunus.

Die große Mehrzahl der Kunden entschied sich dem Vernehmen nach für die Liquidation. Allerdings hätten die Kunden laut dem „Kleingedruckten“ zeitgleich auch das Depot bei der FFB kündigen müssen, um künftige Depotgebühren zu verhindern. Das indes, so jedenfalls stellt sich die Sache dar, übersahen etliche Kunden. Denn sie wurden quasi „automatisch“ – also via Opt-Out – zu Kunden der FFB.

Eine versteckte Gebühr? Ja. Beziehungsweise: nein. Denn die Fidelity Fondsbank beteuert auf Nachfrage, es sei eigentlich gar nicht die Absicht gewesen, von den N26-Invest-Altkunden die entsprechende Jahresgebühr zu erheben. Ein Mitarbeiter habe schlicht versäumt, eine eigentlich beschlossene gebührenfreie Löschung der ungenutzten Alt-Depots auch durchzuführen.

Der Rest der Geschichte? Ein kleiner Aufschrei in den sozialen Medien. Und die Beteuerung seitens der Fidelity Fondsbank: Die Gebühren werden formlos erstattet, ohne dass die Kunden aktiv werden müssten. N26 übrigens treffe keinerlei Verantwortung.

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing

Tags