Kurz gebloggt

Was Penta und die SWK Bank unter “bequem” verstehen

8. März 2022

Von Christian Kirchner

Was man auch mal sagen muss: Mit den alles in allem etwa 15-20 Konten, die “wir” als Finanz-Szene.de-Redakteure zu privaten, geschäftlichen oder redaktionellen Zwecken unterhalten oder unterhalten lassen, sind wir grosso modo eigentlich ganz zufrieden. Sie erfüllen ihren Zweck.

Das gilt auch für unsere beiden Fintech-Konten (daneben, keine Sorge, sind wir auch Kunde bei Großbanken, Direktbanken, Sparkassen und Genobanken …), von denen eines ein GmbH-Konto ist und auf den Namen “Penta Starter” hört. Wären wir ein Test-Magazin, würden wir urteilen: “Penta Starter” ist fluffig in der Handhabung und akzeptabel im Preis.

Nun beteiligten sich allerdings im vergangenen Sommer (wie berichtet) zwei sogenannte Investoren an der Finanz-Szene GmbH. Somit lag auf dem “Penta Starter”-Konto nun plötzlich ein bisschen Geld – Geld, mit dem wir in produktiver Hinsicht wenig anzufangen wussten, das wir uns aber dummerweise auch nicht einfach so ausschütten durften. Und also sahen auch wir uns plötzlich mit dem Thema “Verwahrentgelt” konfrontiert.

Da traf es sich – dachten wir jedenfalls – bestens, als Penta im November eine fast 5.000 Zeichen lange Mitteilung versandte, in der ein “wichtiger Schritt beim Ausbau der eigenen Banking-Plattform mit ausgewählten Services” angekündigt wurde. Konkret war damit ein Festgeld-Feature gemeint, das laut den in der Mitteilung verwandten Adjektiven …

  • “exklusiv”
  • “transparent”,
  • “flexibel”
  • “sicher”
  • “schnell”
  • “einfach” und
  • “bequem”

… sein sollte.

Nun mag man uns vorwerfen, dass wir ganz schön naiv sind. Aber wir dachten ernsthaft, dass Penta, die hinter Penta stehende Solarisbank sowie die SWK-Bank (die das Festgeld aufnehmen soll) irgendeinen Mechanismus entwickelt hätten, der es erlauben würde, als Penta-Kunde sein Geld nach einer Schmalspur-Identifikation quasi per Knopfdruck zur SWK Bank zu beamen.

Doch stattdessen: Besteht die “exklusive”, “transparente”, “flexible”, “sichere”, “schnelle”, “einfache” und “bequeme” Festgeld-Kooperation zwischen Penta und der SWK Bank de facto lediglich aus einem Link, der von einem Blog-Beitrag auf der Penta-Website auf eine Landing Page der SWK Bank führt. Von da aus? Sollen wir machen, was jeder Firmenkunde, der sich die SWK Bank einfach nur ergoogelt hat, auch macht. Mit Onboarding und allem Pipapo. Wohlgemerkt zu identischen Konditionen (jedenfalls für bis zu drei Jahren Laufzeit, erst ab vier Jahren kriegen Penta-Kunden einen Schnaps mehr).

Das Zinsangebot für die einjährige Laufzeit liegt aktuell übrigens bei 0,0%. Dafür hätten wir uns dann doch ein bisschen mehr “Flexibilität” und “Bequemlichkeit” erhofft.

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