Wussten Sie schon?

Wie die “deutlich profitablen” H1-Zahlen von Creditshelf zustande kommen

Wussten Sie schon, dass die von etlichen Medien aufgegriffene Ad-hoc-Meldung, wonach das Frankfurter Fintech Creditshelf im ersten Halbjahr “deutlich profitabel” gewirtschaftet hat, eine nähere Betrachtung verdient?

So ist zwar richtig, dass der KMU-Finanzierer sein Ebitda geradezu spektakulär auf 1,8 Mio. Euro gesteigert hat (nach minus 0,9 Mio. Euro in der Vorjahresperiode). Hierin enthalten sind jedoch “sonstige Erträgen” in Höhe von 2,0 Mio. Euro, die wiederum größtenteils auf eine Zahlung des Insolvenzverwalters der Amsterdam Trade Bank zurückzuführen sind – einst einer der wichtigsten Refinanzierungspartners Creditshelf (siehe unsere Geschichte -> “Holländische Bankenpleite bringt Creditshelf in Bredouille”).

Lässt man diese Ertragsposition außen vor, klafft zwischen den operativ erwirtschafteten Umsatzerlösen (plus 15% auf 3,9 Mio. Euro) und dem Gesamtaufwand (minus 6% auf 4,3 Mio. Euro) weiterhin eine kleine Lücke.* Und vielleicht noch wichtiger: Das Neukreditvolumen sank sogar, und zwar um 8% auf nur noch 66 Mio. Euro.

Ebenfalls interessant: Von besagten 66 Mio. Euro kamen laut Halbjahresbericht 48 Mio. Euro von Unternehmen aus dem Umfeld des Aufsichtsratschefs Rolf Elgeti. Creditshelf teilt dazu auf Nachfrage mit, die Formulierungen im H1-Bericht seien den Bilanzierungsregeln geschuldet. Tatsächlich seien nur 29% der Neukredit-Refinanzierung auf Unternehmen aus dem Elgeti-Reich entfallen.

Die Creditshelf-Aktie kletterte am Freitag um 3,9% auf 31,80 Euro.

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*In der ursprünglichen Fassung hatten wir nur eine der beiden Umsatzpositionen erfasst, weil wir fälschlicherweise dachten, es handele sich bei der zweiten Position um eine Unterposition der ersten Position. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen

 

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