News des Tages

01/04/21: Hufelds bizarre Abschiedsmail, Coba-Nachbeben, Strafzins über Nacht

1. April 2021

Lieber Herr Hufeld, Ihre Kontakteliste in allen Ehren. Aber: Warum haben Sie denn nicht uns gefragt? Mit unserer Adressdatei hätten Sie heute Morgen mehr als 30.000 Menschen erreicht. Plus die ganzen weitergeleiteten Mails. Und es ist exakt Ihre Zielgruppe … Nun denn, jedenfalls: Wie die Kollegen von „Capital“ (hier entlang) und „Süddeutscher Zeitung“ (Print) heute Früh berichten, hat sich besagter (Ex…)-Bafin-Chef Hufeld gestern in einer persönlichen, aber von der Bafin-Adresse aus versandten E-Mail von seinen Kontakten aus der Finanzindustrie („Kollegen, Geschäftspartner, Freunde“) verabschiedet. Wie es sich gehört, habe sich Hufeld für die „großartige Zusammenarbeit“ bedankt und noch einmal auf seine Amtszeit zurückgeschaut („Ich habe übelstes kriminelles Verhalten ebenso wie beeindruckende Beispiele brillanter Führungsstärke erlebt“). Und dann? War „SZ“ und „Capital“ zufolge auch noch Zeit für einen Blick in die Zukunft. Nach der nun anstehenden, zwölfmonatigen Abkühlphase „strebe [ich] keine operative Rolle mehr an, sondern versuche, ein kleines aber feines Portfolio von Mandaten zu übernehmen, in denen ich meine spezifische Erfahrung aus der privaten Wirtschaft wie auch dem öffentlichen Amt einbringen kann“. Liebe Leserinnen und Leser, wir denken, Sie haben die Botschaft verstanden.

Sparda West führt von einem Tag auf den anderen regelrechte Hammer-Konditionen ein. Fast könnte man meinen, die größte deutsche Sparda-Bank fühlte sich von unserer jüngsten Schlagzeile („Der Kosten-Coup: 30% weniger Filialen, aber nur 3% weniger Kunden“) ermutigt. Denn: Am gestrigen Mittwoch hat die Düsseldorfer Genobank ihren Kunden mitgeteilt, vom heutigen Donnerstag an (!) werde ein Negativzins von 0,5% auf Giroeinlagen ab 25.000 (!) Euro erhoben, und zwar auch bei Bestandskunden (!). Also, entweder diese Bank steht unter Druck (siehe auch unseren Klassiker „Waren’s die Swaps? Auf den Spuren des Massakers bei der Sparda West“). Oder sie glaubt, sie könnte mit ihren Kunden alles machen.

News

Heftiges Nachbeben bei der Commerzbank: Laut FAZ werden im Zuge des Schmitz-Eklats zwei weitere Aufsichtsräte das Institut verlassen, nämlich die Eon-Managerin Victoria Ossadnik und der Otto-Vorstand Rainer Hillebrand … +++ … und sogar nach ein weiterer Kontrolleur stehe vor dem Abgang, so die FAZ, nämlich der frühere Credit-Suisse-Vorstand Tobias Guldimann +++ Ups, das scheint dann doch haarscharf gewesen zu sein: Laut Bloomberg (Paywall) soll die Deutsche Bank noch am Freitag Wertpapiere über 4 Mrd. Euro abgestoßen haben, die in Verbindung zum Pleitefonds Archegos-Portfolio gestanden haben sollen  +++ Der aktivistische Investor Petrus Advisers hat seinen Anteil an der Aareal Bank auf 9,8% erhöht und fordert die Neubesetzung von drei der acht Aufsichtsrats-Positionen, darunter die der Vorsitzenden (dgap) +++ Laut einer EBA-Untersuchung von 130 europäische Banken ist der Anteil ausfallgefährdeter Kredite im vierten Quartal um 20 Basispunkte auf 2,6%  im Vergleich zum Vorquartal gesunken (Finanzen.net) +++ Noch’n Abgang bei N26: Benedict Dormann, Chef des globalen Kundenservices, hat gestern via Social Media seinen Abschied verkündet und bestätigt damit einen Bericht von „Finance Fwd“ +++ Lidl startet in ersten hiesigen Filialen mit seinem in Spanien bereits erprobten Bezahlverfahren „Lidl Pay“ (Caschys Blog) +++ Etliche der von der Greensill-Pleite betroffenen Kommunen ziehen ihr Geld nun von anderen privaten Banken ab – und wollen es zu den Sparkassen tragen (Reuters/Wiwo) +++ Korrektur: Bei der Aufzählung der OLB-Manager mit Bawag-Vergangenheit gestern haben wir den CEO vergessen, Wolfgang Klein. Bawag von 2010 bis 2015.

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