News des Tages

01/07/21: M.M. Warburg ist die Augias-Bank, Anacredit-Debakel, Fitch lobt Sparkassen

1. Juli 2021

Von Christian Kirchner

Hier kommt die Augias-Bank: „Das Institut“ bzw. die „Finanzholding-Gruppe“, die laut Bafin „gegen die Anforderungen an eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation im Sinne des § 25a Absatz 1 in Verbindung mit Absatz 3 Kreditwesengesetz (KWG) verstoßen“ hat und die deshalb jetzt mehr Eigenmittel vorweisen soll, ist enttarnt. Wie uns gestern aus Quellen zugetragen wurde und wie es überdies die wunderbare Kollegin Meike Schreiber heute Morgen in der „Süddeutschen Zeitung“ schreibt, handelt es sich um niemand geringeren als die in vielerlei Hinsicht unglückselige M.M. Warburg (ein Sprecher der Hamburger Privatbank wollte die Informationen gestern nicht kommentieren, ebenso wenig wie die Bafin). „Dem Vernehmen nach“, so formuliert es die SZ, „stört sich die Aufsicht unter anderem an der engen Verbindung zwischen der Eigentümerfamilie und der Bankleitung“. Zur Erinnerung: Chef von M.M. Warburg ist Joachim Olearius, zu den Eigentümern gehört sein Vater Christian Olearius, der die Geschicke der Warburg-Bank jahrzehntelang operativ bestimmt und später (nämlich von 2014 bis 2019) dem Aufsichtsrat vorgesessen hatte. Süddeutsche

News

Laut „Handelsblatt“ (Paywall) hofft die deutsche Kreditwirtschaft nach dem BGH-Gebührenurteil auf Unterstützung durch die Bundesregierung. Dabei soll es u.a. um künftige Formulierungen der „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ gehen +++ Die deutschen Banken sind mit dem Kreditmelderegister „Anacredit“ offenbar derart überfordert, dass die Bundesbank den Stichtag für korrigierende Meldungen kurzfristig um vier Monate auf Ende Oktober verschoben hat, so die „Börsen-Zeitung“ (Paywall) +++ Die EU-Verbraucherkredit-Richtlinie soll an verschiedenen Stellen angepasst werden. So sollen nach dem Willen der EU-Kommission z.B. auch Darlehen von weniger als 200 Euro unter das Regelwerk fallen. Das gleiche gilt demnach auch für Überziehungskredite und Peer-to-Peer-Darlehen (BÖZ/Paywall) +++ Das Bundesinnenministerium hat einen „Bild“-Bericht dementiert, wonach das deutsche Bankwesen angeblich im Fokus staatlicher russischer Hacker-Angriffe stehen soll (Reuters/Onvista.de) +++ Wenige Tage nach der Herabstufung etlicher deutscher Banken durch Standard & Poor’s hat Fitch den Ausblick für die mit A+ bewertete Sparkassen-Finanzgruppe von „negativ“ auf „stabil“ angehoben (Mitteilung) +++ Die Deutsche Bank hat sich englischsprachigen Medien zufolge einen Fauxpas in ihrem Asien-Geschäft geleistet. Demnach darf das Institut in Hongkong vorübergehend keine Börsengänge mehr als Sponsor begleiten, weil versäumt worden sei, zwei hier regulatorisch kritische Positionen rechtzeitig nachzubesetzen (FT/PaywallBloomberg/Paywall) +++ JP Morgan hat sich für eine ungenannte Summe einen 40%-igen Anteil an der zuletzt mit 2 Mrd. Dollar bewerteten brasilianischen Neobank C6 gesichert (Reuters) +++ Der US-Neobroker Robinhood (also das Vorbild für die Trade Republics und Smartbrokers hierzulande) hat sich mit der amerikanischen Aufsicht Finra wegen diverser Regelverstöße auf die Zahlung von 70 Mio. Dollar geeinigt (Mitteilung)

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