News des Tages

02/06/21: Wird die DKB zur „Privatbank“?, Der neue KfW-Chef, Deutsche Bank reüssiert

1. Juni 2021

Die Mutmaßung, dass die BayernLB eines Tages die DKB veräußern wird, ist so alt, wie sie industriepolitisch plausibel erscheint. Denn: Wozu braucht eine Münchner Landesbank eine Berliner Direktbank? Und ließe sich eine BayernLB ohne DKB nicht viel leichter in eine mögliche Super-Landesbank oder wenigstens eine „SüdLB“ einbringen als mit DKB? Schließlich: Man (genauer: in erster Linie der Freistaat Bayern) dürfte dann ja auch noch auf einen hübschen Veräußerungserlös spekulieren. Und Erlös ist ja nie schlecht … Jedenfalls: Die Exklusivgeschichte, die das „Handelsblatt“ (Paywall) heute Morgen vorlegt, ist zumindest mal nicht dazu angetan, ebendieses Zukunfts-Szenario unwahrscheinlicher werden zu lassen. Wie die Kollegen nämlich glaubhaft darlegen, strebt die DKB in die private Einlagensicherung. Ein Schritt, der einen etwaigen späteren Verkauf an einen Finanzinvestor oder privaten Wettbewerber zweifelsohne begünstigen würde. Weil: Was bereits privat ist, das braucht nicht mehr privatisiert zu werden …

… Was man dazu nun aber wissen muss (auch hier berufen wir uns auf den sehr lesenswerten „HB“-Artikel): Momentan ist die DKB noch Mitglied in der Entschädigungseinrichtung der öffentlichen Banken. Diese „EdÖ“ ist nach dem Ausscheiden der Förderbanken jedoch dermaßen entkernt, dass sie demnächst ohnehin abgeschafft werden soll. Heißt: Es zieht die DKB also nicht aus heiterem Himmel in die BdB-Sicherung. Sondern: Sie muss sich so oder so ein neues Haftungsdach für die Einlagen ihrer Kunden suchen. Womit ja ohnehin nur die Sparkassen-Sicherung oder eben die private infrage kommen. Würde es nun tatsächlich die private, hieße das freilich: Das ebenfalls seit jeher kursierende Szenario, wonach die BayernLB die DKB eines Tages an die Sparkassen verkaufen könnte, würde sehr viel weniger wahrscheinlich.

Lassen Sie uns noch kurz im öffentlichen Bankensektor verweilen. Denn was wir Mitte Mai in Kooperation mit der „SZ“ ja schon exklusiv vermeldet hatten, nämlich dass der langjährige Citigroup-Deutschland-Chef Stefan Wintels neuer Vorstandschef der KfW werden könnte – das ist seit gestern zwar noch nicht offiziell, aber wohl doch perfekt. Jedenfalls berichteten zunächst die „Welt“ und später dann auch alle anderen großen Medien, dass die Entscheidung pro Wintels gefallen sei. Sprich: Die SPD hat sich mit ihrem Kniff, einen Kandidaten aufzubieten, der von seiner Gesamtanmutung her auch ein CDU-Kandidat sein könnte (das dürfen wir doch so sagen, oder nicht, lieber Herr Wintels?), letzten Endes durchgesetzt. Und Verliererin? Ist Frau Hengster. Oder, wenn man es unbedingt überhöhen will: die Frauen.

News

Ein ehemaliger Generalbevollmächtigter der Hamburger Privatbank M.M. Warburg ist vom Landgericht Bonn im Zusammenhang mit Cum-Ex-Geschäften zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden, wie gestern Abend bekannt wurde. Es ist das erste Urteil gegen einen deutschen Banker im Cum-Ex-Komplex (SZ) +++ Just for the record: Die Aktie der Deutschen Bank ist gestern um 3,0% auf ein neues Dreijahreshoch von 12,47 Euro gestiegen, … +++ … während Papiere der Commerzbank zum regulären Handelsschluss bei 6,70 Euro notierten. Ein Plus von 1,9%. Und: immerhin ein neues Zweijahreshoch. Geht doch! +++ Die DWS hat Frank Engels verpflichtet, bislang Investmentchef beim genossenschaftlichen Fondsanbieter Union Investment. Der 52-Jährige soll beim Asset Manager der Deutschen Bank das Anleihegeschäft führen (Private Banking Magazin) +++ Engels‘ Nachfolger bei der Union Investment steht auch schon fest: Andreas Köster, seit 2017 globaler Chefanlagestratege für das Wealth-Management der UBS (Mitteilung) +++ Der Ausschuss für Finanzstabilität (also das „AfS“ abgekürzte Gremium aus Vertretern von Finanzministerium, Bundesbank und Bafin) hat Banken und Sparkassen gestern aufgefordert, sich trotz der absehbaren wirtschaftlichen Erholung auf etwaige Firmeninsolvenzen vorzubereiten (FAZAfS-Jahresbericht im Original) +++ Das Frankfurter KMU-Kredit-Fintech Creditshelf hat nach der Commerzbank und der Sparkasse Bremen nun auch eine erste Genossenschaftsbank als Partner gewonnen – nämlich die Volksbank Bielefeld-Gütersloh. Diese will „passende“ (ungefähr gleich: bonitätsschwächere) Kunden künftig an Creditshelf weitervermitteln +++ Klarstellung: In unserem gestrigen Newsletter hatten wir angedeutet, Bank-CFO Richard Groeneveld könnte bei N26 „herausgedrängt“ worden sein. Dem sei nicht so gewesen, wurde uns inzwischen aus glaubhafter Quelle versichert

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