News des Tages

03/08/21: Penta launcht 588-€-Konto, Trading-Boom stockt, Aareal in der Ad-hoc-Falle

2. August 2021

Von Christian Kirchner

Exklusiv: Penta kreiert oberhalb seines „Premium“-Angebots ein weiteres Kontosegment. Ein kleines Lehrstück für alle, die „Fintech“ immer noch mit „umsonst“ gleichsetzen. Nur etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass Penta – also das führende deutsche Geschäftskonto-Startup – sein kostenloses Basiskonto abgeschafft hat, um seine Modellpalette auf die beiden kostenpflichtigen Angebote „Advanced“ (9 Euro pro Monat) und „Premium“ (19 Euro) zu reduzieren. Und nun? Kommt doch wieder ein drittes Kontomodell hinzu, wie die Berliner dieser Tage Ihre Kunden per Mailing wissen ließen. Allerdings nicht unter-, sondern oberhalb der beiden bestehenden Angebote. Nach Finanz-Szene.de-Informationen soll das neue Modell „Enterprise“ heißen, sich speziell an größere Firmen widmen – und 49 Euro pro Monat kosten. Beziehungsweise 588 Euro pro Jahr. Selbstbewusst!

Neukunden-Wachstum von Flatex bricht im Q2 gemessen am Vorquartal um bis zu 60% ein: Auf die Gefahr hin, es mit den latent eitlen Selbstreferenzen zu übertreiben – aber dürfen wir auch noch kurz auf unsere „News des Tages“ vom 7. Juli (das war die drittletzte Ausgabe vor unserer Sommerpause) rekurrieren? „War’s das mit dem Trading-Hype?“, lautete an jenem Tag die Headline, gestützt auf einen Analysten-Report (Urheber: Hauck & Aufhäuser), der die Herabstufung der Flatex-Aktie zum Gegenstand hatte. Argumentation: Bei zwei skandinavischen Flatex-Peers hatte sich im Juni das Geschäft abgekühlt. Womöglich könnte es dem Frankfurter Onlinebroker ja genauso ergangen sein …

… jedenfalls: Gestern Vormittag hat Flatex nun eigene Q2-Zahlen vorgelegt. Und die sind, muss man sagen, gemessen an den (geschürten) Erwartungen eine mittlere Enttäuschung. Das kraftstrotzende Statement „flatexDegiro setzt rasantes Wachstum mit über 500.000 Kunden in sechs Monaten fort“ täuscht nämlich nur notdürftig darüber hinweg, dass hiervon >360.000 Kunden auf das erste Quartal entfielen – zwischen April und Juni also „nur“ noch rund 140.000 Kunden hinzugekommen sein dürften. War’s das also wirklich mit dem Trading-Hype? Gemach! Auf Jahressicht ist Flatex immer noch auf Kurs. Eingedenk der Tatsache, dass beim US-Neobroker Robinhood das Wachstum im Q2 ebenfalls merklich nachgelassen hat, könnte aber zumindest der Peak überschritten sein. Die Flatex-Aktie gestern? Minus 16%.

News

Die Aareal-Bank (die bei der Guidance ihrer Investoren bisweilen etwas unglücklich agiert …) hat gestern nach Börsenschluss eingestanden, dass ein aus dem Jahr 2012 herrührender Steuereffekt das diesjährige Jahresergebnis belasten wird … +++ … Konkret: Im Q2 fehlen jetzt 11 Mio. Euro sonstiges Ergebnis, die Steuerposition des Gesamtjahres wird mit weiteren 26 Mio. Euro belastet. Die tagsüber noch fidele Aareal-Aktie? Am Abend bei minus 0,9% auf 21,10 Euro (dgap) +++ Die britische Großbank HSBC hat im ersten Halbjahr 10,8 Mrd. Dollar verdient … +++ … davon rund 2 Mrd. Dollar in Europa und (wir wechseln die Währung) nach allerlei Bereinigungen 178 Mio. Euro hierzulande (HB/Paywall) +++ Das Berliner Investment-Fintech Alice, dessen App sich dezidiert an Frauen richten soll, tauscht kurz vor dem Launch die Brand – und nennt sich nun „Vitamin“

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